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Wärmeschutz fürs Haus

14.07.2015

Mineralwolledämmung gibt es je nach Einsatzbereich in unterschiedlichen Ausführungen. (Fachverband Mineralwolleindustrie)Circa ein Viertel der Endenergie, die wir in Deutschland verbrauchen, geht für das Beheizen von Räumen drauf. Angesichts von Klimawandel und der ­notwendigen CO2-Reduktion steckt hier viel Potenzial zum Sparen. Das heißt aber nicht, dass wir im Winter bibbernd im dicken Mantel in unse­ren Häusern sitzen müssen. Den ­dicken Mantel bekommt stattdessen das Gebäude verpasst. Es wird in Dämmung eingehüllt.

Wie dick die Dämmung mindestens sein muss, wird seit 2002 durch die Energieeinsparverordnung (EnEV) bestimmt. Sie legt fest, wie hoch der Jahres-Primärenergie­bedarf eines Gebäudes sein darf. ­Dabei bleiben die Anforderungen von 2002 nicht gleich, sondern werden sukzessive verschärft, das letzte Mal mit der EnEV 2014.

Wichtig sind die spezifischen Transmissionswärmeverluste durch die Gebäudehülle. Ausschlaggebender Kennwert hierfür ist der Wärmedurchgangs­koeffizient U. Er fließt in die Berechnung ­des Jahres-­Primärenergiebedarfs eines Gebäudes ein. Dieser darf den rechnerisch ermittelten, maximal zulässigen Referenzwert nicht überschreiten. Dabei gibt der U-Wert an, wie viel Energie bei ­einem Temperaturgefälle von einem Grad Kelvin durch einen Quadratmeter eines Bauteils (beispielsweise einer Außenwand, das Dach oder ein Fenster) entweicht. Je kleiner der Wert, desto weniger Wärme geht verloren.

Am besten lassen sich die geforderten U-Werte mit einer effizient gedämmten Gebäudehülle erreichen. Die Fertighaus­industrie nimmt hier schon seit vielen Jahren eine Vorreiterrolle ein. Bei den dort vorherrschenden Holzbauweisen ist die ­Dämmung ein selbstverständ­licher Bestandteil der Wände. Denn während die Holzkonstruktion die tragende Funktion übernimmt, können die Gefache dazwischen ganz nach Belieben ausgefüllt werden. Hier ist also Platz für jede Menge ­Dämmung. Zusätzlich kann eine weitere dicke Schicht außen davorgepackt werden, sodass sich auch hohe Anforderungen spielend erreichen lassen.

Breites Spektrum an ­Dämmstoffen

Es gibt ein breites Repertoire an ­verschiedenen Materialien, deren isolierende Eigenschaften für den Hausbau genutzt werden. Sie lassen sich grob in drei Klassen einteilen: ­mineralisch, synthetisch und nachwachsend. Zur mineralischen ­Fraktion zählen so bekannte Ver­treter wie die Stein- und die Glaswolle, aber auch Mineralschäume und Schüttungen. Zu den Kunststoff-Schäumen gehören Polyurethan und Polystyrol (besser bekannt als Styropor). In der Klasse der nachwachsenden Dämmstoffe werden sowohl pflanzliche als auch tierische Stoffe eingruppiert, wie beispielsweise Holz, Hanf, ­Kokos oder Schafwolle.

Als Maß für die Leistungsfähigkeit ­eines Dämm­stoffs dient die Wärmeleitfähigkeitsgruppe (WLG), die als dreistellige Zahl, zum Beispiel WLG 035, angegeben wird. Dabei gilt: je ­niedriger die WLG, desto besser die Dämmwirkung und desto weniger dick muss die Schicht sein.

Die Dämmung kommt nur dann gut zur Wirkung, wenn das ­Gebäude unbedingt dicht ist. Sonst geht nicht nur wertvolle Wärme durch Fugen und Ritzen verloren. Auf dem Weg nach außen kondensiert ­außerdem Feuchtigkeit im Bauteil und Schimmel kann sich entwickeln.

Wie dicht ein Haus ist, dokumentiert ein sogenannter Blower-Door-Test, bei dem ein Ventilator ­eine Druckdifferenz zwischen Außen- und Innenraum erzeugt. Rechnerisch und per Infrarotkamera können dann Undichtigkeiten ermittelt werden. Damit trotz dichter Hülle die Frischluftzufuhr und ein gutes ­Raumklima gewährleistet ist, sollte das Haus mit einer kontrollierten Be- und Entlüftungsanlage ausgestattet sein.

Ökologische Aspekte bei der Herstellung

Ökologie beginnt beim Energieeinsatz für die Dämmstoffherstellung. Dieser lässt sich jedoch nicht so einfach ermitteln. Denn dabei spielen unterschiedliche Aspekte eine Rolle. Da ist zum Beispiel die Frage, wie viel Energie die Erzeugung des ­Ausgangsmaterials verbraucht. Hier sind die nachwachsenden Kandidaten aus Holz, Hanf, Wolle oder Kork klar im Vorteil. Aber auch der Verarbeitungsaufwand und die Transportwege (Stichwort: Schafwolle aus Neuseeland) dürfen nicht außer Acht ­gelassen werden.

Insgesamt gesehen schneiden bei der ökologischen Bewertung die naturnahen Dämm­stoffe zwar am besten ab. Andererseits sind sie meist am teuersten und sicher nicht in solchen Mengen verfügbar, dass sich die Dämmung sämtlicher Gebäude damit realisieren ließe. Doch egal welches Material zum Einsatz kommt, ein warm ein­gepacktes Haus spart jede Menge Energie. Und das tut dem Geldbeutel und der ­Umwelt gleichermaßen gut.

Fachbetriebe für Ihre Hausdämmung finden Sie hier »»

Weitere Informationsportale für Bauherren

www.der-daemmstoff.de
www.styropor.de
www.xps-waermedaemmung.de
www.daemmt-besser.de
www.holzfaser.net

Eine Aufsparrendämmung hüllt die gesamte Dachfläche wie eine Haube ein. (Bauder)
Bei Fertighäusern lässt sich jede Menge Dämmung in den Gefachen zwischen Holzbalken unterbringen. (Weberhaus)
Mit einer Perimeterdämmmung aus Polyurethan ist der Keller gut vor Wärmeverlusten geschützt. (Industrieverband Polyurethan-Hartschaum)


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