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Massive Baustoffe

06.08.2018

Stein ist nicht gleich Stein. Wer sich für ein Massivhaus entscheidet, kann ganz unterschiedliche Baustoffe wählen. Welche das sind und welche Eigenschaften und Einsatzoptionen die verschiedenen Materialien bieten, erfahren Sie hier.

Foto: KS Original

Foto: KS Original

Ziegel und Klinker sind klassische massive Baustoffe

Einheimische Rohstoffe wie Ton und Lehm werden bei circa 1 000 Grad in Formen gebrannt – der Ziegel wird fest und witterungsbeständig. Je nach Einsatzbereich mischt man für eine höhere Rohdichte und bessere Schalldämmwerte Zusätze bei. Ob naturrot oder engobiert, Ziegel bleiben diffusionsoffen, sind wärme- und UV-beständig. Zudem haben sie feuchte- regulierende Eigenschaften und sorgen so für ein ausgeglichenes, wohngesundes Innenraumklima. Bei Mauerziegeln werden durch Porosierung oder spezielle Dämmkerne aus Perlit und Mineralwolle zudem die Wärmedämmeigenschaften optimiert, so dass auf eine zusätzliche Dämmschicht verzichtet werden kann. Klinker sind frostbeständig und eignen sich daher z.B. als Fassadenmaterial.

Klinker ist einer der verschiedenen massiven Baustoffe. Foto: Wienerberger

Foto: Wienerberger

Material: Ziegel bestehen aus natürlichen Rohstoffen wie Ton und Lehm; je nach gewünschtem Endprodukt werden Zusätze beigemischt
Herstellung: In Formen gegossen, wird das Gemisch bei 1  000 Grad gebrannt
Anwendung: Innen- und Außenwände,Verblendmauerwerk, DacheindeckunTolle Massivhäuser

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Kalksandstein

Als Naturstein kommt Kalksandstein in Deutschland nur selten vor und wird daher künstlich hergestellt. Mit einem Verhältnis von 1:12 werden Kalk und Sand unter Zugabe von Wasser gemischt. Das Bindemittel Kalkhydrat, das aus Branntkalk entsteht, sowie der zur Herstellung genutzte Dampfdruck geben dem Stein seine Festigkeit. Das entstandene, sehr druckfeste und tragfähige Material kann für Außen- und Innenwände wie auch für dünne Trennwände genutzt werden. Da Kalksandstein eine relativ hohe Wärmeleitfähigkeit hat, werden Außenwände in der Regel mit Wärmedämmverbundsystem oder Verblendmauerwerk und Dämmung kombiniert, damit die Wärme nicht verloren geht. Seine hohe Rohdichte sorgt für eine gute Schalldämmeigenschaft. Zudem kann Kalksandstein Raumwärme und -feuchtigkeit aufnehmen, bei kühleren Temperaturen wieder abgeben und so ein angenehmes Raumklima fördern.

Foto: KS Original

Foto: KS Original

Material: Kalkksandstein wird aus Sand, Kalk und Wasser bzw. Bindemittel Kalkhydrat hergestellt
Herstellung: Das Gemisch wird zu Steinen gepresst und bei 160 bis 220°C unter Dampfdruck gehärtet
Anwendung: Innen- und Außenwände, auch schmale Trennwände möglich

Beton

Beton ist eines der ältesten Baumaterialien. Je nach Mischungsverhältnis und Art der Zuschlagstoffe kann er sehr schwer und belastbar sein – z.B. bei sehr schlanken, hohen und gleichzeitig stabilen Wandelementen – oder sehr leicht und wärmedämmend und so für ein gutes Raumklima sorgen. Dabei ist Beton, da er sich in beliebige Formen gießen lässt, der gestalterisch flexibelste Massivbaustoff. Außer als Frischbeton kann er auch als Fertig- oder Halbfertigteil auf der Baustelle verarbeitet werden. In der Regel hat Beton gute brandschutztechnische und schalldämmende Eigenschaften, ist wasserundurchlässig und frostbeständig. Bewehrungen aus Stahl verleihen ihm hohe Biege- und Zugfestigkeit, sodass auch Decken aus ihm gefertigt werden. 

Foto: Udo Geisler für Philipp Architekten

Foto: Udo Geisler für Philipp Architekten

Material: Beton wird aus Zement, Wasser und Zuschlagstoffen wie Kies und Sand hergestellt
Herstellung: Die breiartige Betonmasse wird in Schalungen gegossen; durch die chemische Reaktion von Zement und Wasser härtet sie aus
Anwendung: Wand- und Deckenelemente, Treppen, Keller

Poren- Beton

Bis zu 80 Prozent besteht Porenbeton, der oft auch Gasbeton genannt wird, aus Luft. Die Luftbläschen in dem dampfgehärteten Baustoff entstehen durch Zugabe von Aluminium. Sie machen das massive Baumaterial sehr leicht. Darüber hinaus sorgen sie für hervorragenden Schallschutz, beste Wärmedämmfähigkeit und somit für ein angenehmes Raumklima. Porenbeton ist nicht brennbar, kann maßgenau verarbeitet werden und ist trotz geringem Gewicht sehr druckfest. Welchem Druck ein Mauerwerk aus dem hochporösen, mineralischen Massivbaustoff ausgesetzt werden darf, geben verschiedene Festigkeitsklassen an. Neben Plansteinen und Wandtafeln gibt es auch Decken- und Dachplatten aus Porenbeton, die mit Bewehrung ausgeführt werden.

Foto: Xella Yton

Foto: Xella Yton

Material: Porenbeton besteht aus Sand, Kalk und Zement plus Aluminiumpulver als Treibmittel
Herstellung: Durch Aufblähen wird die Rohmasse porosiert und mit Dampf gehärtet
Anwendung: Plansteine, Wand-, Decken- und Dachplatten als Fertigbauteile 

(aus der Zeitschrift bauen. 8/9-2018)