Faktencheck Wärmedämmung

Dämmstoffe
Foto: Steico

Um die gesetzlichen Anforderungen der geltenden Energieeinsparverordnung (EnEV) einzuhalten, dürfen neu gebaute Wohnhäuser nur einen sehr niedrigen Energiebedarf aufweisen. Dazu trägt eine gute Wärmedämmung bei. Wir erklären, worauf es dabei ankommt!

Gute Wärmedämmung ist Pflicht

Wenn es kalt wird, ziehen wir uns etwas Warmes an. Auch unser Haus schützt uns vor dem Frieren. Zwei Dinge beeinflussen unser Kälteempfinden: Der tatsächlichen Temperatur sowie von Wind und Zugerscheinungen. Vor beidem bewahrt uns ein gut gedämmtes Haus.

Neben dem Komfort, den ein warmes Heim uns bietet, geht es darum, für das Heizen wenig Energie zu verbrauchen. Das spart Kosten zu sparen und schont die Umwelt. Das ist in Deutschland gesetzlich vorgeschrieben: 2016 trat eine weitere Verschärfung der Energie-Einspar-Verordnung, kurz EnEV, in Kraft, Sie verpflichtet  Bauherren zu einer sehr energieeffizienten Bauweise. Die Anforderungen an die Dämmung erhöhten sich im Schnitt um 20 Prozent. Wer neu baut, kommt um eine gut gedämmte Gebäudehülle nicht herum.

Ein gut gedämmtes Haus, ohne Wärmebrücken, ist ein Garant für ein deutlich niedrigeres Schimmelrisiko. Foto: AdobeStock 84092546

Dabei ist wichtig, das Haus ohne Wärmebrücken zu dämmen. Ob Dach oder Wände, Türen oder Fenster, Keller oder Bodenplatte: Alle beheizten Räume brauchen gleichmäßig guten Schutz gegen Kälte. Der Begriff „Wärmebrücke“ definiert Schwachstellen. An diesen entweicht aufgrund von fehlerhafter Ausführung mehr Wärme nach außen als an benachbarten Flächen. Dort kühlt die Oberfläche stärker ab, sodass das Risiko für Feuchteniederschlag aus der Raumluft höher ist. Hier kann es – bei nicht regelmäßig ausreichender Lüftung – zu Schimmelbildung kommen. Dichte und gut gedämmte Häuser müssen über ein Lüftungskonzept verfügen. Diese zeigt den Bewohnern, wie und wie oft sie lüften müssen. Wer sich für eine automatische Lüftungsanlage entscheidet, muss ans Fensteröffnen nicht mehr selbst denken. Die Kombination aus guter Dämmung und ausreichender Lüftung sorgt dafür, dass das Risiko für gesundheitsschädliche Schimmelbildung sinkt.

Die richtige Wahl der Dämmung

Jedes Dämmmaterial verfügt über spezifische Eigenschaften, die es für unterschiedliche Einsatzbereiche am Haus empfiehlt. Für die Dämmung unter der Bodenplatte oder eines Kellers, müssen Dämmstoffe nicht nur resistent gegen Nässe sein, sondern auch druckfest. Das spielt bei der Dämmung eines Steildaches keine Rolle – jedoch bei einem Flachdach. Für außen auf die Hauswände angebrachte Wärmedämmverbundsysteme, die in Kombination mit Putz ein Fassadensystem bilden, sind stabile Dämmplatten nötig. Für die Gefachdämmung von Holzkonstruktionen kommen darüber hinaus weiche Matten oder eingeblasene Dämmflocken infrage.

Ein weiteres wichtiges Kriterium ist die Wärmeleitfähigkeit, die die Wärmedämm-Wirkung eines Baustoffs definiert. Wärmedämmstoffe sind Materialien, die eine spezifische Wärmeleitfähigkeit () von kleiner 0,1 W/(m·K) besitzen. Je kleiner der Wert, desto besser dämmt das Material.

Dämmstoff sichtbar im Wandschnitt. Foto: Danhaus
Dämmstoffe liegen in der Regel gut geschützt innerhalb der Außenwand. Foto: Danhaus

Mineralische Dämmstoffe

Zur Wahl stehen mineralische, synthetische und Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen. Zu den mineralischen Dämmstoffen zählen z.B. Stein- und Glaswolle, die in Form von Faserplatten oder -matten und als Einblasdämmung erhältlich sind.

Synthetische Dämmstoffe

Zu den synthetischen, aus Erdöl hergestellten, zählen Polyuretan und Polystyrol. Diese Materialien kommen als Hartschaumplatten zum Einsatz, sind feuchteunempfindlich und können auch im Erdreich zum Einsatz kommen. Sie sind in der Regel auf dem Flachdach zu finden.

Nachwachsende Dämmstoffe

Bei den nachwachsenden Rohstoffen werden pflanzliche und tierische Materialien eingruppiert wie Holz-, Zellulose-, Hanf- oder Kokosfasern, sowie Schafwolle. Diese Materialien kommen z.B. als Einblasdämmung zwischen Holzständern zum Einsatz. Sie sind oft auch als Matten oder Platten verfügbar.

Wirklich ökologisch?

Dämmstoffe helfen nicht nur Energie zu sparen, auch ihre Herstellung und ihren Transport brauchen Energie. In der Regel überwiegen die durch sie erzeugten Einsparungen. Neben hohen Energie- und Wassermengen, bei der Produktion, sind teilweise Schadstoffemissionen sowie zu wenig vorhandene Recycling-Konzepte zu bemängeln. Dämmstoffe landen in der Regel auf Bauschuttdeponien oder werden verbrannt – können dann im besten Fall noch als thermische Energie genutzt werden.

Beim Neubau sollte vorrangiges Ziel sein, alle verwendeten Baustoffe lange zu nutzen. Unter den nötigen Energiesparmaßnahmen beim Hausbau ist eine exzellente Wärmedämmung eine der wartungsärmsten und somit langfristig preiswert, nachhaltig und somit: empfehlenswert!

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