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Holz als nachwachsender Brennstoff

21.03.2018

Holz ist ein nachwachsender Rohstoff, bei dessen Verbrennung nur so viel Kohlendioxid (CO2) freigesetzt wird, wie bei einer natürlichen Zersetzung im Wald ebenfalls entstehen würde. Als heimischer Brennstoff überzeugt Holz zudem durch die Verfügbarkeit im eigenen Land sowie kurze Transportwege zum Verbraucher. Auch das spart zusätzliche Energie und bremst so den Treibhauseffekt.

Brunner Keramik Brennstoff Holz

Foto: Brunner

Der Anteil von fester Biomasse an der Wärmeerzeugung hat in den letzten Jahren stetig zugenommen. Hölzer, die bei der notwendigen Durchforstung der Wälder anfallen, stellen hierbei den weitaus größten Anteil. In Form von Holzscheiten, Hackschnitzeln, Holzbriketts und Holzpellets werden sie insbesondere von Privathaushalten als CO2-neutraler Brennstoff genutzt. 

Grundsätzlich ist nur die Verbrennung von „naturbelassenem Holz“ zulässig. Holz, welches bereits einmal anderweitig genutzt wurde, zum Beispiel als Bauholz, als Verpackungsmaterial oder in Form von Möbeln darf in handelsüblichen Feuerstätten nicht verbrannt werden. Dies liegt darin begründet, dass sich in diesem Holz Fremdstoffe befinden, aus denen bei den Verbrennungsbedingungen im Ofen aggressive oder gesundheitsschädliche Verbrennungsprodukte entstehen. Diese können den Schornstein angreifen oder über das Abgas in die Umgebungsluft gelangen und dann eine gesundheitliche Gefahr darstellen.

Rika Kombiofen

Pellets oder Scheitholz? „Der Paro“ kann beides! Der neue Kombiofen von Rika erkennt mit seinem dualen Heizsystem vollautomatisch den Brennstoff und regelt elektronisch die optimale Luftzufuhr. Foto: Rika

Ein weiterer Aspekt ist die Feuchte des verwendeten Holzes. Diese sollte nicht mehr als 15 bis 20 Prozent betragen. Denn nasses Holz eignet sich nun mal nicht besonders gut, um ein Feuer zu machen. Wer ganz sicher gehen will, kann sich im Fachhandel mit einem Holzfeuchte-Messgerät versorgen. Diese sind nicht teuer und sie zeigen den prozentualen Restfeuchtegehalt des Holzes an.

Weiterhin soll beim Brennholz auf eine für die Feuerstätte gut geeignete Stückigkeit geachtet werden. Brennholz wird in den typischen Scheitlängen von 25, 33 und 50 Zentimetern angeboten. Außer der Länge soll auch die Stärke der Scheite den Angaben in der Betriebsanleitung entsprechend gewählt werden. Typisch sind Scheitdurchmesser bis etwa 10 Zentimeter.

Zum Anfeuern werden kleinere Stücke verwendet, die mit handelsüblichen Anzündern angebrannt werden. Auch hierbei ist es ratsam, die Bedienungsanleitung zu beachten.

Holzbriketts und Pellets

Pellets haben in der Regel einen Durchmesser von circa fünf Millimetern und eine Länge von ein bis zwei Zentimetern. Sie dürfen ausschließlich in speziell dafür hergestellten Primär- oder Pelletöfen verbrannt werden. Sind Öfen für Holz oder Kohle ausgelegt, können Pellets aufgrund des großen Feuerraums nicht verbrannt werden – es würde kein Feuer entstehen, sondern nur zu einer großen Qualmbildung kommen, die jede Freude am Feuer verdirbt.

Eine EU-Norm sorgt europaweit für einheitliche Bestimmungen bei Holzpellets. Die Richtlinie stellt zudem Anforderungen an die kleinen Sticks, unter anderem in Bezug auf Länge, Durchmesser, Asche, Wassergehalt und Heizwert. Die EU-Norm teilt sich in drei Klassen. Für den privaten Verbrauch gilt die EN 24961-2 und die Qualitätsklassen A1 und A2.

Brennwertkessel mit Fertiglager

Praktische und effiziente Pellet-Systemlösung für den Neubau: Der kompakte und förderfähige Brennwertkessel wird mit einem im Heizraum aufstellbaren Pellet-Lagerbehälter kombiniert. Foto: Ökofen

Klasse A1 weist den geringsten Aschegehalt und die strengsten Werte auf. Mit der Klasse A2 wird dem breiteren Rohstoffspektrum mit höherem Aschegehalt bis zu 1,5 Prozent Rechnung getragen. Beide Klassen werden auch innerhalb des Zertifikates ENplus berücksichtigt. 

Holzbriketts und Holzpellets werden durch Verpressen von Sägespänen und unter hohem Druck ohne Bindemittel erzeugt. Hierdurch wird mit einem minimalen Energieaufwand das Ausgangsmaterial veredelt. In der Folge haben Pellets oder Holzbriketts einen weitaus höheren Heizwert als Stückholz. Die Restfeuchte liegt unter 10 Prozent, so dass eine besonders schadstoffarme Verbrennung gewährleistet ist. Holzbriketts haben einen Durchmesser von acht Zentimetern und werden wie Braunkohlenbriketts als Bündel- oder Palettenware angeboten. Erhältlich sind sie im Fachhandel und Baumärkten. Holzbriketts können in allen Öfen eingesetzt werden, die auch für Holz oder Braunkohlenbriketts zugelassen sind.

(aus der Zeitschrift Effizienzhäuser 2/3-2018)