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Immer frische Luft zu Hause

21.04.2016

Foto: www.wohnungslüftung.deEgal ob im Niedrigenergiehaus oder im energetisch sanierten Altbau: Nur wenn alle Räume regelmäßig und konsequent gelüftet werden, lassen sich Bauschäden vermeiden und die Gesundheit der Bewohner schützen. Im stressigen Berufs- und Familienalltag bleiben die Fenster meist zu oft geschlossen. Als Problemlöser mit zusätzlichen Vorzügen empfehlen sich automatische Wohnungslüftungsanlagen.

Die energetischen Ansprüche an Neubauten sind zum 1. Januar 2016 erneut verschärft worden: Im Rahmen der Energieeinsparverordnung (EnEV) wurde zum einen die Anforderungen an Gesamtenergieeffizienzum 25 Prozent erhöht. Zum anderen muss die Wärmedämmung der Gebäudehülle im Schnitt um etwa 20 Prozent besser ausgeführt werden. Doch nicht nur Neubauten werden immer energiesparender und damit auch luftdichter gebaut. Althausbesitzer, die ihre Immobilie umfassend sanieren, müssen ebenfalls die Energiesparvorschriften der EnEV beachten. In Folge dessen stellt sich für Baufamilien und Modernisierer ein immer drängenderes Problem: Stündlich sind ungefähr 30 Kubikmeter Frischluft pro Person erforderlich, um sich in den Räumen behaglich zu fühlen und um Bauschäden durch Feuchtigkeit zu vermeiden. Dazu müssten im Schnitt etwa alle zwei bis drei Stunden die Fenster für einige Minuten geöffnet werden – ein Rhythmus, der im modernen, termingetriebenen Berufs- und Familienalltag praktisch nicht (mehr) einzuhalten ist.

Falsches Lüftungsverhalten

Erschwerend kommt hinzu, dass die Räume je nach Jahreszeit, Klima- und Windverhältnissen zu wenig, zu viel oder falsch belüftet werden. Reicht zum Beispiel ein zehnminütiges Lüften bei kaltem Wetter aus, um die Raumluft einmal komplett auszuwechseln, reduziert sich die Luftwechselrate bei milderen Temperaturen drastisch. Und weht der Wind ungünstig, können unangenehme Gerüche oder Autoabgase in die Wohnung gelangen. Oftmals vermeiden Hausbesitzer das Lüften auch wegen des Straßenlärms oder aus Angst vor einem Einbruch. Oder es wird mittels gekippter Fenster dauergelüftet, was während der Heizperiode Wärmevernichtung pur bedeutet. In einem durchschnittlichen Haushalt gibt jeder Bewohner täglich zirka zwei bis drei Liter Wasser (in Form von Wasserdampf) an die Raumluft ab – verursacht von ganz normalen Aktivitäten wie Kochen, Waschen und Atmen sowie durch Zimmerpflanzen. Sofern nicht regelmäßig und ausreichend gelüftet wird, steigt aufgrund der nahezu luftdichten Gebäudehülle die Luftfeuchtigkeit in den Innenräumen beträchtlich an. Dadurch entstehen günstige Voraussetzungen für die Bildung von Schimmelpilzen und Milben.

Akute Gesundheitsgefahren

Schimmelpilze und Milben sind eine der Hauptursachen für allergene Reaktionen insbesondere bei Kindern. Häufig treten Niesreiz, Atemnot und Augentränen auf. Die Lebensqualität wird eingeschränkt, die Arbeits- und Leistungsfähigkeit nimmt ab. Laut einer Studie leiden mittlerweile deutschlandweit mindestens drei Millionen Haushalte unter sichtbarem Schimmelbefall. Doch vor allem die unsichtbaren Sporen des Wohnungsschimmels sind äußerst schädlich für die Gesundheit. Das Schimmelpilzwachstum wird zudem durch Baumängel, meist durch sogenannte Wärmebrücken, sowie durch schlecht beheizte Räumen begünstigt: Insbesondere an kälteren Stellen der Umgebungsflächen kommt es bei einer hohen Luftfeuchtigkeit im Raum zur Feuchtigkeitsbildung. Kondensiert die Feuchtigkeit aus der Luft, zum Beispiel an Wänden, neben Fenstern oder hinter Schränken, ergibt sich – zusammen mit den gelösten Bestandteilen aus Wandfarbe oder Tapeten – ein optimaler Nährboden für das Schimmelpilzwachstum.

Keine Angst vor einer kontrollierten Wohnungslüftungsanlage: Die Fenster können, dürfen und sollen trotzdem noch geöffnet werden. www.waerme-plus.de

Eine Lüftungsanlage hilft

Als alltagstauglicher Problemlöser bietet sich eine kontrollierte, maschinelle Wohnungslüftungsanlage an. Sie sorgt automatisch, komfortabel und zugleich energieeffizient für den notwendigen, bedarfsgerechten Luftaustausch in allen Räumen. Auf diese Weise wird die Gesundheit der Bewohner gefördert und die Bausubstanz geschützt. Und es gibt noch weitere positive Aspekte, die das Wohlbefinden der Bewohner steigern: Zum einen wird eine ungesund hohe Kohlendioxid-Konzentration vermieden, die zu Müdigkeit oder mangelnder Konzentration führen kann. Ein modernes Wohnungslüftungssystem transportiert auch unangenehme Gerüche und Ausdünstungen aus Möbeln und Baumaterialien ab. Und Lärm aus der Umgebung, der sonst durchs offene Fenster dringt, bleibt draußen – auch in der Nacht.Eine interessante Zusatzausstattung sind übrigens spezielle Pollenfilter. Diese werden in den Außenluftstrom eingebaut und reduzieren so das Eindringen der Allergene in die Wohnräume auf ein Minimum. Eine enorme Entlastung für alle allergiesensiblen Menschen, vor allem während der starken Pollenflugphasen.

Attraktive Systemvielfalt

Wo ist nun die Grenze, wo manuelles Lüften nicht mehr problemlos möglich und ein maschinelles Wohnungslüftungssystem zwingend erforderlich ist? Um diese Frage zu beantworten, fordert die Lüftungsnorm DIN 1946-6 bei Neubauplanungen und umfangreicheren Sanierungen ein sogenanntes Lüftungskonzept, das ein Fachmann durchführt. Wer eine Lüftungsanlage einbauen muss oder möchte, der trifft auf ein breites Angebot von preislich gestaffelten, bedarfsgerechten Systemen, die rund um die Uhr zugluftfrei und lautlos für ausreichend Fischluft sorgen.

Zudem können Hausbesitzer im Vergleich zum herkömmlichen Fensterlüften auch ordentlich Heizenergie einsparen. Spezielle Renovierungssysteme erleichtern auch die Nachrüstung in bestehenden Gebäuden und (Eigentums-)Wohnungen, die energetisch hochwertig modernisiert werden. Sowohl für Baufamilien als auch für Modernisier ist es heute also kein Problem mehr, die jeweils passende Lüftungsvariante zu finden: passend zu den baulichen Rahmenbedingungen, zum gewünschten Grad an Energieeffizienz sowie zum persönlichen Budget. Die KfW-Förderbank unterstützt übrigens den Einbau der maschinellen Lüftungsanlagen durch zinsgünstige Kredite und Fördergelder.

Muss ein Lüftungskonzept beachtet werden?

Die Lüftungsnorm DIN 1946-6 schreibt für Wohngebäude ein sogenanntes Lüftungskonzept vor. Betroffen davon sind aber nicht nur alle Neubauten. Auch umfangreiche Sanierungsvorhaben sind davon betroffen, wenn beispielsweise im Einfamilienhaus mehr als ein Drittel der vorhandenen Fenster ausgetauscht werden oder mehr als ein Drittel der Dachfläche neu abgedichtet wird. Das Lüftungskonzept kann von jedem Fachmann erstellt werden, der mit lüftungstechnischen Anlagen vertraut oder in der Gebäudeplanung tätig ist (zum Beispiel der Architekt oder Heizungs- und Lüftungs-Fachhandwerker). Dieser überprüft, wie – aus Sicht der Hygiene und des Feuchte-Bauschutzes – bei unterschiedlichen Nutzungsbedingungen ein ausreichender Luftwechsel sichergestellt und der notwendige Luftaustausch erfolgen soll. Ergibt sich hierbei, dass ein Wohnungslüftungssystem erforderlich ist, muss der Fachmann eine Planung vorlegen, wie das Lüftungskonzept in der Umsetzung aussehen soll. Kommt er dieser Pflicht nicht nach, kann ihn der Hausbesitzer bei später auftretenden Schäden durch falsche Lüftung in Regress nehmen. Übrigens: Der Eigenheimbesitzer ist nicht verpflichtet, die empfohlene Maßnahme umzusetzen. Allerdings handelt er dann auf eigene Gefahr und trägt auch das Schadensrisiko.