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Wohnkeller mit Wärmedämmung

10.05.2010

Das Untergeschoss ist als reiner Heizungs- und Vorratskeller viel zu schade. Doch schon wer dort nur einen Hobbyraum oder sein Home-Office einplant, kommt um die Frage der Wärmedämmung nicht herum.

Fotos: KnechtDie Energieeinsparver­ordnung, kurz EnEV genannt, schreibt vor, dass Wohnkeller gedämmt und reine Nutzkeller (beispielsweise für Heizung) sowie Aufbewahrungsflächen, nicht gedämmt werden müssen. Ausnahme ist das offene Treppenhaus im Nutzkeller. Dieses wird energetisch dem Wohnraum im Erdgeschoss zugeordnet und demzufolge ist auch eine Dämmung einzulegen.

 

Drei Varianten der Keller-Dämmung
Wie stark die Dämmung bei einem Wohnkeller sein muss, ergibt sich aus der Berechung der Energiebilanz des Gebäudes. Berücksichtigt werden die Eigenschaften der gesamten Gebäudehülle, Heizungs- und Warmwasseraufbereitungsanlagen sowie Lüftungsanlagen. Ein sinnvolles Ergebnis ist dann erreicht, wenn folgende Faustformel eingehalten wird: Überall dort, wo es große Temperaturunterschiede gibt, sollte die meiste Dämmung vorgesehen sein. Also zuerst im Dach- oder Wandbereich. Dort sind Temperaturschwankungen von – 20 bis + 50 Grad möglich. Im Kellerbereich gibt es dagegen nur recht geringe Temperaturschwankungen. In einer Tiefe von zwei Metern misst man eine fast schon konstante Temperatur von etwa zehn Grad.

Außendämmung
Außendämmung: universell einsetzbar; auch bei Grundwasser geeignetFür die Dämmung stehen prinzipiell drei Varianten zur Verfügung: Außen-, Kern- und Innendämmung. Dabei ist die klassische Außendämmung universell sowie auch im Grundwasser einsetzbar. Sie ermöglicht selbst hohe Dämmdicken ohne Innenraumverlust. Der Tauwasserpunkt liegt außerhalb der Betonwand und Wärmebrücken lassen sich leicht vermeiden. Ebenso kann der Übergang Haus zu Keller energetisch optimal ausgebildet werden, da die einzelnen Dämmschichten meistens in der gleichen Ebene liegen. Und wie schon erwähnt, ist ein entscheidender, auch Kosten sparender Vorteil der Außendämmung, dass sie gleichzeitig als Anfüllschutz dient. Im nicht erdberührten Bereich erhält die Außendämmung einen Putz.

 

 

 

 

Kerndämmung
Kerndämmung: empfiehlt sich zur thermischen Trennung von beheizten und unbeheizten RäumenDie Kerndämmung hat den Vorteil, dass sie ohne einen Außenputz auskommt. Allerdings ist sie im Gesamten betrachtet die teurere Variante als die Außendämmung. Das liegt daran, dass die Wände aufwendiger hergestellt werden müssen und prinzipiell um ca. 6 cm dicker sind, wodurch zusätzlich ein Raumverlust im Keller entsteht. Ferner liegt der Tauwasserpunkt innerhalb der Wand und erfordert Einlagen aus Edelstahl.

In der Gesamtkostenbilanz kann zwar der Wegfall des Putzes angesetzt werden, gleichzeitig muss aber der zusätzliche Anfüllschutz im erdberührten Bereich Berücksichtigung finden. Bei Grundwasser sind aufwendige Abdichtungsmaßnahmen erforderlich und auch der Übergang Haus zu Keller gestaltet sich energetisch betrachtet nicht optimal.

 

 

 

Innendämmung
Innendämmung: empfiehlt sich bei nachträglichem Ausbau bzw. bei einzeln beheizten ode nur gelegentlich genutzen RäumenDie Innendämmung empfiehlt sich bei einem nachträglichen Ausbau des Kellers bzw. bei einzeln beheizten und nur gelegentlich genutzten Kellerräumen. Da beim Anheizen nicht die Wandkonstruktion mit aufgewärmt werden muss, erzielt man einen schnellen Temperaturanstieg.

Eigenleistungen nur bedingt möglich
Allerdings ist auf eine konstruktive Maßnahme besonders Wert zu legen. An der Wandinnenseite muss über der Wärmedämmung eine funktionierende Dampfsperre angebracht werden. Diese darf auch bei der späteren Benutzung durch beispielsweise Nägel oder Schrauben nicht zerstört werden. Ansonsten würde warme und feuchte Luft an die kalte Außenwand gelangen und es käme hinter der Dämmung zur Kondenswasserbildung. Gleichzeitig benötigt man bei dieser Dämmvariante ebenfalls einen zusätzlichen Anfüllschutz.

Alle Varianten der Kellerdämmung, ob Außen-, Kern- oder Innendämmung, haben ihre Vor- und Nachteile. Je nach örtlicher Situation kann die eine oder andere Lösung bis hin zu sinnvollen Kombinationen zum Zuge kommen. Ebenfalls sind bei der Außen- und Innendämmung bestimmte Eigenleis­tungen möglich. Entscheidend ist, dass man sich vorab von erfahrenen und kompetenten Kellerbauern beraten lässt.