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10 Tipps für Kamine und Öfen

14.02.2017

1. Hinter Glas gepackt

Heizkamin. Foto: www.alma-design.it

Foto: Alma-Design

Bei Heizkaminen ist das Feuer „gezähmt“ und hinter Glas gepackt. Dadurch erreichen sie einen viel höheren Wirkungsgrad als offene Kamine – bis zu 70 Prozent statt der dürftigen 10 bis 25 Prozent ihrer scheibenlosen Vorgänger. So kann man den Blick aufs offene Feuer genießen und doch die Wärme optimal nutzen. Bei den heutigen modernen geschlossenen Kaminen handelt es sich in der Regel um Warmlufteinsätze für Heizkamine mit Luftheizung aus starkem Stahlblech oder aus Gusseisen. Um die wärmeabgebende Fläche möglichst groß zu gestalten, sind auf der Rückseite meist Rippen ange­gossen und Konvektionsverkleidungen angebracht. So kann die vorbeiströmende Luft mehr Wärme aufnehmen. Aus dem Konvektionskasten wird die erwärmte Luft an den Seiten der Feueröffnung oder darüber in den Aufstellungsraum zurückgeführt. Als Variante kann die Warmluft in einen Nachbarraum geführt werden.

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2. Wärme voll nutzen

Wasserführendes Heizsystem Turma. Foto: Leda

Foto: Leda

Im hoch wärmegedämmten Neubau ist eine Holzheizung mit Wasser-Wärmetauscher besonders interessant, denn durch den geringen Heizenergiebedarf können sich die Wohnräume sonst überhitzen. Geht dagegen ein Teil der Wärmeleistung ins wassergeführte Heizsystem, kommt die überschüssige Energie der Warmwasserbereitung zugute. Oft gibt die Installation ­einer Solaranlage den Ausschlag, den dafür benötigten Pufferspeicher auch mit Wärme aus einer Holzheizung zu speisen. Handelsübliche Speicher bieten den notwendigen zusätzlichen Anschlussstutzen mittlerweile standardmäßig.

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3. Praktische Presslinge

Pelletofen Curve. Foto: MCZ

Foto: MCZ

Pelletöfen eröffnen die Möglichkeit zur Automation. Auf ihrer Rückseite ist meist ein großer Vorratsbehälter angebracht, der bis zu 50 Kilogramm Holzpresslinge – sogenannte Holzpellets – aufnehmen kann. Diese werden über eine Förderschnecke in den Brennraum befördert und automatisch gezündet. Noch größere Unabhängigkeit liefern Pellettanks, die ungefähr den Pellet-Bedarf eines Jahres aufnehmen. Aus diesen Behältern wird per Förderschnecke oder Schwerkraft (Rutschstrecke) der Tagesbehälter auf der Ofenrückseite beschickt. Der Nutzer muss nur noch alle paar Tage bis Wochen den Aschebehälter entleeren.

4. Tönernes Kleid

Kachelofen. Foto: Kaufmann

Foto: Kaufmann

Typisch für den Kachelofen ist seine kreative Oberflächenverkleidung mit keramischem Material. Neben Farbe, Textur und Struktur bringen auch die Formate zahlreiche Variationsmöglichkeiten ins Spiel. Bei den Kachelöfen sind kleinere Anlagen im Vormarsch. Sie haben ­weniger Heizleistung als ihre großen Kollegen und eignen sich ­ideal für Niedrigenergiehäuser. Trotzdem ver­fügen sie über eine hohe Speicher­masse – Garant für eine gleichmäßige, zurückhaltende Wärmestrahlung.

5. Ab durch den Schornstein

Bei der Verbrennung von Holz entstehen Abgase, die durch einen Schornstein nach außen abgeleitet werden müssen. Abhängig von der Abgasmenge des Ofens ist ein bestimmter Durchmesser erforderlich, damit der Schornstein richtig „zieht“. Zur Auswahl stehen verschiedene Baustoffe und Systeme aus feuer- und rußbrand­beständigem Material. Abgasleitungen für Öl- und Gashei­zungen (zum Beispiel aus Kunststoff oder Alumi­nium) dürfen grundsätzlich nicht für Feststofföfen genutzt werden. Beim Neubau hält man sich mit mehr­zügigen Schornsteinen alle Optionen ­offen. Sie verfügen über verschiedene Züge, an die ­unterschiedliche Wärmeerzeuger (z.B. Gas & Holz) angeschlossen werden können.

6. Mit sauberem Gewissen

Kaminanlage S2. Foto: Camina

Foto: Camina

Ofenbesitzer müssen ihrem Schornsteinfeger gegenüber den Nachweis erbringen, dass ihre Feuerstätte die Anforderungen der Ersten Bundes-Immissionsschutz-Verordnung, kurz 1.BImSchV, erfüllt. Die Verordnung schreibt seit der Verschärfung 2015 für neue Kleinfeuerungsanlagen vor, dass je nach Ofenart maximal 0,02-0,04 g/m3 Staub und 0,25-1,5 g/m3 CO emittiert werden dürfen. Wer diese Grenzwert einhält, heizt mit einem ­sauberen Gewissen – immer vorausgesetzt, es wird nur gut trocken gelagertes Scheitholz oder eine hochwertige Pelletqualität (DINplus oder ENplus) verwendet.

7. Gas geben

Gaskamin. Foto: Kalfire

Foto: Kalfire

Der Gaskamin steht im Gegensatz zu anderen Alternativen wie Elektro- oder Bioalkoholkaminen in Sachen Optik seinen holzbefeuerten Pendants kaum nach. An hitzebeständigen Holzscheitimitaten züngeln Gasflammen, die dank entsprechend dosierter Sauerstoffzufuhr die gleiche charakteristische Farbe annehmen wie beim Holzbrand und auch die Heizleistung bewegt sich mit drei bis acht kW in ähnlichen Bereichen. Ein Erdgasanschluss ist ideal, aber nicht zwingend notwendig. Viele Modelle eignen sich auch für Flüssiggas (Propan) und können zum Beispiel mit einer elf-Kilo-Gasflasche betrieben werden.

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8. Kompakt Feuer

Kaminöfen sind die absoluten Renner, was Platzbedarf und Kosten angeht. Dank großzügig verglaster Feuerraumtür kann man auch hier den Blick auf die lodernden Flammen genießen. Je nach Feuerraumtür gibt es zwei Bauarten. Kaminöfen der Bauart 1 haben selbstschließende Türen, sodass ein Schornstein mehrfach belegt werden kann. Die Bauart 2 ist für den wahlweisen Betrieb mit geschlossenem oder offenem Feuerraum vorgesehen und muss deshalb grundsätzlich an einem eigenen Schornstein angeschlossen werden. Kaminöfen sind kein Dauerbrand­ofen. Aufgrund der Flachfeuerung kann nur eine geringe Brennstoffmenge aufgelegt werden, die bei Nennwärmeleistung für eine Betriebsdauer von ca. ein bis zweieinhalb Stunden reicht.

9. Alles voll im Griff

Multi-Regelung. Foto: Schmid

Foto: Schmid

Die Ofensteuerung hat die Aufgabe in den jeweiligen Abbrandstufen die richtige Verbrennungsluftmenge zuzuführen. Wirkungsgrad und Emissionsverhalten werden dadurch optimiert und so ein sauberer und komfortabler Betrieb erreicht. Die Digitalisierung hat auch in diesem Bereich Einzug gehalten. Dank elektronischer Regelung lassen sich alle Funktionen, wie z. B. die Raumtemperatur, noch bequemer einstellen und überwachen. Auf einem Grafik-Display mit Touchscreen-Oberfläche und einfacher, übersichtlicher Bedienoberfläche oder über das mit der passenden App ausgestattete Smartphone werden alle Werte angezeigt und Stö­rungen automatisch gemeldet. Bei manchen Pelletöfen lässt sich sogar das Feuer mit einem Fingertipp aus der Ferne entfachen.

10. Die Masse macht's

monolith-Ofenserie. Foto: Monolith

Foto: Monolith

Jeder Ofen sollte eine gewisse Speichermasse aufweisen, um die Wärmeabgabe an den Aufstellungraum sanfter zu gestalten. Der sogenannte Grund- oder Speicherofen ist die ursprünglichste Form des Kachelofens. Die große Ofenanlage besteht vornehmlich aus schweren, hoch speicherfähigen Materialien. Durch seine keramischen Züge – so bezeichnet man die aus Schamotteplatten gemauerten Rauchgaskanäle im Speicherblock – nutzt er die Wärme von Feuer und Abgasen maximal aus, speichert viel davon und gibt dies über eine lange Dauer – teilweise noch 12 Stunden nach Abbrand des Feuers –  als angenehme Strahlungswärme an den Wohnraum ab. Dabei gilt: Je mehr Speichermasse desto länger dauert die Aufheizphase, desto länger kann man aber auch die Wärmestrahlung genießen. Darauf bauen auch sogenannte Kachelkamine, die in der Größe kompakter sind und den freien Blick auf das brennende Feuer mit der angenehmen Strahlungswärme eines Kachelofens verbinden. Da die Speichermasse das Gewicht des Ofens erhöht, sollten Sie seinen Standort früh in der Planung festlegen, damit er bei den statischen Berechnungen berücksichtigt wird.

(aus der Zeitschrift bauen. 12/1-2017)



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