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Ein Dach hat viele Funktionen

27.09.2018

Ein Dach hat als schützende Abdeckung eine wichtige Aufgabe und prägt zudem das Gesamterscheinungsbild des Hauses. Neben der Optik sind aber auch ökologische Aspekte – und hierbei ganz besonders die Energieeffizienz –  entscheidend. Mit Photovoltaik- und Solaranlage trägt das Dach auch aktiv zur Energieversorgung bei.

Funktionen von einem Dach.

In die Dachfläche integrierte PV-Module sehen nicht nur besser aus als Aufdachanlagen, sondern sind auch sicherer. Foto: Autarq

Das Thema Dämmung spielt bei der Planung eines neuen Daches eine besonders wichtige Rolle. Denn daran entscheidet sich, wie energieeffizient das Haus in den kommenden Jahrzehnten ist. Ein gut gedämmtes Dach kann zwischen 10 und 20 Prozent Energie einsparen. Eine Einsparung, die sich nicht nur am Ende des Jahres im Geldbeutel deutlich bemerkbar macht.

Drei verschiedene Dämmvarianten für das Dach

Erwärmte Luft steigt grundsätzlich nach oben – ist das Hausdach nur unzureichend oder gar nicht gedämmt, gehen so über 20 Prozent der produzierten Wärme ungenutzt verloren. Ein gut gedämmtes Dach hingegen reduziert den Wärme- und damit den Energieverlust gegenüber einem nicht gedämmten Dach gleich um bis zu 75 Prozent.  Was viele nicht wissen: In der Regel amortisieren sich die Materialkosten bereits nach wenigen Jahren. Und auch die Umwelt dankt: Schließlich senkt der geringere Energieverbrauch den CO2-Ausstoß. Wichtig ist es aber, sich für eine möglichst effiziente Dämmvariante zu entscheiden.

Bei der Dämmung unterscheidet man generell folgende Varianten: Auf-, Zwischen- und Untersparrendämmung. Während die erste Form der Dämmung oberhalb der Dachsparren und von außen angebracht ist, wird die Dämmung bei der Zwischen- bzw. Untersparrendämmung in der Regel von innen montiert, und zwar entweder zwischen oder unter den Sparren, also den von der Traufe zum First laufenden Balken bzw. Trägern des Dachstuhls.

Funktionen von einem Dach.

Dämmung des Daches. Die vollflächige Verlegung oberhalb der Sparren verhindert Wärmebrücken. Foto: Braas

Neue Dachsteine für besseres Wohnklima

Auch die Eindeckung spielt bei der Energiebilanz eine Rolle. Neue Dachsteine reflektieren mit speziellen Pigmenten in der Oberfläche bis zu 300 Prozent mehr Infrarotstrahlen als herkömmliche Dachsteine und Ziegel. Das wirkt sich positiv auf das Wohnraumklima aus: Je nach Dachaufbau reduziert sich die Innentemperatur um bis zu zwei Grad. Sommerhitze bleibt draußen, der Energieverbrauch für die Klimatisierung sinkt, was Geld spart und die Umwelt schont.

Doch ein Dach kann noch mehr: Ganzheitlich betrachtet, ist es eine brachliegende Nutzfläche, die sich zur Gewinnung von Sonnenenergie einsetzen lässt. Sogar im nicht gerade sonnenreichen Deutschland können Haubesitzer die unerschöpfliche Energiequelle der Sonne für sich nutzen.

Die auf das Dach einwirkende Sonnenenergie kann mit Solarkollektoren für Heizung und Warmwasser nutzbar gemacht, durch Photovoltaik in Strom umgewandelt werden. Waren früher sogenannte Aufdach-Solarkollektoren üblich, werden bei modernen Neubauten eher Indach-Lösungen bevorzugt. Auch komplette Indachsysteme, reine Solardächer, gibt es heute. Alle Komponenten, Solarkollektoren, Photovoltaik-Module und Wohndachfenster, zeichnen sich hier durch ihre superflache Aufbauhöhe aus und sind durch ihre einheitliche Größe frei kombinierbar. Spezielle Eindeckrahmen und Passstücke decken Kabelführung und Rohre vollständig ab.

Indachanlagen sind sicherer – und schöner

Neben der Ästhetik sprechen zusätzliche Sicherheit und Dichtigkeit gegen die bisher meist verwendeten Aufdachanlagen. Sie werden mit Montageschienen und sogenannten Dachhaken auf der vorhandenen Dacheindeckung installiert und die dafür notwendigen Dachdurchdringungen können zu Undichtigkeiten führen. Zudem sind die Anlagen Witterungs- und Umwelteinflüssen schutzloser ausgesetzt, Wind greift unter die Elemente und erzeugt Sog-Wirkungen, die das System instabil machen. Durch die Integration ins Dach werden weder die Dachhaut noch das Dach selbst beschädigt – zudem werden die Kosten für die Ziegeleindeckung gespart

Dämmung schützt auch vor Feuchtigkeit

Um ein gutes Wohnraumklima unter dem Dach herzustellen, bedarf es allerdings noch mehr als einer optimalen Dacheindeckung: Hier spielen die richtige Dämmung und qualitativ hochwertige Dachwohnfenster mit passender Verschattung ebenso eine Rolle, damit im Winter die Wärme im Raum und im Sommer die Hitze draußen bleibt. Die Dämmung sorgt zudem dafür, dass keine Feuchtigkeit in die Bausubstanz dringt und Schimmelbildung vermieden wird. Sind Eindeckung, Dämmung und Dachfenster optimal ausgeführt, bleiben auch die Energiekosten niedriger.

(aus der Zeitschrift: EffizienzHäuser 8/9-2018)



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