Für jedes Bauteil die richtige Dämmung

Die richtige Dämmung
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Wer ein neues Haus baut, kommt um eine gute Dämmung nicht herum. Schon allein, weil der Gesetzgeber sie verlangt.

Mit der aktuellen Energieeinsparsparverordnung (EnEV 2009) und dem Erneuerbare-Energien-Wärme-Gesetz (EEWärmeG) will der Staat Hausbesitzer dazu bewegen, mit dem Energieverbrauch sorgsam umzugehen, damit die Umwelt entlastet und in politischen Abkommen definierte Klimaziele erreicht werden. Ein sparsamer Verbrauch reduziert darüber hinaus Energie- und Heizkosten.

So darf der Jahres-Primärenergiebedarf die an der Referenzausführung eines Wohnneubaus orientierte Obergrenze nicht überschreiten.

Die Berechnungsgrundlagen für Architekten und Bauplaner sind dazu in der elfteiligen Normenreihe DIN V 18599 zum Wärmeschutz von Bauteilen niedergelegt. Die Nachweise müssen demgemäß erstellt werden, Bauherren sollten also ein scharfes Auge auf diesen Vertragsbestandteil richten. „Egal, ob mit einem Generalübernehmer oder mit einem Architekten gebaut wird: Vor der Unterzeichnung sollte man sich mit diesem Thema auseinandersetzen und die Einhaltung vertraglich festhalten“, appelliert Andreas Garscha vom Verband Privater Bauherren (VPB).

Wie gut oder schlecht ein Haus gedämmt ist und die Vorgaben des Gesetzgebers einhält, lässt sich anhand des U-Wertes ablesen. Alle Bauteile, über die Wärme entweichen kann, z. B. das Dach oder die oberste Geschossdecke, Außenwände, Gebäudetrennwände, Kellerdecke, Fenster, Rollladenkästen oder Bodenplatten müssen inzwischen bestimmte Mindestwerte erreichen. So kann man erreichen, dass im Haus erzeugte Wärme auf Dauer nicht verloren geht – und entsprechend weniger nachgeheizt werden muss.

Rundum & lückenlos dämmen
Beim Neubau wird die Dämmung in der Regel außen angebracht und muss frei von sogenannten Wärmebrücken sein. Als letzteres bezeichnet man Stellen, die im Vergleich zu benachbarten Bauteilen eine wesentlich niedrigere Dämmfähigkeit haben – Schwachstellen sozusagen, „Brücken“, über die mehr Wärme abfließen kann. An diesen ist die Innenoberfläche merklich kälter. Hier bestünde die Gefahr,„dass warme und damit feuchte Luft daran kondensiert, was letztendlich zu Schimmel führen kann”, erklärt Garscha.

Gefördert wird diese Gesundheitsgefahr auch durch die inzwischen sehr dichte Bauweise von Neubauten. Denn die wertvolle Wärme soll nicht unkontrolliert durch Ritzen oder Fugen hinausgelüftet werden. Allerdings stellt das
bloße Dichten von Fugen oder Öffnungen keine Alternative
zu Dämmmaßnahmen dar.

Im Gegenteil: „Dichten ist nicht im Sinne der Energieeinsparverordnung und der Gesundheit”, warnt VPB-Experte Garscha. „Wenn alle Fugen dicht sind, die Bewohner ihr Lüftungsverhalten aber beibehalten, könnte sich die Luftfeuchte im Innern des Gebäudes erhöhen, die sich wiederum an kalten Bauteilen, etwa hinter Möbeln oder Vorhängen, niederschlägt.” Dann kommt es wieder zum Effekt der  Kondensierung und damit zur Schimmelgefahr. Dann sei nur durch kräftiges Lüften oder Lüftungsanlagen ein angenehmes Raumklima erreichbar.

Was die Auswahl an geeignetem Dämmmaterial anbetrifft, so gibt es keine grundlegenden Empfehlungen oder Warnungen, die Auswahl am Markt ist sehr vielfältig. Mineral-, Glas- oder Steinwolle sind als Dämmstoff ebenso geeignet wie die natürlichen Materialien Schafwolle, Holz- oder Pflanzenfasern. Erdberührte Hausteile wie der Keller, der sogenannte Perimeterbereich, benötigen spezielle Dämmplatten. Sie müssen druckstabil sein und dürfen niemals der Verrottung anheim fallen.

Für jedes Bauteil die richtige Dämmung
Fertighausanbieter liefern entsprechend der geforderten Energiewerte bereits gedämmte Bauteile. Doch egal welcher Dämmstoff oder Anbieter letztlich gewählt wird: Laut Bauberater Andreas Garscha sollten sich Bauherren stets darüber im Klaren sein, dass alle Bauteile eines Hauses gedämmt werden müssen, die für den Wärmeverlust verantwortlich sein können. „Denn Bauen ist“, so Garscha, „sehr viel komplexer geworden, als nur Stein auf Stein“.

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