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Für den Keller spricht der Raumgewinn

14.07.2016

Auch ohne Hanglage ist es möglich, natürliches Tageslicht in den Keller zu bringen. Bei diesem Einfamilienhaus wurde eine großer Lichthof angelegt. (Glatthaar)

Pro oder contra

Für oder gegen einen Keller – einmal gefällt, ist diese Entscheidung kaum mehr zu korrigieren. Bau­herren sollten es sich deshalb reiflich überlegen, ob sie an dieser Stelle den Rotstift ansetzen wollen, zumal das Einsparpotenzial unter Umständen gar nicht so groß ist. Denn auch eine Bodenplatte kostet Geld. Und bei einem Untergrund mit weniger tragfähigen oberflächennahen Bodenschichten kann ein aufwendiger und teurer Bodentausch notwendig werden. Auch bei starker Hanglage relativiert sich der Kostenfaktor, weil je nach Geländeform hier für eine Bodenplatte größere Erdmengen bewegt werden müssen, um eine ausreichend große waagrechte Fläche zu schaffen. Grob gerechnet können da schnell 15.000 ­Euro zusammenkommen.

Um sich vor unerwarteten Mehraufwendungen zu schützen, sollte man vorab ein Bodengutachten beauf­tragen. Dieses umfasst je nach Hausgröße vier bis sechs Sondierungen, sollte bis in sechs Meter Tiefe reichen und schlägt mit 500 bis 1.500 Euro zu Buche.

Mehr Nutz-/Wohnfläche

Es gibt noch weitere Gründe, die für ein Untergeschoss sprechen. Teurer und damit meist limitierter Baugrund lässt sich besser ausnutzen, wenn man in die Tiefe geht. So macht die Fertigkellerfirma Knecht folgende Rechnung auf: Ein anderthalbgeschossiges Haus verbraucht mit Keller ­weniger Grundfläche und bietet bei gleichen Kosten circa 25 Prozent mehr Wohn-/Nutzfläche. Vergleicht man Gebäude mit gleicher Grundfläche, kostet das mit Keller zwar circa 22 Prozent mehr, dafür liefert dieser aber 40 Prozent mehr Wohn-/Nutzfläche. Das sind Argumente, die sich zudem auf den Wieder­verkaufswert auswirken, der mit UG deutlich höher ist als ohne.

Die Nutzungsmöglichkeiten sind vielfältig. Fast schon Verschwendung ist es, das Souterrain nur als Stauraum sowie für die Heizung und Technik vorzusehen. Gut geplant kann hier wert­voller Wohnraum entstehen, beispielsweise für ein Gästezimmer, einen Partyraum oder ein Fitness-/Wellnessareal. Dafür müssen jedoch gleich zu Beginn die Weichen gestellt werden, denn dann ist eine ausreichende Dämmung absolut unverzichtbar und wird von der Energieeinsparverordnung gefordert.

Das lohnt sich jedoch selbst, wenn eine unmittelbare Wohnnutzung nicht geplant ist, da sich ­eine nachträgliche Dämmung nicht so leicht realisieren lässt und mit ­höheren Kosten verbunden ist. Außerdem muss ­eine Beheizung der bewohnten Räume vorgesehen werden. Und ihre Höhe muss entsprechend ausgelegt werden: Für eine gute Aufenthaltsqualität muss die Rohbauhöhe mindestens 2,50 Meter betragen. Ein reiner Nutzkeller begnügt sich dagegen mit einer Rohbauhöhe von 2,25 Metern.

Eine natür­liche Belichtung ist ebenfalls von Vorteil, da sie die Basis für eine freundliche Atmosphäre ist. Je nach angestrebtem Energieniveau kommen dabei zwei- oder dreifach verglaste Fenster zum Einsatz. Bei einem Untergeschoss, das ­teilweise aus dem Erdboden ragt, weil das Grundstück an einem Hang liegt, erhält man hangabwärts ganz normal belichtete Räume.

Andernfalls helfen Kniffe wie das Abgraben einer Lichtböschung oder das Höherlegen des Kellers, sodass sich sein oberster Bereich über Boden­niveau befindet. Dabei darf man jedoch die baulichen Vorschriften nicht aus dem Blick verlieren, die unter Umständen vorschreiben, wie viel Unter­geschoss über Geländekante zulässig ist, beziehungsweise welche maximale Gebäudehöhe. Lichtschächte sind eine weitere Möglichkeit, die Sonne anzuzapfen, allerdings ohne Ausblicke auf die Umgebung zu erlauben.

Fertighaus und Fertigkeller – ein ideales Gespann

Der ideale Partner für das Fertighaus ist der Fertigkeller. Da die Herstellung weit­gehend witterungsunabhängig in der Werkhalle erfolgt, ist eine hohe Termintreue garantiert. Ein wichtiger Faktor, damit der Hausaufbau reibungslos ablaufen kann. Zudem schützt die hohe Maßgenauigkeit der computergesteuerten Fertigung vor ­einem bösen Erwachen, wenn das Haus gestellt wird.

Die Kellerbauteile sind bei Anlieferung vorgetrocknet, sodass hohe Baufeuchte kein Problem darstellt. Der ­Fugenanteil ist gering und dank der glatten Innenwände kann sogar auf ­einen Putz verzichtet werden. Noch ein Vorteil ist der vorher vereinbarte Festpreis, der die Baukosten besser kalkulierbar macht.

Die Innenwände eines Fertigkellers sind einschalig. Die Außenwände bestehen aus einer zweischaligen Konstruktion, die auf der Baustelle mit Beton ausgegossen und mit einer außen liegenden Dämmung ­versehen wird. Alternativ kann sie als innen  liegende Kerndämmung zwischen den ­beiden Schalen angebracht werden. Dies geschieht dann schon im Werk, sodass die Dämmarbeiten auf der Baustelle entfallen.

Zudem ist die Wärmeschutzschicht bei ­dieser ­Positionierung vor äußeren Ein­wirkungen optimal geschützt. Leerrohre und Vor­installationen werden ebenfalls ­bereits ­vorab in die Wände eingelassen. Das ­garantiert einen zügigen Innenausbau und liefert die ­perfekte Grundlage für ein ­wohnliches ­Ambiente. 

Die Wandteile für den Keller werden im Werk vorgefertigt und auf der Baustelle zusammengesetzt. So geht der komplette Aufbau in der Regel in drei bis fünf Tagen über die Bühne. (Schwörer)
Die zweischaligen Wände werden nach dem Aufbau mit Beton ausgegossen. (Bürkle)
Soll der Keller zusätzlich Wohnzwecken dienen, unterliegen diese Bereiche den Anforderungen der Energieeinsparverordnung. Es muss ein entsprechender Wärme­schutz vorgesehen werden, z. B. in Form dieser rosa gefärbten Außendämmung. (Knecht)

InfosSelbst bei Grundstücken mit hoch anstehendem Grundwasser oder Hangwasser muss auf den Keller nicht verzichtet werden. Wichtige Voraussetzung ist dabei jedoch eine gute Drainage rund ums Haus. Aber auch die Wände müssen dicht halten.

Dafür stehen drei Methoden zur Auswahl

Bei der Schwarzen Wanne wird auf der Außenseite der Betonteile oder des Mauerwerks eine Bitumendickbeschichtung aufgebracht, sodass drückendes Wasser nicht eindringen kann. Eine außen liegende Dämmung und eventuell eine zusätzliche Noppenbahn stellen sicher, dass sie dieser Aufgabe jahrzehntelang nachkommen kann.

Bei der Weißen Wanne übernehmen die Betonwände selbst die abdichtende Funktion. Dies erfordert einen speziellen, wasserundurchlässigen Werkstoff sowie eine sehr sorgfältige Herstellung der Bauteile, die gewährleistet, dass keine Risse entstehen. Außerdem muss beim Aufbau auf eine sorgfältige Fugendichtung geachtet werden.

Die Braune Wanne ist eine relativ neue und bislang wenig verbreitete Technik im Kellerbereich, die ursprünglich aus dem Deponiebau stammt. Hierbei kommt außen auf die Wände ein sogenanntes Geotextil aus Kunststoffgewebe mit Bentonit. Dies sind Tonminerale, die durch die Wasseraufnahme stark aufquellen und dadurch eine abdichtende Wirkung entfalten.

Weitere Infos finden Sie auf:

www.glatthaar.com, www.buerkle-fertigkeller.de, www.knecht.de, www.prokeller.de, www.kellerbau.info