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Wissen: Außenwände perfekt gedämmt

29.03.2017

Das Thema Dämmung bleibt kontrovers diskutiert. Fest steht jedoch: Ein
Haus mit gedämmter Außenwand bietet mehr Wohnbehaglichkeit. Ganz
entscheidend ist hierfür in erster Linie die Dämmung der Außenwände.

Perfekt gedämmt. Foto: Industrieverband-Polyurethan Hartschaum e.V.

Foto: Industrieverband-Polyurethan Hartschaum e.V.

Allen kritischen Stimmen zum Trotz, steht fest, dass Häuser, die warm eingepackt sind, weniger Heizenergie benötigen und dabei außerdem ein behaglicheres Raumklima bieten. Fakt ist auch, dass mit der Energieeinsparverordnung (EnEV) seit Anfang 2016 erheblich effizientere Gebäude gefordert sind. Das heißt, der Primärenergiebedarf – also der Energiebedarf für Heizung und Warmwasser unter Berücksichtigung der Energie zur Gewinnung, Umwandlung und Verteilung – muss rund 25 Prozent niedriger sein, die Dämmung im Schnitt 20 Prozent besser als noch 2015.

Dämmsysteme für die Außenwand. Foto: sto

Gleich zwei Dämmsysteme von Sto tragen das unabhängige Zeichen „Blauer Engel“, das für umweltverträgliche Dämmlösungen, die ohne bioziden Filmschutz – chemische Mittel zum Schutz vor Algen und Pilzen – auskommen, steht. Foto: sto

In den Medien zuletzt häufig thematisierte Dämmprobleme treten eher bei Sanierungen als beim Neubau auf. Wer einen Hausbau plant, sollte von Anfang an auf ein ganzheitliches Konzept mit hochwertig gedämmter Hülle setzen, denn gut gedämmte Wände haben ganz klare Vorteile: Sie weisen im Winter innen eine höhere Oberflächentemperatur auf und verbessern das Raumklima – wir fühlen uns wohler. Das liegt daran, dass wir Räume, dessen umgebenden Flächen nahe der Raumtemperatur liegen, als behaglich empfinden. Selbst wenn die Lufttemperatur ein paar Grad niedriger ist, frieren wir in einem Raum mit wärmeren Wänden nicht. Schlecht oder nicht gedämmte Wände sind dagegen im Winter auch innen kalt.

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Dämmung. Foto: Caparol

Hanf kann regional abgebaut werden und bindet schon beim Wachsen Kohlendioxid. Eine besonders nachhaltige Variante eines Wärmedämm-Verbundsystems bietet daher diese diffusionsoffene Dämmplatte aus Hanffasern. Sie ist formstabil, oberflächenfest, biegbar und bietet besten Wärme-, Hitze- und Schallschutz. Foto: Caparol

Auch Schimmel hat bei gut gedämmten Wänden keine Chance. Er wächst nämlich vor allem dort besonders gut, wo die in der Raumluft enthaltene Feuchtigkeit an zu kühlen Flächen kondensiert, weil der sogenannte Taupunkt unterschritten ist. Bei einem gut gedämmten Haus mit wärmeren Wandoberflächen sinkt also das Schimmelrisiko. Wichtig ist diesbezüglich aber immer richtiges und regelmäßiges Lüften. 

Als Materialien stehen mineralische Dämmstoffe wie Steinwolle und Glaswolle, synthetische Dämmungen wie Polyuretan und Polystyrol sowie nachwachsende, pflanzliche Materialien wie Holz-, Hanf- oder Kokosfasern zur Auswahl. Als Maß für die Leistungsfähigkeit des Dämmstoffs dient die Wärmeleitfähigkeitsgruppe (WLG, Kennzeichnung auf der Verpackung): Je niedriger die Zahl ist, desto besser die Dämmwirkung.

Holzfaser-Wärmedämmverbundsystem. Foto: Holzfaser

Holz eignet sich nicht nur gut als Konstruktionsmaterial, es ist auch als Dämmungsstoff prädestiniert und kann beispielsweise als Holzfaser-Wärmedämmverbundsystem auf Massivholz-, Mauerwerk-, Holzrahmen- und Holzständeraußenwänden eingesetzt werden. Bei vorgehängten Fassaden kommt sie als Hinterdämmung zum Einsatz. Foto: Holzfaser

Zudem sind für ein gesundes Wohnklima unbedingt Wärmebrücken, das sind Schwachstellen in der Dämmschicht des Hauses, zu vermeiden. Anschlüsse von ungedämmten Bauteilen wie etwa Balkonanschlüsse sind z.B. typische Fehlerquellen. Damit die Wärme im Haus nich unkontrolliert durch Ritzen oder Fugen entweicht, muss es nach geltender EnEV absolut dicht sein. Damit ist gemeint, dass beispielsweise durch den sorgfältigen Einbau von gut abgedichteten Fenstern eine weitgehende Luftdichtigkeit erreicht wird. Für Frischluft sorgt die Lüftungsanlage oder der Bewohner durch regelmäßiges Öffnen der Fenster.

Bei allen Fragen rund ums Thema Dämmung stehen auch Berater der Verbraucherzentralen zur Verfügung >>

(aus der Zeitschrift bauen 12/1-2017)



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