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Ohne Dachdämmung geht gar nichts!

19.10.2017

Das Dach ist das Bauteil, das neben der Fassade die größte Fläche eines Hauses ausmacht. Entsprechend hoch ist sein Anteil an der energetischen Qualität des gesamten Gebäudes. Das Institut Wohnen und Umwelt (IWU) hat berechnet, dass bei einem Einfamilienhaus jährlich 500 bis 800 Liter Heizöl benötigt werden, um allein das Dachgeschoss ausreichend zu beheizen.

Eine gute Dachdämmung reduziert die Heizenergie bis zu einem Drittel. Foto: Baufritz
Foto: Hausentwurf "Naturdesign" von Baufritz

Dachtypen

In der modernen Architektur lassen sich zwei grundlegende Dachtypen unterscheiden:

  • Steildächer: Dieser Typ umfasst alle Dächer mit schräger Dachfläche.
  • Flachdächer: Dieser Typ umfasst alle Dächer, die keine Dachneigung aufweisen oder deren Dachneigung unter 25 Prozent liegt.

Während ein Steildach einen ausbau- und damit nutzbaren bzw. bewohnbaren Dachraum abdeckt, ist dieser unter einem flach geneigten Dach in der Regel nicht zu nutzen. Das Flachdach bildet vielmehr den Abschluss des obersten Wohngeschosses.

Ein Steildach ist eine komplexe Konstruktion aus Dachstuhl und darauf angebrachter Dachabdeckung. Ein Flachdach ist in der Regel eine gegossene Stahlbetonkonstruktion und daher eher mit einer Wand vergleichbar. Die Energieeinsparverordnung (EnEV) stellt daher unterschiedliche Anforderungen an den Wärmeschutz von Flach- und Steildächer: Für Steildächer gilt ein maximaler U-Wert von 0,24 W/(m²K), für Flachdächer sind maximal 0,2 W/(m²K) zulässig.

Damit Dachräume auch im Sommer gut nutzbar sind, ist eine effektive Dämmung der Dachflächen besonders wichtig. Holzfaserdämmplatten leisten dabei gute Dienste. www.holzfaser.org
Foto: Verband Holzfaser Dämmstoffe e.V. (VHD)

Unterschiedliche Systeme zur Dachdämmung

Genauso wie die U-Werte unterscheiden sich auch die Dämmsysteme für Flach- und Steildächer. Für beide gilt jedoch: Dämmung macht das Dachgeschoss erst bewohnbar.

Bei einem Steildach ist die Dämmung ein maßgebliches Element, um den Dachraum wohnlich zu nutzen. Fehlt die Dämmung, ist es unter dem Dach nicht nur im Winter deutlich zu kalt. Im Sommer herrschen auf der äußeren Dachhaut durch die Sonneneinstrahlung Temperaturen von ungefähr 70 bis 80 Grad Celsius. Ohne ausreichende Dämmung heizt sich das Innere des Daches ebenfalls so stark auf, dass es für die Bewohner unmöglich wird, sich in den Räumen aufzuhalten.

Im Neubau ist die Aufsparrendämmung bei der Dachdämmmung aufgrund ihrer Vorteile weit verbreitet. Bauherren und Planer können mit ihr leicht die strengen gesetzlichen Anforderungen erfüllen, die die Energieeinsparverordnung (EnEV) für die Dämmung des Dachgeschosses setzt. Denn die Aufsparrendämmung ist die effektivste Form, um ein Steildach zu dämmen. Der Dämmstoff wird – wie der Name bereits verrät – auf den Dachsparren platziert und liegt somit direkt unter der Dacheindeckung. Um den Dämmstoff zu tragen, wird über die gesamte Dachfläche eine Holzschalung angebracht.

Dieser Aufbau bietet vor dem Hintergrund des Wärmeschutzes zwei entscheidende Vorteile:

  • 1. Der Dämmstoff liegt als geschlossene Lage vollflächig über dem gesamten Dach. So können auch im Bereich der Dachsparren – die bei einer Zwischensparrendämmung beispielsweise die Dämmschicht durchdringen – keine Wärmebrücken auftreten.
  • 2. Die Dämmstoffdicke unterliegt keinen Beschränkungen. Sie wird weder durch die Dicke der Sparren begrenzt, noch geht sie zu Lasten der lichten Höhe des nutzbaren Dachraums. Die empfohlene Dämmstoffdicke für einen Neubau von bis zu 30 Zentimetern ist somit kein Problem.

Wichtiger noch als bei einem Steildach ist die Dachdämmung beim Flachdach. Denn während bei einem Steildach eventuell auftretende Feuchtigkeit über Undichtigkeiten abziehen kann, besteht ein Flachdach in der Regel aus einer massiven Stahlbetondecke. Ohne Dämmung kühlt diese so weit aus, dass sich selbst bei geringen Raumtemperaturen Feuchtigkeit aus der Raumluft an der Decke niederschlägt.

Die Begrünung des Flachdachs leistet einen Beitrag, die in Städten durch Straßen und Bebauung stark versiegelte Flächen ein Stück weit zu entsiegeln. Regenwasser wird nach Niederschlägen eine Weile zurückgehalten. Dadurch wird die öffentliche Kanalisation entlastet und das Mikroklima in unmittelbarer Nähe des Hauses verbessert. (Rathscheck)
Foto: Rathscheck

Energetisch günstige Gebäudeform

Flachdächer schaffen aus energetischer Sicht eine sehr günstigen Gebäudeform. Denn ein Haus mit Flachdach ähnelt sehr stark einem Würfel. Diese geometrische Form weist im Verhältnis eine sehr kleine Oberfläche zu einem sehr großen Volumen auf.

Das bedeutet: Die Wohnfläche in einem solchen Haus ist groß, die thermische Hülle, über die wertvolle Heizenergie verloren gehen kann, hingegen gering. Neue Materialien zur Dachdämmung und zur Abdichtung stellen sie auf der Kostenebene den Steildächern gleich.

Ein Flachdach besteht immer aus den drei grundlegenden Elementen:

  • Abdichtung
  • Wärmedämmung
  • Tragkonstruktion

Je nach Konstruktionsart unterscheidet sich die Reihenfolge der einzelnen Schichten. Unter Umständen kann auch  noch eine Lüftungsebene hinzukommen.

Aufgrund der nur geringen oder gar nicht vorhandenen Dachneigung, kann Regenwasser nur langsam abfließen. Daher stellen sich besonders hohe Anforderungen an die Flachdach-Abdichtung. In diesem Bereich haben sich die Bauprodukte im Laufe der Zeit deutlich verbessert. Heute gibt es Abdichtungen auf Kunststoff- und Bitumenbasis, die optimal auf die hohen Temperaturschwankungen, die auf die Dachhaut eines Flachdachs im Jahreszeitenwechsel einwirken, ausgerichtet sind.

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