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Fix und fertig und massiv

18.07.2011

Blick in eine Fertigungshalle.Fertigbau ist nicht nur eine Domäne des Holzbaus, denn es gibt auch einige Hersteller, die massive vorgefertigte Häuser anbieten. Die Bausysteme reichen hier von der „gemauerten“ Ziegelwand über großformatige Leichtbetonwände bis hin zu kompletten Raumzellen.  

Massiv-Elemente aus Ziegel oder Leichtbeton
Wer sich für ein Haus aus vorgefertigten Elementen entscheidet, muss meist keine architektonischen Einschränkungen befürchten. In der Regel werden die Wände für jedes Bauvorhaben individuell angefertigt, sodass auch ausgefallene Architekten-Entwürfe realisiert werden können.

Es gibt aber auch Ausnahmen, wie zum Beispiel die Modulbauweise, die unter anderem von der Firma Dennert angeboten wird. Hier werden ganze Raumzellen im Werk vorgefertigt, die weitgehend vorgegebene Abmessungen haben. Die Fenster sitzen bereits in den Wänden, wenn die Elemente die Halle verlassen. Der Grundputz ist schon aufgebracht und die Bad- und Küchenausstattung ist bereits vormontiert. Die Raumzellen werden per Lkw transportiert und vor Ort mittels Kran montiert. So wird der Aufbau des Rohbaus an einem Tag gewährleistet.

Beim Massivbau gibt es meist monolithische Wandtafeln aus Beton. Einige Hersteller fertigen aber auch komplette Wandelemente aus Ziegeln, die im Werk mit allen benötigten Öffnungen montiert werden. Diese Ziegelelement-Wände werden in Längen bis zwölf Meter auf Montagetischen aus Einzelsteinen präzise „liegend vorgemauert“ und anschließend getrocknet.

Beton-Elementwände werden meist aus sogenanntem Leichtbeton hergestellt. Er besteht hauptsächlich aus kleinen, aufgeblähten Tonkügelchen, Schaumglas o. ä,, weshalb hier auch oft von Blähton-Wandelementen gesprochen wird. Durch die luftgefüllten Kügelchen hat das Material trotz hoher Tragfähigkeit einen guten Dämmwert.

Durch die Energie-Einsparverordnung 2009 (EnEV) kommt heute praktisch kein Haus mehr ohne Zusatzdämmung auf der Außenwand aus. Das trifft auch auf den massiven Fertigbau zu. Die vollmassiven Leichtbetonwände von Dennert erreichen zum Beispiel einen U-Wert von 0,19 bis 0,15 W/m2K; dazu wird werkseitig ein Wärmedämmverbundsystem mit 20 cm Dämmstärke montiert. Bei Blähton-Elementen kann zum Beispiel eine Schicht aus Blähglas „nass in nass“ aufgetragen werden, wodurch ein festes Verbundwand-System ohne Kleber entsteht. Andere Massiv-Fertighauswände werden vor Ort mit einer zusätzlichen Außendämmung versehen. Damit lassen sich dann sogar Passivhäuser realisieren.

Gutes Raumklima und WohnkomfortBeim Modulsystem werden sogar komplett eingerichtete Küchen und<br />
Bäder innerhalb weniger Stunden zum Haus montiert. (Dennert)
Welcher Baustoff verwendet wird, ob Ziegel, Kalksandstein oder Porenbeton, hängt in der Regel vom Anbieter ab; einige Firmen bieten auch alle drei Varianten an.
Ziegel ist feuchtigkeitsregulierend, hat eine hohe Wärmespeicherfähigkeit und auch gute Schall- und Wärme-Dämmeigenschaften, besonders dann, wenn er mit Perliten gefüllt ist. Etwas besser in der Dämmwirkung ist Porenbeton. Hier gibt es Elemente für Wände, Decken und Massivdächer. Ohne Zusatzdämmung geht es aber auch hier kaum mehr.

Wichtig fürs Raumklima ist die Fähigkeit des Baustoffes, Feuchtigkeit aufzunehmen und wieder abzugeben; allerdings wird die Wirkung oft überschätzt. Entscheidend sind vor allem die ersten Millimeter der Wandoberfläche und die beim Innenausbau verwendeten Materialien. Es kommt also auf Putz, Anstrich oder Tapete an. Wird hier ein dampfdichtes Material gewählt, nützt auch die feuchtigkeitsregulierende Wirkung des Ziegels wenig.

Qualität entscheidet über Werterhalt
Grundsätzlich gilt, dass alle Materialien aufeinander abgestimmt sein müssen. Bei einem Fertighausanbieter, der alle Gewerke koordiniert und aus einer Hand liefert, ist man hier in der Regel auf der sicheren Seite. Für die Langlebigkeit und damit den Werterhalt eines Hauses ist nicht in erster Linie der Baustoff entscheidend, sondern die korrekte Bauausführung.
Viele Firmen bieten nicht nur einen Kundendienst für alle Gewerke an, sondern auch eine externe Bauüberwachung durch den TÜV sowie Bauherrenschutzbriefe mit allen nötigen Versicherungen, die im Kaufpreis enthalten sind. Dieser zusätzliche Service sollte beim Preisvergleich berücksichtigt werden.