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Wissen: Dach perfekt gedämmt

20.02.2017

Eine gute Dämmung lässt nicht nur im Winter die Wärme drinnen und die Kälte draußen – das ganze funktioniert im Sommer auch umgekehrt. Diese Tatsache ist vor allem unter dem Dach von großer Bedeutung, wo sich sonst in der warmen Jahreszeit die Hitze stauen kann. Da sich sommerliche Hitzewellen laut einer Studie des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) bis 2020 verdoppeln und bis 2040 sogar vervierfachen werden, sollten vorsorgliche Maßnahmen zum sommerlichen Wärmeschutz möglichst früh getroffen werden. Die Dämmung schützt vor aufgeheizten Räumen, indem sie die Wärme draußen hält.

Dachraum. Foto: Isover

Wer beim Ausbau des Steildachs auch die energetischen Aspekte berücksichtigt, profitiert von geringeren Heizkosten, höherem Wohnkomfort und einem zu jeder Jahreszeit gemütlichen Dachraum. Foto: Isover

Dabei gilt: Je schwerer der Dämmstoff, desto größer ist seine Wärmespeichermasse. Das heißt er hält vornehmlich die Hitze vom Eindringen in den Wohnraum ab, nimmt dabei auch selbst Wärme auf und gibt sie zeitversetzt an den Innenraum ab. Der sommerliche Wärmeschutz wird so deutlich verbessert. 

Andersherum ist das Einsparpotenzial bezüglich der Heizkosten vor allem beim Dach enorm hoch, denn hier geht oft die meiste Energie verloren. So können im Winter bis zu 30 Prozent der Heizwärme über ein nicht gedämmtes Dach verloren gehen. Der finanzielle Aufwand für eine Dämmung zahlt sich für Hausbesitzer also schnell aus. „Seitdem der Energiepreis 50 Cent pro Liter Heizöl oder Kubikmeter Erdgas überschritten hat, sind fast alle Dämmmaßnahmen wirtschaftlich“, betont Diplom Ingenieur Werner Eicke-Hennig, Leiter der Hessischen Energieeffizienzagentur. Soll der Steildachboden als Wohnbereich für Kinder, Gäste oder Hobby genutzt werden, trägt eine gute Dämmung hier außerdem zur besseren Wohngesundheit und zu höherem Komfort bei.

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Dämmung. Foto: Rigips

Aus einer hoch wärmegedämmten, graphitveredelten Dämmlage und einer robusten Gipsfaserplatte bestehen die Kombi-Dachbodenelemente Rigidur 032 TF. Sie reduzieren laut Herstellerangaben bei vollflächiger Verlegung den Wärmeverlust über dem Dachraum um bis zu 90 Prozent. Foto: Rigips

Soll der Dachraum nicht bewohnt werden, ist häufig schon eine Dämmung der oberen Geschossdecke ausreichend. Diese Variante ist die kostengünstigste und entspricht wie auch die Dämmung des gesamten Dachs bei einer Raumnutzung den Anforderungen der Energieeinsparverordnung (EnEV).

Jedes Dämmmaterial hat Vor- und Nachteile

Die Wahl des Dämmmaterials hängt von der Ausführung, Dachform und den persönlichen Vorlieben ab. Alle haben ihre jeweiligen Vor- und Nachteile: Mineralfaserdämmstoffe sind weich, formbar, nicht brennbar und eignen sich daher besonders im geneigten Dach als Aufsparren- wie auch als Zwischensparrendämmung, Holzfaserplatten bestehen aus nachwachsendem Rohstoff, bieten wie auch Mineralwolle oder -faser gute Wärme- und Schalldämmung und eignen sich überdies vor allem in Allergikerhaushalten. Polystyrol gibt es verschiedenen Ausführungen, die gleichfalls für geneigte Dächer (Polyrethan als Aufsparrendämmung) oder auch Flachdächer (extrudiertes Polystyrol/XPS) eingesetzt werden, da bei letzteren die Feuchtebeanspruchung und mechanischen Belastungen höher sind.

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Aufdachdämmung. Foto: Linzmeier

Die schlanke Aufdachdämmung bildet eine wärmebrückenfreie Schicht, die Konstruktion liegt im gedämmten Bereich. Der PUR/PIR-Dämmkern ist beidseitig mit Aluminium kaschiert, wirkt so als Dampfsperre und bietet einen zuverlässigen Schutz vor Elektrosmog und Feuchtigkeit. Foto: Linzmeier

Insgesamt muss immer das Gesamtkonzept betrachtet werden, denn das Dach besteht nicht allein aus der Dämmung – andere Bau- und Konstruktionsteile beeinflussen das Raumklima ebenfalls.

(aus der Zeitschrift bauen. 12/1-2017)