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Ein Keller lohnt sich

11.06.2018

Jeder Bauherr muss die Entscheidung für oder gegen einen Keller treffen. Vordergründig sprechen Kosteneinsparungen gegen das Untergeschoss. Aber es gibt auch viele gute Gründe, warum sich ein Keller langfristig lohnt. Wir zeigen Ihnen hier unsere Favoriten.

Haus in Hanglage - da lässt sich der Keller optimal nutzen. Foto: Schwörerhaus

Dieses schmale Hanghaus erhielt durch den Keller wertvolle zusätzliche Wohnfläche. Besonders ruhig gelegen und mit Aussicht in den Garten, brachten die Bauherren hier ihren Schlafbereich unter. Foto: Schwörerhaus

Hier finden Sie eine Auswahl an Schwörerhäusern >>

Lohnt sich ein Keller?

„Wer bei seiner Bedarfsanalyse auf mehr als 45 Quadratmeter Nutzfläche kommt, die keiner 1A-Lage im Obergeschoss bedürfen, dem rate ich zu einem Keller“, sagt Bernd Hetzer, Vertriebsleiter beim Fertigkeller-Spezialisten Knecht. Circa 1 000 Euro pro Quadratmeter Nutzfläche muss man nach seinen Angaben für einen Keller mindestens einkalkulieren: Dieser ist abgedichtet gegen zeitweise drückendes Wasser, gedämmt und hat einem mittleren Innenausbaustandard. Für den gesamten Keller kommen also je nach Hausgröße etliche Tausend Euro zusammen.  „Wenn man es aber richtig betrachtet“, führt Hetzer weiter aus, „lohnt sich ein Keller für viele Bauherren.“

Sein Rechenbeispiel:
Eine Familie hat ein Baubudget von 390 000 Euro. Baut sie ein Haus ohne Keller, also direkt auf die Bodenplatte, müsste sie rund 27 000 Euro für deren Erstellung mit Erdarbeiten einrechnen. Für das Haus bleiben also noch 363 000 Euro übrig. Bei einem durchschnittlichen Preis von 2 200 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche könnte die Familie sich dann noch 165 Quadratmeter Wohnfläche leisten – alle Nebennutzungen, wie Haustechnik, Abstellraum etc. müssen noch von der oberirdischen Wohnfläche „abgezogen“ werden. Baut dieselbe Familie mit demselben Budget mit Keller, holt sie mehr raus: Insgesamt würde die Grundfläche etwas kleiner ausfallen als bei der ersten Rechnung: Statt rund 80 Quadratmetern Nettogrundfläche, setzt man nun nur noch 70 pro Ebene an. Für den Keller würden vom Baubudget von 390 000 Euro rund 70 000 abgehen, für die Erdarbeiten noch einmal 18 000. Übrig bleiben 302 000 Euro, für die man 137 Quadratmeter Wohnfläche bauen kann. Zuzüglich der 70 Quadratmeter Keller, hätte die Familie hier für dasselbe Geld also 207 Quadratmeter auf drei Ebenen: Das sind 25 Prozent mehr als bei der Variante 1!

Mehr Wohnraum

Bei den heutigen, fast überall hohen Baulandpreisen ist eine optimale Nutzung des Baugrundes Pflicht. Dabei hilft der Keller. Bei sehr knappen Platzverhältnissen können im Untergeschoss all die „Nebennutzungen“ wie Haustechnik, Waschküche, Abstellraum etc. untergebracht werden, die dem Wohnen in der oberirdischen 1A-Lage wertvollen Platz streitig machen würden. Aber auch Wohnräume können gut im Untergeschoss untergebracht werden - vorausgesetzt man sorgt für ausreichend natürliche Belichtung. Das geht bei Häusern, die am Hang gebaut werden natürlich besonders einfach: Zur Talseite lässt sich das Kellergeschoss zum Wohnen großzügig öffnen, auf der „eingegrabenen“ Hangseite können ergänzende Nebenräume untergebracht werden.

Stauraum für geliebte Dinge

Bereits 2014 stellte das Statistische Bundesamt fest, dass jeder Deutsche rund 10 000 Dinge in seinen vier Wänden hortet - die wollen untergebracht werden. Für Jäger und Sammler bietet der Keller perfekten Stauraum, um alle Schätze gut und übersichtlich aufzubewahren. Ob Saisonartikel wie Ski- und Golfausstattung, Gartengeräte und Weihnachtsdekoration, aber auch Weinsammlung oder Vorräte finden hier ihren Platz und nehmen im Wohnraum keinen weg. Ideal ist es, wenn der Keller unterschiedliche Räume mit den für das Staugut idealen klimatischen Verhältnissen bietet. 

In einem Weinkeller lassen sich gute Tropfen fachgerecht lagern. Foto: Glatthaar

Wein lagert man am besten an einem kühlen Platz – zehn bis zwölf Grad sind ideal – wo die Temperaturen nicht all zu sehr schwanken. Ergo: Am besten in einem unbeheiztem Kellerraum. Foto: Glatthaar Fertigkeller

Weitere Infos zu Glatthaar Fertigkeller finden Sie hier >>

Richtig Dämmen

Je nachdem, wie ein Keller genutzt werden soll, muss er gedämmt werden. Die einfachste Variante ist der reine Nutzkeller, der keine beheizten Räume aufweist: Er muss auch keine Wärme vor dem Entweichen abhalten und benötigt daher auch keine extra Dämmung. Allerdings müssen alle an beheizte Räume des Hauses grenzenden Bauteile dann gegen den „kalten“ Keller gedämmt werden, damit über das Untergeschoss keine Wärme verloren geht. Auch interne Verbindungen von Wohnbereich und Keller, also Tür und Abgang zum Keller, müssen entsprechend dicht und gedämmt ausgeführt werden. Im Gegensatz dazu steht der sogenannte Wohnkeller. Dieser wird in der Regel in demselben Effizienzstandard wie das über ihm stehende Haus ausgeführt. Das heißt, dass er rundum gegen das Erdreich gedämmt wird. Der Wohnkeller wird  auch geheizt und verfügt über eine lichte Raumhöhe, die eventuelle Wohnnutzungen ermöglicht. Wer heute schon in Erwägung zieht, seinen Keller oder Teile davon später fürs Wohnen oder ähnliche Nutzungen verwenden zu wollen, sollte daher schon beim Bau eine entsprechende Dämmung vorsehen. Nachträgliches Dämmen des Untergeschosses ist ungleich aufwendiger und teurer. 

Thermosafe-Fertigkeller von Glatthaar mit zusätzlicher Permeterdämmung.

Der „ThermoSafe“-Fertigkeller bietet dank Kerndämmung (hellgelb) schon beste Voraussetzungen für ein energiesparendes, behagliches Wohnklima im Untergeschoss. Um einen Wohnkeller dem Effizienzstandard des darüberliegenden Hauses anzupassen, wird eine zusätzliche Perimeterdämmung (hellgrün) entsprechend individueller Berechnungen ergänzt. Foto: Glatthaar

Abdichtung

Keller müssen von außen gegen Feuchtigkeit aus dem Erdreich abgedichtet werden. Zum einen um die Konstruktion zu schützen, zum anderen um die Kellerräume und deren Inhalt vor Feuchteschäden, muffigem Geruch und Schimmel zu bewahren. Die nötige Qualität der Abdichtung – und damit auch der Kellerkosten – hängt von der jeweiligen Baugrundbeschaffenheit ab. Diese sollte mithilfe eines Baugrundgutachtens vorab geklärt werden.

Bei gemauerten Kellern kommt häufig eine Abdichtung aus Bitumen zum Einsatz. Solche Keller nennt man Schwarze Wanne. Sie eignen sich nur bei unproblematischen Bodenverhältnissen, z.B. bei den Lastfällen „Bodenfeuchtigkeit“ und „nichtstauendes Sickerwasser“. Keller aus wasserundurchlässigem Beton (WU-Beton) nennt man Weiße Wanne. Sie ist in der Regel ohne zusätzliche Abdichtungsmaßnahmen ausreichend dicht – selbst bei Grundstücken mit hohem Grundwasserspiegel, wo Schwarze Wannen nicht mehr geeignet sind. Mehr Sicherheit bietet die sogeannte Braune Wanne: Bei ihr wird auf den WU-Beton eine zusätzliche braune Betonit-Abdichtung aufgebracht, die gegen aufstauendes Sickerwasser oder drückendes Wasser schützt. Fertigkellerhersteller haben außerdem spezielle Keller im Angebot, die so dicht sind, dass sie sogar schwimmen, z.B. der „AquaSafe-Keller“ von Glatthaar-Fertigkeller oder der "Climateq Aqua" von Bürkle Fertigkeller.

"Climateq Aqua" von Bürkle Fertigkeller, der schwimmende Keller.
Foto: Bürkle Fertigkeller

Ein Keller kostet zwar Geld, kann aber tatsächlich auch bei der Baufinanzierung helfen: Bringt man hier eine weitere Wohneinheit, z.B. Einliegerwohnung unter, können bei Vermietung deren Herstellungskosten von der Steuer abgesetzt werden. Die Mieteinnahmen helfen außerdem bei der Tilgung der Kredite. Die staatlichen Zuschüsse für ein Gebäude im förderfähigen KfW-Effizienzhaus 55, 40 oder 40 Plus-Standard (mehr unter: www.kfw.de) können übrigens pro Wohneinheit beantragt werden. Für eine entsprechend energieeffiziente Einliegerwohnung kann also nochmals Förderung in Anspruch genommen werden.

(aus der Zeitschrift bauen. 6/7-2018 )

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