Schicht für Schicht zum optimalen Wandaufbau

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Dieser Wandaufbau schließt nach außen mit einer Klinkerfassade ab. Bild: GUSSEK HAUS

Die Außenwände gehören zu den wichtigsten Bauteilen eines Gebäudes: Wände und Wandaufbau sorgen maßgeblich für die Standsicherheit und Stabilität und bewahren das Hausinnere und die Bewohner vor äußeren Einflüssen. Sie halten Lärm und Witterungseinflüsse ab und schützen vor Feuer. Und sie schaffen ein behagliches Raumklima. Außerdem spielen die Außenwände beim Thema Energieeffizienz eine wichtige Rolle. Wir zeigen, welche Arten von Wandaufbau es gibt. Und welche Bestandteile und Vorteile die Wände beim Massivbau sowie bei der Holzbauweise haben.

Wie ist der Wandaufbau einer Außenwand?

Eine Außenwand grenzt den inneren Wohnraum eines Hauses gegen die äußere Umgebung und deren Einflüsse ab. Dazu gehört der Schutz vor Kälte und Hitze, vor Wind und Zugerscheinungen, Lärm und Feuer. Außenwände tragen mit ihrem Wandaufbau außerdem zum Feuchtigkeits- und Temperaturausgleich in den Wohnräumen bei.

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen tragenden und nichttragenden Wänden. Beim Einfamilienhaus sind die Außenwände in aller Regel tragende Wände. Sie sind damit Teil des stabilen Tragwerks eines Hauses und für dessen Statik notwendig. Baustoffe für tragende Wände müssen daher eine bestimmte Stabilität aufweisen. Baustatiker prüfen und berechnen ihre Eigenschaften und Dimensionen detailiert. So hat das Haus die gewünschte Standfestigkeit.

Für den Schutz vor Witterungseinflüssen wie Regen, Frost, Wind und Sonne erhält die tragende Konstruktion samt Dämmung auf der Außenseite eine Fassade. Diese kann aus verschiedenen Materialien bestehen, wie z. B. Putz, Klinker oder Holz. Die Fassadenmaterialien erfüllen beim Wandaufbau die Funktion, den äußeren Beanspruchungen so lange wie möglich standzuhalten.

Für die Innenseite einer Außenwand gilt hingegen, dass sie optisch die Wohnlichkeit des Innenraumes perfektioniert und ihre Materialeigenschaften ein angenehmes Raumklima unterstützen. Wählen Sie hier Baustoffe, die wenig Schadstoffe an den Wohnraum abgeben.

Was hat der Wandaufbau mit dem Energieverbrauch zu tun?

Eine Außenwand hat einen grauen Energiewert. Graue Energie nennt man die Energiemenge, die Baustoffe bei der Herstellung und für den Transport brauchen. Je nachdem, woher der Baustoff für den Wandaufbau stammt und wieviel (vor allem fossile) Energie für dessen Herstellung nötig ist, gestaltet sich die Höhe dieses Wertes. Je weniger graue Energie in einem Bauteil steckt, desto besser ist seine Klima- und CO2-Bilanz. In diese fließt auch die Langlebigkeit und der Wartungsaufwand einer Außenwand ein.

Der Wandaufbau der Außenwände beeinflusst den Heiz- und Kühlenergiebedarf eines Hauses. Eine Dämmung ist aus mehreren Gründen notwendig: Im Winter geht über die Außenwand keine Heizenergie verloren und im Sommer gelangt wenig Hitze ins Innere. Dies ist in Deutschland gesetzlich vorgeschrieben. Die Dicke der Dämmschicht hängt vom jeweiligen Wandaufbau und der Art des Dämmmaterials ab. Sie sollten sie auf der Außenseite der tragenden Wand anbringen.

Welche Rolle spielt der U-Wert beim Wandaufbau?

Die Dämm-Qualität der Außenwand drückt sich im Wärmedurchgangskoeffizienten, dem sogenannten U-Wert aus. Er beschreibt, wie viel Wärmeenergie in einem bestimmten Zeitraum durch ein Bauteil gelangt. Je kleiner der U-Wert eines Bauteils ist, desto besser sind seine Wärmedämmeigenschaften. Für die Berechnung des U-Wertes berücksichtigt man alle Schichten beim Wandaufbau.

Die Energieeinsparverordnung (EnEV) wird im Herbst 2020 voraussichtlich vom Gebäude-Energie-Gesetz (GEG) abgelöst. Letztere macht keine klaren Mindestvorgaben für den U-Wert einer Außenwand beim Neubau eines Wohnhauses. Der maximal zulässige Primärenergiebedarf ist entscheidend wenn es darum geht, ob ein Neubau den gesetzlichen Energiesparvorgaben entspricht. Durch eine sehr gut gedämmte Haushülle und moderne Haustechnik kann man den Primärenergiebedarf deutlich senken. So gelangt man in den Genuss der großzügigen KfW-Förderprogramme für energieeffizientes Bauen. Hier können bestimmte Mindest-U-Werte für die Außenwand vorgeschrieben sein. Der Referenzwert für den Wandaufbau eines förderfähigen KfW Effizienzhauses 55 liegt bei 0,20 W/m2K.

Wie wirkt sich die Dämmung auf den Wandaufbau aus?

Durch eine entsprechende Wärmedämmschicht kann jede Außenwandkonstruktion einen sehr guten U-Wert erreichen. Für die Dämmung einer Außenwand verwendet man Dämmplatten oder -matten z.B. aus Mineralwolle, Holzfasern, Zellulose oder Kork. Je nachdem, welchen U-Wert man für die Außenwand anstrebt und welche Materialien man verwendet, ergeben sich für den Wandaufbau unterschiedliche Wanddicken.

Um die energetische Güte eines Hauses zu beurteilen, ist nicht nur der U-Wert des Wandaufbaus entscheidend: Alle Bauteile müssen gut gedämmt sein. Dazu gehören Dach, Keller oder Bodenplatte, Fenster und Türen. Außerdem muss die Haushülle eines nach geltenden Gesetzen neu gebauten Hauses insgesamt nach Möglichkeit wind- und luftdicht sein.

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Zum Wandaufbau gehört auch eine Dämmschicht. Hier kommen verschiedene Materialien in Frage. Bild: GUSSEK HAUS

Warum muss eine Außenwand luftdicht sein?

Neben der guten Wärmedämmung müssen Außenwände zusammen mit allen anderen Außenbauteilen des Hauses eine luftdichte Hülle ergeben. Denn nicht nur durch Wärmeleitung kann Energie verloren gehen, sondern auch durch den unkontrollierten Luftaustausch zwischen innen und außen über Spalten oder Ritzen. Deswegen ist die Luftdichtigkeit von Neubauten gesetzlich vorgeschrieben. Neben unnötigen Wärmeverlusten können undichte Stellen im Wandaufbau zu Zugerscheinungen im Haus sowie zu feuchtebedingten Bauschäden führen.

Sie können die Luftdichtheit eines Gebäudes nach seiner Fertigstellung mithilfe eines sogenannten Blower-Door-Tests überprüfen. Wer ihn durchführen lässt, profitiert bei der Berechnung des Primärenergiebedarfs seines Hauses von günstigeren Werten. Das ist wichtig, wenn man eine KfW-Förderung für besondere Energieeffizienz seines Neubaus anstrebt. Achten Sie deshalb beim Studium der Bauleistungsbeschreibung des jeweiligen Hausbauunternehmens darauf, ob der Blower-Door-Test inkludiert ist.

Was ist ein diffusionsoffener Wandaufbau?

Die Luft im Inneren eines Hauses und die Luft außerhalb eines Gebäudes hat jeweils einen bestimmten Feuchtegehalt. Außen hängt dieser von den herrschenden Witterungsverhältnissen ab. Im Inneren kommt es darauf an, ob die Bewohner z.B. gerade kochen oder duschen. Entsprechend der relativen Luftfeuchte gestaltet sich auch der Dampfdruck innen und außen. Wie bei der Temperatur, drängt die Natur hier nach einem Ausgleich: Ist der Dampfdruck auf einer Seite des Bauteils höher, ergibt sich ein sogenanntes Dampfdruckgefälle und der Dampf strebt auf die druckärmere Seite des Bauteils.

Die feuchte Luft aus dem Inneren wird dabei nicht bis nach außen abgeleitet. Sie wird in der Regel in den inneren Materialschichten der Wand gespeichert. Von dort wird sie an den Innenraum zurückgegeben, wenn dessen Luftfeuchtigkeit gesunken ist.

Bei vielen Hausherstellern findet man einen sogenannten diffusionsoffenen Wandaufbau, der dem Dampfdruck wenig Widerstand entgegensetzt. Diese Wände bestehen aus Baustoffen, die die Feuchtigkeit des Wasserdampfes besonders gut aufnehmen und zwischenspeichern können. Dazu gehören z.B. Kalk- und Lehmputz, aber auch Holz und viele Holzwerkstoffe sowie Ziegel. Bei einem diffusionsoffenen Wandaufbau gilt: Für eine hygienische und schimmelfreie Wohnumgebung und zur Verhinderung von feuchtebedingten Bauschäden muss das Haus regelmäßig über Fenster oder eine mechanische Lüftungsanlage gelüftet werden.

Was versteht man unter Wärmespeicherfähigkeit?

Die Wärmespeicherfähigkeit von Bauteilen beeinflusst den Heizwärme- und Kühlbedarf eines Gebäudes. Alle Baustoffe können so lange Wärme aus der Umgebung aufnehmen, bis ein Temperaturausgleich hergestellt ist. Dabei gilt: je höher die Masse eines Materials, desto mehr Wärme kann es aufnehmen und speichern. Ein Beispiel: Erhitzt sich die Luft eines Raumes durch einfallende Sonne, können die Wände (sowie Böden und Decken) Wärme aus der Luft aufnehmen. Das geschieht so lange bis die Bauteile und die Luft dieselbe Temperatur haben. Kühlt die Luft z.B. nachts ab, geben die Bauteile ihre gespeicherte Wärme wieder an sie ab. So tragen wärmespeichernde Materialien zu einem ausgeglichenen Wohnklima bei.

Wie sorgen Außenwände für Brandschutz?

Welche Brandschutzanforderungen für ein Haus gelten, steht in der für das Bauvorhaben geltenden Landesbauordnung. Im Allgemeinen werden an freistehende Wohnhäuser mit nur einer Wohneinheit und maximal zwei Geschossen nur sehr geringe Anforderungen an den Wandaufbau gestellt. Die Musterbauordnung schreibt hier ausschließlich vor, dass Oberflächen von Außenwänden, Außenwandbekleidungen und Dämmstoffe in Außenwänden mindestens der Baustoffklasse B2 (normal entflammbare Baustoffe) entsprechen müssen.

Im eigenen Interesse ist ein guter Brandschutz aber empfehlenswert. Die Konstruktion der tragenden Außenwände eines Hauses sollte so sein, dass diese kein Feuer fangen. Dazu tragen Oberflächen aus nicht brennbaren Baumaterialien, wie z.B. Putze, Gipsplatten oder Vormauerungen bei. Um auf Nummer Sicher zu gehen, sollten Sie eine hohe Brandschutzklasse wählen. Einen hervorragenden Schutz bieten Wände mit der Feuerwiderstandsklasse F90.

Feuerwiderstandsklassen
– DIN 4102
Bauaufsichtliche BenennungFeuerwiderstandsdauer
F30feuerhemmendbis < 30 Minuten
F60hochfeuerhemmendbis < 60 Minuten
F90feuerbeständigbis < 90 Minuten
F120hochfeuerbeständigbis < 120 Minuten
F180höchstfeuerbeständigbis < 180 Minuten
Beim Wandaufbau ist die Feuerwiderstandsklasse entscheidend.

Wie sorgen Außenwände für Schallschutz?

Lärm ist eines der großen Umweltprobleme unserer Zeit: Denn es wird immer lauter und Lärm kann nachweislich der Gesundheit schaden. Außenwände sollten daher vor Umweltlärm schützen. Je lauter die Umgebung Ihres Neubaus ist, desto wichtiger ist der Schallschutz. Zu einem guten Schallschutz tragen gut gedämmte und dichte Außenwände und ein entsprechender Wandaufbau bei. Zusätzlich kann eine hohe Masse der Außenwand den Schallschutz verbessern. Dies ist auch mit einem mehrschaligen Wandaufbau möglich.

Vorsicht: Der beste Schallschutz einer Außenwandkonstruktion bringt nichts, wenn Fenster und Türen nicht ebenfalls schalltechnisch optimiert sind. Das gilt ebenso wenn die Anschlüsse an andere Bauteile keine perfekte Ausführung aufweisen.

Welche Bauweisen gibt es für die Außenwand?

Außenwände gibt es in unterschiedlichen Bauweisen. Man unterscheidet nach der Art der tragenden d.h. konstruktiven Baustoffe und nach ein- und mehrschaligen Außenwand-Konstruktionen.

Der einschalige Wandaufbau verfügt über eine Wandscheibe. Sie erfüllt die statischen Vorgaben und die Anforderungen an den Wärmeschutz. Dabei muss eine einschalige Wand nicht nur aus einem Material bestehen, sondern kann viele Schichten aufweisen. Kann das konstruktive Außenwandmaterial die nötige Wärmedämmung nicht gewährleisten, ergänzt man den einschaligen Wandaufbau durch eine außenliegende Wärmedämmung plus Fassade. Zum Beispiel in Form von perfekt aufeinander abgestimmten Systemen aus Wärmedämmung und Putz, sogenannten Wärmedämmverbundsystemen.

Von einer zweischaligen Außenwand spricht man, wenn die Außenwand aus zwei separaten, nebeneinander gebauten und lediglich mit Drahtankern miteinander verbundenen Wänden besteht. Das kann z.B. eine tragende Wand aus Holz oder Hochlochziegeln mit einer vorgemauerten Klinkerfassade sein. Die innere Wandschale übernimmt in der Regel die statisch tragende Rolle. Die äußere übernimmt den Schutz vor Wind und Wetter und sollte daher aus robusten Materialien wie z.B. Klinker bestehen. Zwischen den beiden Schalen liegen bei diesem Wandaufbau oft eine Wärmedämm- sowie eine Luftschicht. Mit der zweischaligen Außenwandkonstruktion verbessern Bauherren die Wärmeschutzwerte und den Schallschutz. Doch sie ist teurer als der einschalige Wandaufbau.

Experten-Tipp: Zweischaliger Wandaufbau mit Klinkerfassade

Eine zweischalige Außenwand mit Klinkerfassade ist sehr pflegeleicht. Das Stein auf Stein gemauerte Verblendmauerwerk ist robust gegen mechanische Belastungen und ist deutlich weniger anfällig gegenüber Schmutz und/oder Veralgung. Eine Putzfassade müssen Sie alle acht bis zwölf Jahre reinigen und neu streichen. Im Gegensatz dazu ist die Verblendsteinfassade beim Klinkerhaus nahezu wartungsfrei und unverwüstlich.

Die massive Klinkerfassade ist nicht brennbar und verbessert den Wärmeschutz und vor allem den Schallschutz des Wandaufbaus erheblich. Wer die Klinkeroptik nicht mag, muss auf die Vorteile einer massiven Vormauerung nicht verzichten: diese gibt es auch aus Porenbetonsteinen, die dann verputzt werden.

Beim Fertighaushersteller GUSSEK HAUS ist der zweischalige Wandaufbau mit Verblendsteinen oder Strukturputzfassade auf Porenbetonstein vor der tragenden und gedämmten Holztafel-Außenwand in der Standard-Baubeschreibung enthalten.

Welche Materialen gibt es für die Außenwandkonstruktion?

Für die tragende Konstruktion einer Außenwand kann man mineralische Baustoffe wählen. Dazu gehören Stahlbeton und Mauerwerk aus Ziegel, Kalksandsteine, Poren- oder Leichtbeton.

Als Alternative zu den mineralischen Baustoffen bietet sich für den Wandaufbau der nachwachsende Baustoff Holz in unterschiedlichen Konstruktionsarten an.

Auch Stahl kann beim Einfamilien-Hausbau eine tragende Rolle übernehmen – ist aber in der Praxis eher eine Ausnahme.

Welche Vorteile haben massive Außenwände?

Unter massiven Außenwänden versteht man in der Regel solche aus mineralischen Baustoffen, wie Ziegel, Beton oder Kalksandstein. Diese Baustoffe bestehen hauptsächlich aus natürlichen Rohstoffen. Ihre spezifischen Eigenschaften in punkto Tragfähigkeit, Wärmedämmung und Wärmespeicherfähigkeit, Schallschutz, Dampfdiffusionsfähigkeit etc. variieren je nach Produkt z.T. sehr stark. Stahlbeton und Kalksandstein z.B. sind sehr schwer und stabil, sodass die tragende Wand sehr schlank ausfallen kann. Sie verfügen über eine hohe Wärmespeicherfähigkeit und guten Schallschutz. Aufgrund des schlechten U-Werts brauchen sie jedoch immer eine zusätzliche Dämmung.

Dank ihrer speziellen Struktur weisen Poren- und Leichtbetonbaustoffe eine gute Wärmedämmfähigkeit auf. Sie haben in der Regel dickere Querschnitte, um die nötige Tragfähigkeit zu erreichen.

Welche Besonderheiten bieten Wärmedämmziegel und Klinker?

Mauerziegel gibt es in unterschiedlichen Tragfähigkeitsklassen und mit sehr unterschiedlichen Wärmedämmeigenschaften. Spezielle Wärmedämmziegel erreichen durch die Poren im gebrannten Ton, die Lochung des Steins und die Füllung der Lochstruktur mit Dämmmaterialien sehr gute U-Werte. Mit ihnen sind monolithische Bauweisen ohne zusätzliche Außendämmung möglich. Nachteil von Wärmedämmziegeln sind die hohen Kosten.

Sehr dichte und bei hohen Temperaturen gebrannte Ziegel nennt man Klinker. Sie sind witterungsbeständig und eignen sich für Vormauer-Fassaden bei zweischaligem Wandaufbau. Hier tragen sie zuverlässig Windlasten ab und verbessern dank ihrer Masse den Schallschutz deutlich. Da sie wie alle mineralischen Wandbaustoffe nicht brennbar sind, verbessern sie den Brandschutz.

Baut man massive Außenwände nach den Angaben der Baustoffhersteller, sollte die fertige Wand den Luftdichtigkeitsansprüchen genügen. Hier ist besondere Sorgfalt beim Dichten der Anschlüsse an Dach, Keller, Türen und Fenstern auf der Baustelle wichtig.

Wie läuft der Bau eines Massivhauses?

Mit Massivbaustoffen können ein- sowie zweischalige Außenwände gebaut werden. Die Bauunternehmen fertigen sie in der Regel direkt auf der Baustelle: entweder gemauert aus einzelnen Steinen oder bei Beton vor Ort in Schalungen gegossen. Der Bau mit Massivbaustoffen ist witterungsabhängig. Viele Arbeiten sind vor allem bei niedrigen Temperaturen nicht durchführbar. Deswegen kann es beim Bau von Massivhäusern im Winter zu vorrübergehenden Bauunterbrechungen kommen.

Generell sind massive Außenwände robust und langlebig. Die für ihre Herstellung nötige Energie variiert je nach Produkt und Hersteller stark – sie gelten aber allgemein als energieintensiv in der Herstellung. Viele Hersteller bemühen sich, regenerative Energien zu verwenden. So verbessern sie die CO2-Bilanz von mineralischen Wandbaustoffen. Bei einer mängelfreien Erstellung von massiven Außenwänden beschränkt sich ihre Wartung normalerweise auf die Pflege der Fassade und der Innenoberflächen.

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Wandaufbau beim Massivhaus.

Wie ist der Wandaufbau beim Holzhaus?

Außenwände aus Holz gibt es mit unterschiedlichem Wandaufbau: Von massiven Holzwänden über mehrschalige Holzverbundkonstruktionen bis hin zu filigranen Skelettkonstruktionen, die im weitesten Sinne mit dem traditionellen Holz-Fachwerkbau verwandt sind. Massivholzwände bestehen aus miteinander verleimten oder mechanisch verbundenen Holzbohlen oder -brettern, die zusammen eine Wandscheibe bilden. Bei den anderen Holzbauweisen werden die tragenden Elemente statisch optimiert. Die senkrechten Pfosten und waagerechten Riegel bilden zusammen mit aussteifenden Elementen die stabile Konstruktion. Gut sichtbar ist diese z.B. bei historischen Fachwerkhäusern. Zwischen den tragenden Holzelementen entstehen die sogenannten Gefache.

Welche Möglichkeiten gibt es bei der Holzbauweise?

Moderne Holzfertighäuser gibt es in fast allen Holz-Bauweisen und mit unterschiedlichem Wandaufbau. Am häufigsten findet sich hier der Holzrahmen- bzw. Holztafelbau. Dabei werden die tragenden senkrechten und waagerechten Holzstiele mithilfe von Holzwerkstoffplatten zu einer sogenannten Tafel ausgesteift. Die Gefache sind üblicherweise mit Wärmedämmmaterial ausgefüllt und die zweite Seite dann ebenfalls mit einem Plattenwerkstoff geschlossen. Dieses Kernelement des Holzfertighauses wird dann innen und außen mit zusätzlichen Schichten versehen, um allen Anforderungen an die Außenwand zu entsprechen.

Im Detail unterscheiden sich die Wandaufbauten von Fertighaushersteller zu Fertighaushersteller. Unterschiede gibt es bei den verwendeten Materialien und den daraus resultierenden Schallschutz- oder Wärmedämmwerten, dem Wärmespeicher- und Diffusionsverhalten, den wohngesundheitlichen Aspekten und den Gestaltungsmöglichkeiten. Exemplarisch kann man in diesem Zusammenhang auf die Außenwände des Fertighausherstellers GUSSEK HAUS verweisen. Zum Angebot gehören ein einschaliger Wandaufbau und eine branchenweit einmalige Hybridwand.

Welche Vorteile hat die Holzbauweise?

Seit Jahrtausenden nutzen die Menschen Holz für den Hausbau. Denn es ist vielerorts verfügbar und die Verarbeitung ist relativ einfach. Holz wirkt feuchteregulierend und kann aufgrund seiner Struktur Wärme speichern. Es ist vergleichsweise leicht, hat gute Dämmeigenschaften und ist einfach transportierbar. Deswegen können Holzhäuser in zentralen Werken vorgefertigt werden. LKWs bringen sie dann in Form von Raummodulen oder Bauteilen auf die Baustelle. Vor allem die Bauteile von modernen Holzfertighäusern fertigen Hersteller inklusive Fenstern, Türen und Fassadenverkleidung im Werk vor und montieren sie auf der Baustelle nur noch. Ein solcher Hausaufbau verkürzt die Bauzeit nachdrücklich. Denn er macht den Hausbau witterungsunabhängig und damit sehr terminsicher.

Der Baustoff Holz ist sehr ökologisch. Denn Holz ist ein nachwachsender Rohstoff, bei dessen Veredlung zu Baustoffen wenig Energie nötig ist. Bauholz speichert das CO2, das der Baum während des Wachstums aufgenommen hat, langfristig. Daher gilt es als sehr klimaschonend. In einigen Regionen gibt es spezielle Förderungen für Bauen mit Holz. Die Klimabilanz verschlechtert sich wenn der Baustoff aus weit entfernten Wäldern stammt oder der Anbau nicht nachhaltig ist. Daher sollte man bei Bauholz auf Nachhaltigkeits-Labels, wie z.B. FSC oder PEFC, achten. Da die Trocknung von Bauholz heute technisch abläuft, ist ein chemischer Holzschutz nicht notwendig. Das trägt zum gesunden Bauen und Wohnen bei. Wie wichtig Nachhaltigkeit auch für Fertighaushersteller ist, zeigt zum Beispiel GUSSEK HAUS mit seiner nachhaligen Bauweise. Dafür wurde der Hersteller sogar vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) mit einem Nachhaltigkeitszertifikat für Ein- und Zweifamilienhäuser ausgezeichnet.

Gussek Hybridwand Holzbauweise Wandaufbau
Wandaufbau beim Holzhaus. Bild: GUSSEK HAUS

Und was bedeutet das für den Holzfertigbau?

Die trockene Bauweise beim Holzfertigbau sorgt dafür, dass das fertige Haus nicht „trocken-gewohnt“ werden muss. Das spart Energie! Und bei einer korrekten Bauausführung ist Schimmelbildung aufgrund von Baufeuchte praktisch ausgeschlossen.

Die Vorfertigung sorgt auch für besondere Sicherheit bei der Luftdichtheit des Gebäudes. Um diese zu gewährleisten, bringt man auf der Innenseite der Holztafelwand eine Luftdichtheitsschicht an. Diese kann aus z.B. speziellen Folien oder Papierwerkstoffen bestehen. Auch Plattenmaterialien aus Gipsfaser-, Gipskarton-, Faserzement- oder Holzwerkstoffen können als Luftdichtheitsschicht fungieren. Die Luftdichtheitsschicht darf durch Bohrungen für Elektroleitungen o.ä. nicht beschädigt werden. Deswegen verfügt dieser Wandaufbau idealerweise über eine sogenannte Installationsebene, die zwischen Luftdichtheitsschicht und der Innenbeplankung der Wand liegt. Hier können Elektroleitungen unkompliziert verzogen und nachträglich noch Anschlüsse eingebaut werden.

Die Luftdichtheitsschicht muss das gesamte beheizte Raumvolumen umschließen – sie betrifft also nicht nur die Außenwände: Auch der Anschluss an Dach und Keller sowie an Türen und Fenster muss fehlerfrei dicht sein. Die einzelnen Bauteile eines Holzfertighauses fertigt der Hersteller im Werk nach standardisierten und bewährten Details und mit extremer Präzision. So kann auf der Baustelle in punkto Luftdichtheit nichts mehr schief gehen.

Außen versieht der Hersteller die Fertighauswand – trotz der bereits wärmegedämmten Gefache – mit einer zusätzlichen Wärmedämmschicht. Das führt dazu, dass im Holzfertigbau heute exzellente Außenwand-U-Werte von 0,15 W/m2K und besser keine Seltenheit sind. Diese sehr guten Dämmwerte sorgen dafür, dass das fertige Haus nur noch einen minimalen Heizwärmebedarf hat. Außerdem fühlen sich die Innenseiten von Holztafelwänden angenehm warm an, weil sie wenig Wärme ableiten.

Bei diesem Wandaufbau verbessert die Innen-Beplankung mit speziellen Plattenmaterialien das Dampfdiffusionsverhalten der Außenwand sowie ihre Wärmespeicherkapazität.

Welcher Wandaufbau vereint die Vorteile von Fertig- und Massivbau?

Sowohl die massive als auch die Fertigbauweise haben bestimmte Vorteile: Massive Wände punkten bei Schallschutz und Brandschutz und sind sehr widerstandsfähig. Die Holzverbundbauweise überzeugt dagegen mit hervorragendem Wärmeschutz, Nachhaltigkeit und Detail- und Terminsicherheit.

Wer ein Holzfertighaus bauen will, muss nicht zwangsläufig auf die Vorteile der Massivhauswand verzichten. So hat zum Beispiel der Fertighaushersteller GUSSEK HAUS eine Hybridwand im Angebot, die außen massiv ist und innen mit allen Vorzügen der Holzbauweise aufwartet.

Wie ist der Wandaufbau bei der Hybridwand?

Der Wandaufbau sieht so aus (siehe Grafik): Außen befindet sich entweder eine Verblendsteinfassade oder eine Edelputzfassade auf Porenbetonstein (1). Darunter liegt die äußere Wärmedämmung (3). Zwischen dieser Dämmung und der Steinfassade sorgt eine Luftschicht (2) für die thermische Trennung. Dahinter sitzt das Holzständerwerk (4) mit einer weiteren Dämmschicht (5). Anschließend kommt eine Holzwerkstoffplatte (6), die stabil und homogen ist. Hinter dieser befindet sich eine Dampfdiffusionsfolie (7), die vor dem Eindringen von Feuchtigkeit schützt. Zum Innenraum hin schließt der Wandaufbau mit einer Gipskartonplatte (8) ab, die mit einem Wandbelag ergänzt werden kann.

Dass hier beim Schallschutz Werte von bis zu 61 Dezibel (dB) erreicht werden, liegt dabei an der zwei-schaligen verblendeten Konstruktion. Im Vergleich zum Wandaufbau mit Wärmedämmverbundsystem ermöglicht sie eine doppelt so hohe Abschirmung vor eindringendem Lärm. Der Wandaufbau mit Verblenderfassade bietet besonderen Schutz gegen Wettereinflüsse, wie zum Beispiel Wind. So verhindert er ein Auskühlen und das Entweichen von Wärme.

Beim Brandschutz steht der Wandaufbau dieser Fertighauswand dem einer massiven Wand in nichts nach. Die Hybridwand verfügt über die Feuerwiderstandsklasse F90 – hält also einem Feuer 90 Minuten ohne statische Einbußen stand. Damit erfüllt sie selbst die erhöhten Brandschutzanforderungen, die zum Beispiel bei Wolkenkratzern erforderlich sind.

Gussek Hybridwand Wandaufbau Querschnitt
Wandaufbau einer Hybridwand. Bild: GUSSEK HAUS

Welche Vorteile bietet der Wandaufbau bei der GUSSEK-Wand?

  • Massivität: keine Beschädigung durch äußere Einwirkungen
  • Witterungsbeständigkeit
  • Langlebigkeit
  • beste Wärmedämmwerte bzw. U-Werte
  • ausgezeichnete Dämmeigenschaften im Winter, sehr guter Hitzeschutz im Sommer
  • ausgezeichnete Schall- und Brandschutzeigenschaften
  • hoher Qualitätsstandard aller eingesetzten Materialien durch unabhängige Qualitätsüberwachung
  • wohngesundes Raumklima
  • hohe Flexibilität bei der Wohnraumplanung und -aufteilung
  • Freiheit bei der Fassadengestaltung

Fazit zum Wandaufbau

Die Fassade hat eine besondere Aufgabe: Sie schützt den Kern des Hauses vor äußeren Einflüssen und sorgt für ein angenehmes Raumklima. Das gelingt, indem die Wand über einen entsprechenden Wandaufbau verfügt. Während der Wandaufbau von massiven Außenwänden bei Schall- und Brandschutz punktet, bietet die Holzverbundbauweise besonders bei der Wärmedämmung Vorteile. Weiterer Vorteil für die Fertigbauweise: Der Fertighaushersteller fertigt die Wände vorab komplett im Werk und ermöglicht mit dem Werkstoff Holz eine extrem klimaschonende Bauweise.

Um Fertighauswände so robust wie Massivwände zu machen, wird eine gemauerte Verblendsteinfassade angebracht. Das macht die Außenwand wartungsarm und der Pflegeaufwand ist geringer. Die guten Schallschutzeigenschaften einer massiven Wand werden mit einer zweischaligen Wandkonstruktion erreicht. So ist es mittlerweile möglich, Fertighäuser zu bauen, welche gleichzeitig auch die Vorteile der massiven Bauweise aufweisen.

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