Heizen im Smarthome

Intelligentes Haus
Foto: RWE

Eine Heizungsanlage ist mehr als die Summe der Einzelteile. Denn die Komponenten wie Brenner, Wasserspeicher für Heizung und Trinkwasser, Pumpen, Heizkörper oder Fußbodenleitungen und Thermostate müssen gut organisiert und aufeinander abgestimmt sein, um mit möglichst wenig Energieverbrauch einen möglichst hohen Nutzen zu erzielen.

Noch aufwendiger wird es, wenn eine Solarthermieanlage das Dach ziert. Dann muss die Sonnenwärme optimal im Speicher gelagert werden, damit man an kalten Tagen davon zehren kann. Auch eine Photovoltaikanlage erfordert gewisse Maßnahmen, damit der Strom optimal genutzt werden kann: Der Eigenverbrauch an Solarstrom muss möglichst hoch sein, weil es für Einspeisungen ins Netz kaum noch Geld gibt. Deshalb empfiehlt sich z. B. die Installation eines Batteriespeichers.

Eine Steuerung der Energietechnik, die diese ganzen Komponenten zusammenzuführen und aufeinander abzustimmen hat, ist somit eine hoch komplexe Aufgabe, die die Hersteller und Installateure in der Regel jedoch gut bewältigen. Noch mehr Heizkosten können Bauherren sparen, wenn die Energietechnik in ein Hausautomationssystem eingebunden ist, weil sie sich dann noch individueller bedienen lässt. Jörg Schmidt vom Heizungshersteller Viessmann beziffert die Höhe der Energieeinsparung auf „bis zu 15 Prozent. Das hängt natürlich immer von den individuellen Gegebenheiten ab wie dem Zustand der Gebäudehülle, des Wärmeerzeugers, der gesamten Anlage oder vom Nutzerverhalten.“

Intelligente Heizkörperthermostate können zum Beispiel mit dem Smartphone angesteuert werden, auch von unterwegs. Eine noch elegantere Lösung bietet eine App der Firma tado, die über GPS und Smartphone den Standort der Bewohner ermittelt und die Heizung herunterfährt, sobald der letzte Bewohner das Haus verlassen hat. Umgekehrt wird das Haus umso stärker erwärmt, je näher ein Bewohner dem Zuhause kommt.
Wichtig für die Höhe der Energieeinsparung ist es, auch Komponenten wie Fenster oder Rollläden in die Hausautomation einzubeziehen. Wird etwa ein mit einem Sensor ausgestattetes Fenster geöffnet, fährt die Heizung automatisch herunter.

Rollladensteuerung senkt Energiebedarf

Im Winter, wenn es kalt ist und früh dunkel wird, fahren die Rollläden herunter, um Wärmeverluste durch Verglasungen und Fenster zu minimieren. Gerade mithilfe von Rollläden und Jalousien kann der Heizenergiebedarf eines Hause um bis zu zehn Prozent gesenkt werden, wie Messungen des Fraunhofer-Instituts für Bauphysik ergeben haben. Allerdings können diese Werte nur erzielt werden, wenn die Verschattungen dank intelligenter Steuerung immer im richtigen Moment hoch- bzw. runtergehen. Je nach Jahreszeit und je nachdem, ob Sonneneinstrahlung im Haus erwünscht ist oder nicht. Zusätzlich sorgt ein Windmesser dafür, dass die Jalousien bei Sturm rechtzeitig hochgefahren werden, um eine Beschädigung zu vermeiden. Motorisierte Rollläden sind auch deshalb ein Segen für die Energiebilanz, weil dann die Gurtöffnung – eine klassische Wärmebrücke – wegfällt.
Bewohner müssen nicht eingreifen.

Im Idealfall arbeitet die intelligent vernetzte Energietechnik so, dass die Hausbewohner gar nicht eingreifen müssen, es bei Bedarf aber jederzeit tun können. Ein weiterer Vorteil smarter Heizungen ist es, dass der Bauherr bei einer Störung sofort auf dem Smartphone benachrichtigt wird. Dann kann er sich selbst um die Angelegenheit kümmern oder eine Wartungsfirma beauftragen. In manchen Fällen lässt sich das Problem auch per Ferndiagnose und beheben.

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