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Natürliche Baustoffe

20.09.2012

Die Natur bietet uns eine breite Palette an natürlichen Baustoffen an, die sich optimal für das Bauen eignen: Holz, Natursteine, keramische Baustoffe, Pflanzen, Glas und tierische Produkte wie Schafswolle können zu ganz unterschiedlichen Zwecken eingesetzt werden. Ob pur oder bearbeitet, sie sind vielseitig verwendbar und schonen dabei auch die Umwelt, weil diese Baumaterialien wenige Energie zur Herstellung benötigen, häufig recycelbar oder gar kompostierbar sind.

Neben den ökologischen, gibt es auch ökonomische Argumente, die für natürliche Baustoffe sprechen: Durch das gestiegene Interesse an ihnen lohnt es sich auch die Verarbeitbarkeit dieser Baustoffe weiterzuentwickeln. So kann beispielsweise heute Lehm- ähnlich wie Gipsputz mit der Maschine aufgetragen werden. Und so sind auch die Kosten gesunken.

Das wachsende Interesse an natürlichen Baustoffen ist auch darauf zurückzuführen, dass wir uns heute fast ausschließlich in Gebäuden aufhalten. Dass das für uns kein Idealzustand ist, zeigt sich auch an der steigenden Zahl gesundheitlicher Probleme. So hat nach Angaben des
Verbands Privater Bauherren (VPB)
jeder vierte Deutsche ein geschädigtes Immun-, Nerven- oder Hormonsystem. Jeder dritte werde von Allergien geplagt.

Foto: FotoliaBelastendes im Hausinneren
Experten können mittlerweile 8 000 chemische Verbindungen im Hausinneren finden, die für den Menschen belastend sein können. Dazu kommen noch Stäube, Gerüche, Schimmelpilze und Bakterien – alles in allem ein nicht unbedenklicher Mix. Der VPB empfiehlt deshalb einen Arzt zu konsultieren, um eventuelle Allergien und Empfindlichkeiten schon vor Baubeginn zu kennen. Erst dann sollte der Weg zu einem Architekten führen. Denn nur so können Sie sicherstellen, keine unverträglichen Materialien in Ihre eigenen vier Wänden verbaut zu haben.

Eine solche Überprüfung aller Familienmitglieder macht auch deshalb Sinn, weil per se nicht ausgeschlossen werden kann, dass jemand auf Naturbaustoffe empfindlich reagiert. Sind Unverträglichkeiten ausgeschlossen worden, steht der Gestaltung mit Naturbaustoffen nichts mehr im Weg. Für das Wohlbefinden im selbstgewählten Lebensraum wirken sie sich positiv aus. Und sei es, weil wir uns der Natur wieder näher fühlen.

Foto: Rensch HausTragende Konstruktionen wie Wand und Dach
Stark wie ein Baum – das ist nicht nur eine Floskel. Denn Holz besitzt trotz geringem Eigengewicht eine sehr hohe Tragfestigkeit. Voraussetzung dafür ist jedoch das fachgerechte Verbauen. Die Tragwerkskonstruktion von Dächern wird beim Hausbau fast immer aus Holz errichtet.

Aber auch für stabile Außenwände eignet sich das nachwachsende Material sehr gut: Ob als Blockhauswand, in Form von Holzrahmen- oder Holzskelettbau sind verschiedene Konstruktionsformen möglich. Durch den zumeist mehrschichtigen Aufbau der
Wände werden technische und physikalische Anforderungen
der Standsicherheit, des Wärme- und Feuchteschutzes, des
Schall- und Brandschutzes und des baulichen
Holzschutzes optimal erfüllt.

Foto: Bau-FritzDämmmaterial
Holz als Dämmmaterial schafft ein warmes und behagliches Klima im Haus. Zu diesem Zweck wird es unterschiedlich aufgearbeitet: als Holzfaserdämmplatte, Holzwolle-Leichtbauplatten oder auch als Holzspäne- und lose Holzfaserdämmung. In der Regel werden hierfür Nadelhölzer, wie die heimische Fichte verarbeitet. Als Dämmmaterial kommt Holz in besonderem Maße zugute, dass die Zellstruktur des nachwachsenden Rohstoffes porös ist. So kann das Holz zwar Wärme gut speichern, leitet sie aber nur schlecht weiter.

 

Gleichzeitig ist auf die Weise ein guter sommerlicher Wärmeschutz im Haus integriert. Denn die Hitze bleibt in den Wänden und geht nicht auf die Raumluft im Gebäude über. Somit eignet sich Holz zur Dämmung doppelt gut und schafft ein besonders gutes Klima im Haus.

Foto: Weber HausFassade
Holz in der Fassade wirkt auf die meisten Menschen warm, freundlich und einladend. Dabei gibt es verschiedene Optionen wie der Baustoff angebracht werden kann: ob horizontal, vertikal, mit Holzplatten, Schindeln oder als überlappende Stülpschalung – es sind viele Gestaltungsmöglichkeiten denkbar. Bei dieser Fassade ist es wichtig darauf zu achten, dass das Holz vor Witterungseinflüssen geschützt wird. Dafür gibt es zwei Optionen: einen konstruktiven Schutz, der beispielweise durch einen ausreichenden Dachüberstand oder Tropfkanten erreicht wird oder durch einen chemischen Holzschutz. Bei dieser Form wird das Holz
durch das Aufbringen von Anstrichen vor Verfall gesichert.
Da Holz nach einer gewissen Zeit ergraut oder verblasst
können sich Hausbesitzer überlegen, ob sie das
Holz farbig streichen oder eine Lasur
aufbringen möchten.