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Energie aus heimischen Quellen

30.10.2012

Zum überwiegenden Teil wird Biogas hierzulande in landwirtschaftlichen Anlagen produziert. Ende 2011 gab es in Deutschland über 7200 Biogasanlagen mit einer installierten elektrischen Gesamtleistung von 2904 MW. Die Energieerzeugung aus Biogas unterliegt keinen jahres- und tageszeitlichen oder witterungsbedingten Schwankungen und kann somit  auch langfristig zur Absicherung der Grundversorgung mit Strom und für Bedarfsspitzen herangezogen werden. Mit Biogas lässt sich jedoch nicht nur „grüner“ Strom produzieren. Biogas lässt sich auch in Bioerdgas transformieren.

Schema einer BiogasanlageSo funktioniert die Biogasanlage
In der Vorgrube werden Gülle und andere Substrate zwischengelagert und eventuell zerkleinert, verdünnt oder gemischt. Substrate sind die feste oder flüssige Biomasse, die im Fermenter zur Biogaserzeugung eingesetzt werden. In Biogasanlagen kommen vor allem zum Einsatz:
- Energiepflanzen wie Mais und andere Getreidearten sowie Schilfgras
- Reststoffe wie Ernterückstände
- tierische Exkremente wie Gülle und Mist
- Nebenprodukte der Lebensmittelproduktion wie Fette, Speisereste, Kartoffelschalen
- organische Abfälle wie Klärschlamm

Der Fermenter (auch Gärbehälter, Faulbehälter oder Bioreaktor genannt) ist das Kernstück der Biogasanlage. Dort wird Biomasse unter Ausschluss von Licht und Sauerstoff von Mikroorganismen abgebaut. Aus den Abbauprodukten dieses Gärprozesses bilden methanogene Bakterien dann Methan und Kohlendioxid. Der Fermenter ist beheizt und verfügt über eine Durchmischungseinrichtung und eine Möglichkeit zur Entnahme des Biogases.

Ist das Substrat im Fermenter vergoren, kommt es zunächst ins Gärrestelager, um dann als hochwertiger Dünger genutzt zu werden. Eine zweite Stufe der Vergärung in einem weiteren Fermenter kann nachgeschaltet werden, um aus den Gärresten noch mehr Biogas zu gewinnen.

Das entstandene Biogas wird in der Haube direkt über dem Substrat gespeichert. Es kann direkt in ein Blockheizkraftwerk geleitet werden, wo es in einem Gasmotor zur Strom- und Wärmeerzeugung verbrannt wird. Alternativ kann das Biogas in einer Gasaufbereitungsanlage gereinigt werden. Bei dieser Biogasaufbereitung wird der Methangehalt des Biogases gesteigert, um es der Zusammensetzung von konventionellem Erdgas anzugleichen. Dazu muss das Biogas veredelt werden, das heißt Schwefelwasserstoff, Kohlendioxid und andere Schadgase müssen entfernt werden. Aufbereitetes Biogas wird auch als Bioerdgas oder Bio-Methan bezeichnet. Es kann direkt in bestehende Erdgasnetze eingespeist werden oder als Kraftstoff in Erdgasautos genutzt werden.

Gas aus Windenergie
Als wichtige Alternative zu Biogas bietet Greenpeace Energy das neuartige, ökologische und nachhaltige Gasprodukt „proWindgas“ an. Schlüsseltechnologie hierzu ist die Umwandlung von Ökostrom in Wasserstoff:

In einem sogenannten Elektrolyse-Verfahren wird Ökostrom – und hierbei eben insbesondere Windstrom – eingesetzt, um Wasser in seine Bestandteile, in Sauerstoff und Wasserstoff, zu trennen. Der Wasserstoff kann dann als Energieträger in das bestehende Erdgasnetz eingespeist und, wie gewohnt, für die Wärmeversorgung oder Rückverstromung verwendet werden. Jeder, der eine Gasheizung im Keller hat oder Gas zum Kochen verwendet, kann dieses ökologische Gasangebot beziehen und damit die Energiewende aktiv unterstützen. Die Lieferverträge lassen sich bundesweit abschließen.

Der Preis für proWindgas setzt sich zusammen aus einer monatlichen Grundgebühr von 14,90 Euro und einem Verbrauchspreis von 6,75 Cent/kWh (Preisstand: 19.9.2012). Dieser Preis beinhaltet einen Förderbeitrag in Höhe von 0,4 Cent/kWh, der laut Anbieter verwendet wird für den Bau der nötigen Wasserstofferzeugungsanlagen (Elektrolyseure).

Zudem werden damit kostenfreie Beratungen von proWindgas-Kunden ermöglicht, die ihr Ein- oder Mehrfamilienhaus mit einem energetisch besonders effizienten Mikro-Blockheizkraftwerk ausstatten wollen.

Sobald die Grenze für die Wasserstoffeinspeisung erreicht ist, kann laut Greenpeace Energy in einem weiteren Schritt aus dem Wasserstoff erdgasgleiches Methan hergestellt werden. Perspektivisch könne erneuerbarer Wasserstoff und erneuerbares Methan das fossile Erdgas zu 100 Prozent ersetzen – und so ein Speichervolumen schaffen, das eine lückenlose und zuverlässige Energieversorgung aus erneuerbaren Quellen auch bei Windflaute oder mangelnder Sonne sichert. Weitere Detail-Infos gibt es im Internet unter www.windgas.de