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Holz: Baustoff mit Zukunft

12.07.2016

Ein Glasband und große Fensterformate trennen die Wände vom komplett holzverschalten Satteldach. Innen ist Holz das maßgebliche Ausbaumaterial, das für eine gemütliche Wohnatmosphäre sorgt. Architekten Byggfenomen

Ein Glasband und große Fensterformate trennen die Wände vom komplett holzverschalten Satteldach. Innen ist Holz das maßgebliche Ausbaumaterial, das für eine gemütliche Wohnatmosphäre sorgt. Architekten Byggfenomen

Zum bereits dritten Mal informierten Experten bei den „fermacell Holzbautagen“ über die neuesten Trends und Entwicklungen im Holzbau. Standen im Jahr 2013 neben dem Brand- und Schallschutz noch der mehrgeschossige Holzbau sowie Aufstockungen in Holzbauweise aufgrund städtischer Nachverdichtung im Fokus, traten 2015 die Themen Nachhaltigkeit, Dauerhaftigkeit und hybrides Bauen in den Mittelpunkt.

Unter hybridem Bauen versteht man eine Mischbauweise, die sich gezielt der Vorteile von Massiv- und Holzbaustoffen bedient. Sie hat sich neben der reinen Holzbauweise in den letzten Jahren zunehmend etabliert. Tom Kaden, vom Berliner Büro Kaden und Lager, stellte mehrere überzeugende, bereits realisierte Projekte vor und machte deutlich, dass die Holzbaukomponenten für ihn als Planer durch ihre raumsparenden, nachhaltigen und hoch energieeffizienten Eigenschaften überzeugen. Die Anforderungen an den vorbeugenden Brandschutz, sagte Dipl.-Ing. Leon Wenning von der Fermacell GmbH, könnten sämtlich durch konstruktive Maßnahmen gelöst werden.

Nachwachsend, gesund und ökologisch

Dabei ist der natürliche Baustoff absolut nachhaltig, umwelt- und gesundheitsverträglich. Schon während ihres Wachstums nehmen Bäume CO2 auf – und zwar weit mehr als bei der Verarbeitung des Baustoffs freigesetzt wird. Neben der Kohlendioxidbindung kommen Holz als Baustoff weitere positive Eigenschaften, wie ein guter Wärmeschutz und die feuchtigkeitsregulierende Wirkung, zugute. Stammt der nachwachsende Rohstoff außerdem aus verantwortungsbewusster, regionaler Forstwirtschaft, verfügt er über eine besonders gute Ökobilanz.

Im Jahr 2015 wurden in Deutschland allein 17.900 Ein- und Zweifamilienhäuser in Fertigbauweise errichtet. Diese „individuell an die Wünsche und den Bedarf des Bauherren angepassten“ modernen Holz-Fertigbauten werden, so Dirk-Uwe Klaas, Hauptgeschäftsführer des Bundesverband Deutscher Fertigbau (BDF) „bis ins kleinste Detail geplant und besonders energieeffizient umgesetzt.“ Mit Putz-, Klinker- und Glasfassade sieht man ihnen von außen nicht immer den hohen Holzanteil an. Bei Mitgliedern des BDFs stammt das Holz auschließlich aus nachhaltiger Forstwirtschaft.

Auf einem von Kiefern und Laubbäumen umgebenen Grundstück im Musikerviertel in Kleinmachnow steht dieses Einfamilienhaus in Holzständerbauweise. Mit der schlicht klassischen Form passt es sich der Nachbarbebauung der 1920er und 30er-Jahre an. www.krausevonmatuschka-architekten.de

Auf einem von Kiefern und Laubbäumen umgebenen Grundstück im Musikerviertel in Kleinmachnow steht dieses Einfamilienhaus in Holzständerbauweise. Mit der schlicht klassischen Form passt es sich der Nachbarbebauung der 1920er und 30er-Jahre an. www.krausevonmatuschka-architekten.de

Doch damit nicht genug: Die Satzung der Qualitätsgemeinschaft Deutscher Fertigbau (QDF) gibt den Fertighausherstellern vielfältige, hohe Qualitätsansprüche vor und prüft deren Einhaltung. Sie verpflichtet die BDF-Mitglieder unter anderem zur Einhaltung weiterer Nachhaltigkeitskriterien. „Nachhaltiges Bauen bedeutet für uns, dass ein Gebäude eine angemessene technische und funktionale Qualität zu bieten hat, welche mit einem hohen Komfort- und Sicherheitsniveau einhergeht“, erläutert Dirk-Uwe Klaas. „Darüber hin-aus muss die bauliche Lösung sowohl umwelt- und gesundheitsverträglich als auch wertstabil gestaltet werden.“

Transparente Qualitätsstandards und -kontrollen

Florian Becker vom Bauherren-Schutzbund (BSB) bestätigt den Einfluss der freiwilligen Selbstverpflichtung durch den QDF, der seine Satzung kürzlich erweitert hat: „Weil in der Vergangenheit die QDF wichtige Impulse für die Erhöhung der Bauqualität in der gesamten Fertighausbranche gesetzt hat, verknüpfen wir mit der neuen Satzung wieder große Erwartungen.“

Auch der „Deutsche Holzfertigbau-Verband e.V.“ setzt auf geprüfte, nachvollziehbare Qualitätsstandards: Geschulte Qualitäts-Koordinatoren, die sich mit den eingesetzten Baumaterialien und ihren Wechselwirkungen zueinander bestens auskennen, sind hier seit Juni letzten Jahres für den baulichen Gesundheitsschutz zuständig.

Im Bereich Energieeffizienz können moderne Holzfertighäuser schon lange  punkten: Den seit dem 1. April 2016 strengeren Förderstandards als Folge der verschärften Energieeinsparverordnung entsprachen mit Effizienzhausstandard 55 und besser schon im vergangenen Jahr mehr als die Hälfte der genehmigten Holzfertighäuser.

Bildergalerie

In Kindergärten und Schulen spielt eine gesunde Bauweise eine besonders große Rolle. 2012 wurde in Heidelberg diese ökologische Kindertagesstätte in Passivbauweise errichtet. www.lehner-haus.de
Alt und Neu kommen hier gekonnt zusammen: Ein früheres Siedlungshäuschen wird heute durch einen modernen Flachdachanbau in Holzfertigbauweise ergänzt. So konnte das großelterliche Haus erhalten und der für die fünfköpfige Familie notwendige Raum geschaffen werden. www.sonnleitner.de
Am Rande von Marburg hat Fingerhaus ein kleines Baugebiet erworben und realisierte hier für verschiedene Bauleute zentrumsnahe Familiendomizile im Grünen. www.fingerhaus.de
Foto: Wohnanlage Alberschwende Hof, Hein Architekten, Bregenz, Ausführung: oa.sys baut gmbh


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