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Türen fürs Haus

30.06.2016

Haustüren aus Alumi­nium sind schick und lang­lebig. „Thermo­Carbon“ gewährt durch den hoch wärmegedämmten Kern optimalen Wärmeschutz – je nach Ausführung bis auf Passivhausniveau. www.hoermann.de

Sie ist die Visitenkarte des Hauses: die Eingangstür. Deshalb spielt ihr Aussehen eine wichtige Rolle. Dieses wird von der Farbe, für die ­neben den Standardtönen meist die gesamte RAL-­Palette zur Verfügung steht, entscheidend beeinflusst. Außerdem bieten Holz- und Dekoroberflächen zusätzliche Alternativen. Bei Echtholz sollte man allerdings bedenken, dass es regelmäßig gepflegt und ­Anstriche oder Lasuren erneuert werden müssen. Wenig Wartungsaufwand erfordern dagegen Kunststoff, Stahl und Alu­minium, wobei letzteres als besonders hochwertiges und witterungsbeständiges Material gilt und seinen Preis hat.

Ein weiteres entscheidendes Gestaltungselement sind Einleger und Glas­aus­schnitte. Sie können in Form, Farbe und Art variieren. Aus Sichtschutzgründen sind normalerweise opake Gläser in unterschiedlichen Strukturen die erste Wahl. Sie lassen Licht herein und schaffen dadurch einen freundlichen Eingangsbereich, vor allem wenn die Seitenteile ebenfalls mit Glas ver­sehen sind. ­Außerdem ermöglichen sie den schnellen Kontrollblick, ob ­jemand vor der Tür steht.

Mit oder ohne Seitenteil – eine reine Geschmackssache

Ob man sich für eine Pforte mit oder ohne Seitenteile entscheidet, ist Geschmackssache. Moderne Haustüren sind inzwischen so gut gedämmt, dass sie über einen besseren Wärmeschutz verfügen als manche Altbauwand, sodass man sich einen breiteren Eingangsbereich wärmetechnisch durchaus leisten kann. Dieser erweckt nicht nur einen großzügigeren Eindruck, er bietet zudem mehr Standfläche, wenn mehrere Personen eintreten wollen. Die Norm DIN 18101 legt sowohl die Maße für Hauseingangs- als auch von Innentüren fest. Dabei lohnt es sich, sich an die gängigen Standardgrößen zu halten. Denn Sondermaße kosten Aufpreis und haben längere Lieferzeiten. Soll das Gebäude rollstuhlgerecht sein, muss der Eingang eine Durchgangsbreite von mindestens 90 cm aufweisen.

In puncto Barrierefreiheit sollte man sich außerdem über einen ­automatischen Öffnungsmechanismus Gedanken machen. Angesteuert über einen Handsender oder sogar das Handy lässt dann ein elektrischer Antrieb die Tür wie von Zauberhand aufschwingen. Darüber freuen sich auch voll beladene Bewohner. Wer das nicht gleich einbauen möchte, kann später nachrüsten und dafür mit Unterstützung durch die ­Förderprogramme 159 und 455 der KfW-Bank rechnen.

Sicherheit: Bequem per App + Knopfdruck

Mehrfachverriegelungen bieten mehr Schutz vor Einbruch, weil sie die Tür an mehreren Stellen sichern. Sie bestehen aus Stahl und sind mit bis zu vier zusätzlichen Sicherheits­elementen ausgestattet – sogenannten Rundbolzen und/oder Schwenkhaken, die beim Schließen in das Türblatt eingreifen.

Für Komfort sorgen z. B. selbstverriegelnde Lösungen, die beim Öffnen und Schließen der Tür automatisch aktiviert werden, oder elektromechanische Verriegelungen. Sie schaffen Sicherheit auf Knopfdruck – sei es durch die bequeme ­Bedienung über die Gegensprechanlage, durch die Nutzung eines biometrischen ­Fingerprintsystems oder mithilfe eines Transponders.

Fast wie von allein öffnen und ­schließen sich Haustüren mit modernen App-­Lösungen wie „KFV-keyless“. Über derartige Apps lassen sich sämtliche Zutrittsrechte bequem verwalten. So weiß die Tür, wer in das Gebäude hinein möchte und ob eine Berechtigung vorliegt. Ist dies der Fall, erfolgt die Entriegelung schlüssellos über die Bluetooth-Funktion des Mobiltelefons. Alternativ ist die Code-Eingabe über ein Tastaturfeld an der Tür möglich. Einzige Voraussetzung: Die Tür muss eine automatisch steuerbare Mehrfachver­riegelung besitzen.

Innentüren – auch bei offenem Wohnen unverzichtbar

Obwohl offenes Wohnen mit nahtlos ­ineinander übergehenden Räumen der große Trend ist, wird kaum jemand auf ­Türen im Hausinneren verzichten wollen. Kinder möchten sich zurückziehen, Erwachsene in Ruhe arbeiten ­können. Und das sogenannte „stille ­Örtchen“ zu besuchen, ohne es hinter sich zumachen zu können, wäre für die meisten undenkbar. 

Außerdem sind Türen dank vielfältiger Designs dekorative Tausendsassas, die das Ambiente wesentlich mitgestalten. Gefragt sind derzeit Gelb- und Pastelltöne, neutrale weiße Oberflächen sowie natür­liche Optiken in Holz, für welche die Tür nicht unbedingt durch und durch aus ­diesem Material ­bestehen muss. Häufig wird nur auf den Außenseiten eine 0,3 bis 0,6 Millimeter starke Furnierauflage angebracht. Äußerlich sind die beiden Varianten kaum auseinander­zuhalten. Als weitere Möglichkeit kommen als oberste Schicht preiswerte und pflegeleichte Folien oder robustes ­Laminat mit einem Holzdekor infrage.

Mit einer entsprechenden Materialwahl lässt sich eine transparente Wohnraumgestaltung unterstützen. Glas ­gewährt in der klaren Variante Durchblicke. Wo dies nicht gewünscht ist, wahrt eine milchig-weiße Aus­führung die Privatsphäre. Außerdem bringt Glas Licht in dunkle Flure. Dank vieler verschiedener Satinierungen, ­Dekore und Farben ­bietet es ebenfalls ein breites Gestaltungsspektrum. Weitere Designmöglichkeiten eröffnen mit Laser­technik verzierte Glaselemente sowie ­innen liegende Fotofolien. Eine neue ­Entwicklung sind ­Türen mit schaltbarem Glas, das per Knopfdruck von ­transparent auf milchig wechseln kann. Bei Ganzglastüren sollte es sich immer um Sicherheitsglas handeln, um die Verletzungsgefahr zu minimieren.

Um eine optimale Raumausnutzung zu erreichen, ist die richtige Anordnung der Tür wichtig. Die gebräuchlichen Drehtüren sind auf einer Seite mit Bändern an der Zarge befestigt und öffnen sich daher entweder nach rechts oder links. Wenn es eng zugeht, sollte man bei der Planung beachten, dass die Tür dann nicht mit Einrichtungsgegenständen kollidiert. In Bad und Toilette sollte sie beispielsweise so aufgehen, dass man direkt an das Waschbecken gelangt. Bei Schlafzimmern empfiehlt sich ein Abstand von mindestens 68 cm zwischen Tür und Wand, sodass noch ein ­Kleiderschrank hinpasst. Generell sollte mindestens ein Abstand von 8 cm zur anschließenden Wand eingehalten werden.

Wahre Raumsparwunder sind die Schiebetüren, denn sie ­beanspruchen keinen Schwenkbereich und ­gleiten einfach vor die Wand beziehungsweise verschwinden in ihr. Dafür werden sie oben an Führungsschienen befestigt. Je nach System befinden sich am Boden zusätzliche Schienen. Selbst breite Durchgänge lassen sich so platzsparend verschließen. Außerdem machen sie sich in geöffnetem Zustand weitgehend unsichtbar und ermög­lichen den Bewohnern die uneingeschränkte Wahl zwischen ­Gemeinschaft und Rückzug. 

Die elektromagnetische Mehrfachverriegelung "KFV" bietet nicht nur einen hohen Einbruchschutz. In Kombination mit einer Fernbedienung öffnet sich die Tür bequem auf Knopfdruck. (Siegenia)
Innentüren mit großen Glasausschnitten verbinden optisch und trennen wärmetechnisch und akustisch. Zudem holen sie Licht in dunkle Flure. (VHI, www.tuerenwechsel.de)
Vor der Wand angebrachte Schiebetüren lassen sich ohne großen Aufwand einbauen. Die Schiene erscheint wie ein Teil der Zarge und integriert sich unauffällig in den Raum. (VHI, www.tuerenwechsel.de)
Mit zwei Schiebetürflügeln lässt sich dieser Durchgang verschließen.  In geöffnetem Zustand verschwinden sie in der Wand. (Jeld-Wen)