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Fassadengestaltung: Schick in Schale

03.06.2016

Ursprünglich stand bei den Fassadenverkleidungen der Schutzgedanke im Vordergrund. Deshalb können in niederschlagsreichen Küstengebieten die Schalen aus Klinker und im rauen Klima der waldreichen Gebirgslagen jene aus Holz auf eine lange Tradition zurückblicken. Als vorgehängte, hinterlüftete Fassade schützen sie die Außenwand vor den schädlichen Einflüssen des Wetters.

Im Fertigbau wird die Verkleidung mit ­Abstand vor die Holzständerwand gesetzt und auf einer Unterkonstruktion aus Holz oder Aluminium ­befestigt. Die Hinterlüftung stellt sicher, dass even­tuell ein­dringende Feuchtigkeit abtrocknen kann und nicht in die ­Dämmung und die tragende Konstruktion eindringt, wo sie zu Schäden führen könnte.

Die großformatigen Aluminium-Verbundplatten passen perfekt zur futuristischen Architektur. Die glänzende, weiße Oberfläche unterstreicht den puristischen Charakter des Gebäudes. (Prefa)

Die äußerste Schicht sollte dann so ge­artet sein, dass sie ­Regen, UV-Licht, Hagel etc. langfristig standhält. Holz etwa ist nicht ganz so robust wie beispielsweise Metall. Doch wer es ­natürlich oder regional haben möchte, greift gerne zu dem nachwachsenden Rohstoff und erhöht seine Dauerhaftigkeit mithilfe eines Anstrichs. Dabei kommt zudem der gestalterische Faktor ins Spiel, denn Lasuren gibt es in zahlreichen Farben.

Moderne Optik in allen Variationen

Aber der Außenhaut kommt mehr als nur eine Schutzfunktion zu, sie hat auch einen wesentlichen Einfluss auf die optische Wirkung des Gebäudes. Dabei müssen Verklei­dungen mitnichten traditionell anmuten. Zu ­moderner Design­architektur passen vor ­allem flächigere Ansichten mit groß­formatigen Tafeln, die über eine glatte oder leicht strukturierte Oberfläche verfügen. Als ­Materialien kommen beschich­tete Verbundwerkstoffe zum Beispiel aus Faserzement oder Holzwerkstoffen infrage, aber auch Metall, Kunststoffe, Glas, Keramik und Sperrholz.

Die traditionelle Holzverschalung aus Lärchenleisten wurde hier sehr modern interpretiert.<br />
(Zimmermeisterhaus, Foto: Erich Spahn)

Selbst bei der klassisch eher kleinteiligen Bekleidung aus Schiefer geht der Trend zu größeren Formaten. Weiterentwickelte Befestigungstechniken ermöglichen zudem eine Verlegung ohne Überdeckung. Damit lassen sich interessante, monolithische Neuinterpretationen des Satteldachs gestalten, bei der Fassade und Dachhaut eine Einheit bilden und absatzlos ineinander übergehen.

Bei Profilverschalungen aus Holz denkt man zunächst einmal an die traditionellen Bauernhöfe der Alpen und Mittelgebirgsregionen. Aber auch mit dieser Bekleidung lässt sich eine zeitgemäße Architektur ­umsetzen. Beispielsweise, indem statt der üblichen Boden-Deckelschalung Profile mit einer dreidimensionalen Optik zum Einsatz kommen. Sie bilden ein präg­nantes Relief, mit dem sich ein dynamisches Erscheinungbild erzielen lässt. Eine andere ungewöhnliche Lösung sind senk­rechte, auf Abstand gesetzte Leisten, die dadurch ebenfalls eine gewisse plastische Wirkung entfalten.

­Formate, Farbe und Struktur bringen Gestaltungsvielfalt

Ein weiterer Kandidat für räumliche ­Effekte ist die Metallverkleidung mit Stehfalz. Sie besteht aus dauerhaftem Titanzinkblech oder Aluminium und ist in allerlei Farben erhältlich. Metall ist zudem als Paneelsystem in unterschiedlichen Abmessungen verfügbar. Der Wechsel von horizontaler mit vertikaler Verlegung und/oder bei den Formaten bringen zusätzliche ­Gestaltungsoptionen.

Bei den robusten Klinkerfassaden hat sich dagegen am Verlegebild wenig geändert. Der Zeitgeist artikuliert sich in der Farbgebung. Angesagt sind derzeit silber- und dunkelgraue Nuancen, die durch ihre abwechslungsreiche Zusammenstellung sehr lebendig wirken.

Als Alternative zur vollflächigen Lösung mit ­einem einheitlichen Material können Teilbereiche variiert werden. Denkbar sind Kombinationen von Holz mit Putz, Stein mit beschichteten Platten, Klinker mit ­Metall, um nur einige Beispiele zu nennen. Dadurch wird eine Gliederung des Bau­körpers erreicht oder ein spannender Farbakzent gesetzt. 
Sieht man einmal vom wartungsinten­siveren Holz ab, überzeugen Fassaden­verkleidungen mit wenig Pflegeaufwand und hoher Beständigkeit, sodass sich der Hauseigentümer jahrzehntelang keine ­Gedanken um die Sanierung machen muss – es sei denn, er will seinem Heim ein neues Gesicht verpassen.

Bildergalerie

Die Paneele „Aigis“ sehen aus wie Holz, bestehen aber aus witterungsbeständigem, glasfaserverstärktem PVC. (SCB)
Die einheitliche Verkleidung von Fassade und Dach mit den gleichen Faserzementplatten „R-Color Auria-N“ betont die Reduktion auf klare Linien bei diesem Haus. (Auria, Foto: Paul Ott)
Die Stehfalzverkleidung „Color Line“ setzt einen lebhaften roten Kontrast auf der Klinkerschale in modernem Grau. Die UV-beständige Kunststoff-Beschichtung der Titanzink-Paneele bewahrt ihre Farbkraft über viele Jahre. (Rheinzink)
Mit dem „R3D-System“ lassen sich plastische Effekte erzielen. Die Vollholzprofile aus sibirischer Lärche sind in drei Profilstärken und verschiedenen Oberflächenstrukturen erhältlich. (Mocopinus)
Wie ein schwarzer Monolith wirkt dieses Gebäude durch seine Verkleidung aus changierenden Schieferplatten, die nicht nur die Fassade bedecken, sondern auch das Dach. (Rathscheck)
Die Faserzement­tafeln „Equitone“ bestimmen mit ihrem großformatigen, horizontalen Fugenbild das Gesicht dieses Hauses. Es gibt sie in verschiedenen Oberflächen und einer Vielzahl  an Farben. (Eternit, Foto: Brigida Gonzáles)


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