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Barrierefreier Keller

16.10.2013

Das „Wohnen auf einer Ebene“ ist heute als Schlagwort in aller Munde. Allerdings ist fraglich, ob es wirklich die ideale Wohnform im Alter ist. Als Alternative bieten sich vor allem im urbanen Umfeld kompakte Entwürfe mit zwei oder mehr Ebenen an. Deren Erschließung erfolgt über eine gut begehbare Treppe, moderne Liftanlagen sind nachrüstbar. Der entscheidende Vorteil dieses Wohnkonzepts liegt im geringen Grundstücksverbrauch: Er ermöglicht es den „jungen Alten“, die es wegen der kulturellen Angebote und der besseren medizinischen Versorgung zunehmend in die Stadt zieht, ihren Alterssitz dort zu bauen, wo der Grundstückspreis hoch oder eine verdichtete Bebauung vorgeschrieben ist.

Es spricht einiges dafür, in dieses barrierefreie „Wohnen auf mehreren Ebenen“ den Keller mit einzubeziehen. Entsprechend ausgebaut und barrierefrei erschlossen, bereichert ein Untergeschoss das Raumangebot im kompakten Entwurf um einen Hauswirtschafts- oder Hobbyraum, eine Sauna, eine Wellness-Oase oder ein Büro.

Eine moderne Liftanlage lässt sich auch nachträglich einbauen, vorausgesetzt diese Variante wird schon beim Neubau bedacht. Ein klug geplanter Keller bietet hier viele Möglichkeiten. Foto: Hiro/KnechtKeller: „preiswertestes Geschoss im Haus”
Bei einem Hanghaus oder einer Planung mit Lichthof bietet das Kellergeschoss darüber hinaus die Option, ein Zimmer oder eine Einliegerwohnung für eine betreuende Person einzurichten. Hausbesitzern eröffnet diese Planungsvariante die Möglichkeit, bei eventuell notwendiger häuslicher Pflege bis ins hohe Alter in den eigenen vier Wänden zu wohnen. Und das zu einem guten Preis: Zieht man die Kosten ab, die man ohnehin in eine Bodenplatte investieren müsste, ist der Keller nach Auskunft von Dipl.-Ing. Bernd Hetzer, Vertriebsleiter bei Otto Knecht, ohne Innenausbau mit einem durchschnittlichen Aufpreis von etwa 25000 bis 30000 Euro das preiswerteste Geschoss im Haus.

Beim Kellerbauer in Metzingen hat man sich deshalb Gedanken gemacht, wie sich der Keller sinnvoll für altersgerechte Lösungen einsetzen lässt. Das Resultat ist neben bekannten Empfehlungen – entsprechende Geschosshöhe, Außendämmung, breites, treppenliftfreundliches Treppenhaus, Hangbebauung oder Lichthof – eine grundlegend neue Idee: „Ausgehend von der Überlegung, dass ein Treppenlift für Rollstuhlfahrer wenig geeignet ist, weil dann in jedem Stockwerk ein Rollstuhl bereit stehen müsste, haben wir als Alternative einen richtigen Lift ins Auge gefasst“, erläutert Bernd Hetzer: „Ein solcher Lift mit selbsttragendem Schacht, angeboten von verschiedenen Herstellern, bietet viele Vorteile und lässt sich relativ preisgünstig einbauen – vorausgesetzt, der Einbau wurde schon im Neubau vorbereitet.“ Zu dieser gehört, den Liftschacht schon im Grundriss anzulegen.

Der ideale Platz dafür ist ein vergrößertes Treppenauge, in dem der Lift zusammen mit der Treppe über alle Geschosse laufen kann. Ist diese Lösung nicht praktikabel, hat man in Metzingen als Alternative ein System entwickelt, das den nachträglichen Einbau eines Lifts ins Eigenheim grundlegend vereinfacht: Schon beim Bau des Hauses wird die Öffnung für den Liftschacht – sinnvoll sind 140 x 160 cm – in der Kellerdecke ausgespart. Die so entstandene Öffnung wird mit Betonplatten geschlossen, die man beim späteren Einbau des Lifts lediglich aus der Kellerdecke entnehmen muss. Das System wird individuell ans jeweilige Eigenheim angepasst, damit es zum Beispiel statisch einwandfrei funktioniert. Auch die Gründung für den Liftschacht wird dabei schon vorbereitet. Der selbsttragende Schacht kann dann bei einer späteren Montage einfach auf der Bodenplatte aufgestellt und punktuell an den Geschossdecken befestigt werden.

Auch für junge Familien ist eine solche kostengünstige Vorbereitung interessant, bietet sie doch die Möglichkeit, bis ins hohe Alter in einem gewachsenen Umfeld von Nachbarn und Freunden leben zu können.

Die Öffnung für den Lichtschacht wurde in der Kellerdecke ausgespart und mit Betonplatten geschlossen. Beim späteren Lifteinbau lassen sich diese dann einfach entfernen. Foto: KnechtFlexibles Eigenheim dank Keller
Das „Wohnen auf drei Ebenen“ in einem Einfamilienhaus hat viele Vorteile, denn die Einliegerwohnung im Keller kann nicht nur für eine betreuende Person genutzt werden: Auch die Senioren selbst können in den hochwertigen Wohnraum im Untergeschoss ausweichen, während beispielsweise die Familie eines Kindes das darüber liegende Einfamilienhaus und später auch die Pflege der Eltern übernimmt. Der Lift ermöglicht in diesem Fall langfristig ein positives soziales Miteinander mit gemeinsamen Mahlzeiten, Kinderbetreuung durch die Senioren. Bevor es so weit kommt, erfüllt der Keller eine Vielzahl anderer Funktionen. Er nimmt die Haustechnik auf und lässt der jungen Familie so viel Platz in den oberen Geschossen, dient als Abstellfläche, Wellness-, Spiel- oder Hobbybereich. In die Einliegerwohnung können pflegebedürftige Familienangehörige einziehen oder ein studierendes Kind, wobei man laut Bernd Hetzer mit der eingesparten Miete für eine Studentenbude einen Großteil der Kellerkosten amortisiert. Ähnlich ist es, wenn man das Untergeschoss als Büro für eine selbstständige Tätigkeit nutzt. „Wer sein Untergeschoss fürs Alter fit macht, bekommt dadurch ein flexibles Eigenheim, das sich an praktisch alle Lebensphasen anpassen lässt“, erläutert Bernd Hetzer.

 

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