Pfiffige Ideen für die Dachschräge

Haus mit Dachschrägen
Dieses Haus birgt für seine Besitzer jede Menge Herausforderungen, denn im Obergeschoss gilt es mit Schrägen zurechtzukommen, die einen Raum wohnlich und gemütlich machen - aber auch zur Herausforderung in puncto Einrichtung werden können. pixabay.com © paulbr75

Es ist mitunter eines der umstrittensten Bestandteile des Hauses: das Dach und die damit verbundene Schräge, die sich im Inneren des Hauses in den Wohn- und Schlafräumen zeigt. Während die einen Dachschrägen schätzen und ihre einschränkende Wirkung im Innenbereich als „gemütlich“ titulieren, würden andere sich niemals aus freien Stücken für ein Haus mit Pult- oder Satteldach entscheiden. Sie schwören auf ein Maximum an Wohnraum und zwar durch ein Zelt-, Walm- oder Flachdach. Jede Dachform hat ihre Vor- und Nachteile – und zwar von außen und im Inneren. Wer die Dachform nicht selbst gestalten konnte, weil Bebauungspläne eine bestimmte Dachform vorgaben oder weil kein Neubau errichtet, sondern ein Bestandsgebäude erworben wurde, muss sich damit arrangieren, was vorhanden ist. Welche Möglichkeiten es gibt, den Innenraum trotz oder gerade wegen der Schrägen praktisch und ansehnlich zugleich zu nutzen, verrät dieser Beitrag.

Stauraum schaffen in den Schrägen

Um den Platz der Schrägen nicht zu verschenken, weil diese vielleicht sogar weit nach unten gezogen sind, eignen sich Einbauschränke nach Maß besonders gut. Während die Anpassung des Schrankes unterhalb der Treppe ins Obergeschoss den besonders versierten Heimwerkern vorbehalten sein sollte, können selbst Hobbyhandwerker mit dem richtigen Equipment Schränke zum Stauraum werden lassen. Zunächst müssen dafür die Regalböden ausgewählt, ausgemessen und angebracht werden. Als Maß sollte der oberste Regalboden genutzt werden. Dieses muss noch ausreichend Platz bieten, um Hab und Gut darauf verstauen zu können. Zu einer Mindesttiefe von 20 Zentimeter raten Experten. Dann sollten im Abstand der gewünschten Regalhöhe – meist empfiehlt sich eine Höhe von 30 Zentimetern – weitere Regalböden zugeschnitten und in die Schräge eingepasst werden.

In dieser Form belassen, könnte die Schräge als ein Regal genutzt werden. So gestaltet und gegebenenfalls mit einer bunten Wandbemalung in Szene gesetzt, eignet sich das Regal in der Schräge für Bücher und Spiele. Wer das, was im Regal platziert wird, besser vor Staub, Schmutz oder neugierigen Blicken schützen will, kann die Schräge mit einer Schranktür verkleiden. Baubeschläge aus dem Fachhandel – zum Beispiel über Heimwerkertools.com auch online zu erwerben – ermöglichen so eine professionelle Konstruktion mithilfe von Klapp- oder Schiebetüren. Schiebetüren sind vor allem deswegen ein praktisches Detail, weil sie keinen Platz im Raum benötigen, allerdings vor allem bei der Anbringung in Schrägen für tote Ecken sorgen. Die Seitenteile müssen dann fest verschraubt werden, weil ein Verschieben bis in die Schräge in der Praxis nicht umsetzbar ist.

Ausgebautes Dach mit Schrägen
Dachschrägen bieten viel Raum für kreative Lösungen. Hier wurden offene Regale eingesetzt. Zudem setzen Fenster bestimmte Raumbereiche in Szene. Denkbar wäre hier auch gewesen, Stauraum mithilfe einer Einbaulösung zu schaffen. pixabay.com © jwco

Ein Raum-in-Raum-Konzept dank Dachschräge

In speziellen Raumkonzepten bietet sich diese Lösung förmlich an. Hat der große Wohn- oder Schlafbereich eine recht lang gezogene Schräge, kann ein Teil des Raums quasi „abgetrennt werden“, indem eine Schiebetür vor die Dachschräge gesetzt wird und so einen dahinter liegenden Raum förmlich abtrennt. Was sich dahinter „verbergen“ lässt, ist ganz unterschiedlich. Häufig wird dahinter ein Schreibtisch verbaut sowie ein Regal, was in Summe zum kleinen Home-Office wird. Immer dann, wenn die Nacht hereinbricht oder Gäste zu Besuch kommen, werden die Schiebetüren geschlossen und von Arbeit oder Chaos ist im Hauptraum keine Spur mehr.

Darüber hinaus eignet sich diese Raumlösung auch für Hobbys, die gerne mal unaufgeräumt unsichtbar gemacht werden sollen, wie beispielsweise das Näh-, Bastel- oder Strickwerk, das schnell in der Schräge verschwinden kann. Auch ein Jugendzimmer lässt sich so gut unterteilen in einen Arbeitsbereich mit Schulsachen und eine Schlaf- und Chill-Area, in der die Freunde beim Beisammensein nicht an die nächste Klausur denken müssen.

Dachschräge im Bad
In einem kleinen Raum wie diesem sorgt das Dachfenster in der Schräge für eine wichtige Lichtquelle. Auch Grünpflanzen gefällt es unter Licht und Wärme gut. pixabay.com © cocoparisienne

Lichtquellen in Schrägen platzieren

Eignet sich das Raumkonzept dafür, kann es eine gute Idee sein, eine Schräge mit einem Dachfenster auszurüsten. Dieses lässt reichlich Licht und Sonnenschein in den Raum und erhellt diesen. Der Nachteil dieser Dachschrägen-Variante sind die Kosten, die für den Einsatz des Dachfensters anfallen werden. Vor allem für XXL-Fenster sind die Kosten hoch, weil nicht nur das Fenster selbst teuer in der Anschaffung ist, sondern auch der Dachumbau ins Gewicht fällt, weil die Statik des Dachs trotz übergroßer XXL-Durchsicht erhalten bleiben muss. Günstiger ist es, ein Fenster in der Breite einzusetzen, das zwischen die Dachbalken passt.

Effekt und Nutzen sind auch bei kleineren Fenstern enorm. Der Raum wirkt deutlich heller. Zudem setzt ein kleines Fenster einen bestimmten Ausschnitt des Raumes perfekt in Szene. Unter dem Dachfenster lässt sich gut in einem Buch schmökern, weil das natürliche Licht ein ermüdungsfreies Lesen ermöglicht. Auch viele Pflanzenarten, wie etwa Palmlilie, Hibiskus, Grünlilie, Bandbusch, Greisenhaupt und Schönmalve, gedeihen unter einem Dachfenster besonders gut, weil sie ihre Blüten gen Licht und Wärme recken. Dann sollte das Dachfenster allerdings möglichst am Rand des Zimmers platziert werden, damit die grüne Oase den Raum nicht unnötig spaltet und dadurch optisch verkleinert.

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