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Vorsicht beim Hausbau im Winter

11.01.2018

Früher wurde im Winter nicht gebaut. Heute wird das ganze Jahre hindurch betoniert, gemauert, verputzt und Estrich gegossen. Möglich machen das vergleichsweise milde Winter, mobile Heizungssysteme und vor allem moderne Baustoffe. Diese müssen allerdings genau nach den jeweiligen Hersteller-an- und -vorgaben verarbeitet werden. Die meisten Baustoffe lassen sich bei Temperaturen bis fünf Grad Celsius verarbeiten. Darunter nicht mehr. Das Problem sind die Abbinde- und Trocknungszeiten.

Vorsicht beim Hausbau im Winter. Foto: Adobe Stock © Elenathewis
Foto: Adobe Stock © Elenathewise

Ein Estrich oder Putz beispielsweise braucht mehrere Tage zum Abbinden und mehrere Wochen, um durchzutrocknen. In dieser Zeit darf die Temperatur nicht unter das Limit sacken. Maßgeblich für die Verarbeitungstemperatur sind dabei nicht nur die Lufttemperatur rings ums Gewerk, sondern auch die Außentemperatur und die Bauteiltemperatur.

Das ist eine komplexe Mischung, die die Bauarbeiter im Blick behalten müssen. Das klappt oft nicht, weil die Firmen sich nicht gewissenhaft an die Gebrauchsanweisungen halten. Folglich entdecken wir bei späteren Baukontrollen gerade bei Bauarbeiten, die um den Gefrierpunkt herum erledigt wurden, häufig frostbedingte Schäden, wie Risse, unzureichende Erhärtung und Festigkeit, fehlende Untergrundhaftung und Hohlstellenbildung.

Damit die Temperatur nicht unter die kritische Marke sinkt, hilft nur heizen, und damit müssen die Baufirmen rechtzeitig anfangen, sonst kühlt der Bau zunächst aus und muss anschließend erst wieder unter Einsatz von viel Energie aufgeheizt werden.

Ideal sind elektrische Heizgebläse oder natürlich auch die hauseigene Heizung, sofern sie schon funktioniert. Nicht geeignet sind dagegen Gasheizer, denn sie produzieren mit jedem Liter Gas, den sie verbrauchen, nicht nur Wärme, sondern auch einen Liter Wasser; und der muss zusätzlich beseitigt werden und verzögert die Trocknung entsprechend.

Problematisch ist auch noch ein anderer Aspekt: Wenn die Warmluft nach oben steigt, dann zieht sie die Feuchtigkeit mit in die höheren Etagen, wo sie kondensiert, sobald sie auf kalte Flächen trifft. An diesen Stellen siedelt sich dann bevorzugt Schimmel an. Vermeiden lässt sich das nur durch konsequentes Lüften und gleichmäßiges Heizen aller Räume. Das Heizen der Baustelle kann teuer werden. Normalerweise sollte die Baufirma die Kosten dafür tragen. "Besser ist aber, das Thema vor Vertragsschluss zu besprechen und eindeutig zu regeln", empfiehlt Marc Ellinger, Sachverständiger beim Verband Privater Bauherren, den von ihm betreuten Bauherren regelmäßig. (Dipl.-Ing. (FH) Marc Ellinger, Sachverständiger beim Verband Privater Bauherren (VPB))

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