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Mit guter Dämmung sparen

05.10.2018

Ein Haus mit optimaler Dämmung gewährleistet dauerhaft, dass man mit einem Minimum an Heizenergie auskommt. Das ist umweltschonend und wirtschaftlich: Denn die günstigste Energie ist die, die man gar nicht erst erzeugen muss. So lässt sich der Wärmebedarf im Extremfall sogar auf Null herunterfahren.

Der nachwachsende Baustoff Holz eignet sich sehr gut als Dämmstoff: Die Firma Baufritz z.B. dämmt ihre wohngesunden Häuser mit dem selbst entwickelten, weltweit ersten „cradle-to-cradle-Gold“-zertifizierten Naturdämmstoff „Hoiz“, der aus Holzspänen besteht. Foto: Baufritz

Wer bislang in einem Altbau gewohnt hat kennt das Problem: Im Winter sitzt man ungern in der Nähe von Fenstern und schließt die Zimmertüren, um Zugluft zu vermeiden. Die Luft wird zwar warm, aber vor allem Außenwände scheinen kalt abzustrahlen und bei jedem Griff zum Heizungsthermostat versucht man, den Gedanken an die Heizungsabrechnung im Frühling so lange wie möglich zu verdrängen. All das soll im neuen Haus natürlich anders werden. Beste Grundlage für ein komfortables, gesundes und gleichzeitig umweltschonendes neues Zuhause ist eine rundum gut gedämmte und dichte Haushülle. Denn gute Dämmung sorgt dafür, dass die einmal erzeugte Wärme im Haus bleibt. Dank guter Abdichtung des Gebäudes geht keine Wärme mehr über undichte Stellen, wie Ritzen und Fugen verloren; sogenannte Lüftungswärmeverluste, sind also nicht mehr zu befürchten. Außerdem sorgt eine gute Dämmung dafür, dass Transmissionswärmeverluste minimiert werden. So bezeichnet man die Menge an Wärme, die über die Bauteile der Haushülle nach außen abgegeben wird. Im Neubau mit guter Dämmung sind dann auch die Innenseiten der Außenwände angenehm warm.

Empirisch bewiesen: Dämmung funktioniert

Dass dies gut funktioniert, zeigt die Steigerung der Energieeffizienz von Gebäuden seit der Einführung der ersten Wärmedämmvorschriften in Deutschland infolge Ölkrise: 1977 trat die erste Wärmeschutzverordnung in Kraft, deren Ziel es bereits war, den Energieverbrauch von Gebäuden durch bauliche Maßnahmen zu reduzieren. So verbrauchte ein durchschnittlicher Altbau vorher bis zu 240 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr für die Heizung. Heute benötigt ein durchschnittlicher Neubau nur noch rund 70 kWh/m2a. Das ist weniger als ein Drittel an Heiz
energie. Wer seine Gebäudehülle weiter optimiert, kann sogar den sogenannten Passivhausstandard erreichen. Ein Haus dieses Standards ist so gut gedämmt und so dicht, dass es gar keine richtige Heizung mehr braucht: die Abwärme von Bewohnern, Hausgeräten und Beleuchtung reicht aus, um den Heizenergiebedarf des Hauses von nur 15 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr zu decken. Die Reduzierung von Heizenergiebedarf durch Dämmung ist also keine Theorie, sondern wurde bereits tausendfach in gebaute Realität umgesetzt.

Kunststoffschäume können in verschiedenen Formen zur Dämmung genutzt werden. Foto: Fpx Dämmung

Kunststoffschäume können als Hartschaumplatten, Ortschaum, Granulat oder Einblasdämmstoffe bei der gesamten Haushülle eingesetzt werden. Foto: FPX Dämmstoffe

EnEV lässt Bauherren Spielraum

Ein Passivhaus mit maximaler Dämmung ist natürlich immer noch die Ausnahme. Doch jeder Bauherr muss sich künftig genau überlegen, wie er die Energieeffizienz seines neuen Hauses verbessern will. So gilt seit 2016 die neue Energieeinsparverordnung (EnEV). Diese  fordert, dass neu gebaute Einfamilienhäuser im Vergleich zu seither geltenden Standards eine um 25 Prozent bessere Gesamtenergieeffizienz aufweisen müssen, um eine Baugenehmigung zu erhalten. Die Dämmung der Gebäudehülle ist eine effektive Stellschraube, um diese Werte zu erreichen.

Was Bauherren immer wieder irritiert ist, dass es keine absoluten Dämmwerte gibt, die eingehalten werden müssen. Das liegt unter anderem an der Komplexität der Berechnung von Effizienzhausstandards nach der Energieeinsparverordnung: Sie lässt es Bauherren weitgehend offen, auf welchem Weg sie die erforderlichen CO2-Einsparungen erreicht – durch einen geringeren Energiebedarf, aufgrund einer besseren Dämmung und Abdichtung, oder aber beispielsweise durch eine möglichst umweltfreundliche Haustechnik. Denn zur Bewertung der energetischen Qualität eines Gebäudes wird der sogenannte Primärenergiebedarf herangezogen. Der maximal zulässige Primärenergiebedarf wird für jedes Gebäude separat anhand eines sogenannten Referenzgebäudes berechnet. Um eine Baugenehmigung zu erlangen, darf Ihr Neubau diesen Maximalwert nicht überschreiten. Doch an welchem Faktor Sie nun „drehen“ um ihn zu erreichen, ist im Prinzip Ihnen überlassen: Man kann sich also dafür entscheiden, eine sehr umweltfreundliche Heizung zu installieren oder durch Dämmung den Energiebedarf von vorneherein so stark zu reduzieren, dass gar nicht mehr aufwendig Energie erzeugt werden muss.

Dämmen mit mineralischen Dämmstoffen. Foto: Knauf

Mineralische Dämmstoffe kommen sowohl beim Holzfertigbau auch auch bei Wärmedämmverbundsystmen zum Einsatz. Foto: Knauf

Richtige Dämmung ist wartungsarm

Bauherren, die eher auf eine unkomplizierte Art vom Klimaschutz setzen, werden also eher mehr in die Dämmung der Haushülle investieren. Im Gegensatz zu haustechnischen Anlagen, die konstant gewartet und repariert werden müssen und trotzdem immer Energie verbrauchen, um das Haus warm zu halten, ist eine korrekt eingebaute Dämmung und Dichtung eines Hauses sehr wartungsarm und langlebig. Wichtig ist dabei, dass alle beheizten Räume des Hauses rundum gedämmt werden und Schwachpunkte, sogenannte Wärmebrücken, vermieden werden. Auch muss für die jeweilige Dämmaufgabe ein geeigneter Dämmstoff gewählt werden.

Nicht vergessen werden darf im hoch gedämmten und dichten Haus ein kontrollierter Luftwechsel: Verbrauchte und feuchte Luft muss hier regelmäßig entweder über Fenster oder eine automatische Wohnungslüftungsanlage – vorzugsweise mit Wärmerückgewinnung – gegen frische ausgetauscht werden. So kann bei minimalen Energieverlusten ein Maximum an Wohnkomfort garaniert werden. Und das mit gutem Gewissen und ohne Furcht vor der nächsten Energierechnung.

(aus der Zeitschrift EffizienzHäuser 8/9-2018)

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