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Naturenergie: Regenerativ heizen

22.12.2016

Baufritz-Haus

Dieses Baufritz-Haus in den Schweizer Alpen wird komplett regenerativ mit Holz und Sonnenenergie beheizt. Eine PV-Anlage sowie ein Windrad versorgen es mit ökologischem Strom. Foto: Baufritz

Es sind die immer strengeren gesetzlichen Ansprüche an die Energieeffizienz von Wohnhäusern, die den Einsatz regenerativer Energien für die Heizung und die Warmwasserversorgung auf die Agenda vieler Neubauherren rücken. Trotz momentan niedriger Öl- und Gas-Preise. Zu den regenerativen, zu deutsch erneuerbaren, Energien zählen Sonnenenergie, der nachwachsende Brennstoff Holz sowie Wind. 

Die Sonne als der größte Energielieferant unserer Erde ist auch die beliebteste regenerative Energiequelle im Neubau. Sie kann auf zwei Weisen genutzt werden: Mithilfe einer thermischen Solaranlage kann solar geheizt und Warmwasser erzeugt werden und die Photovoltaik(PV)-Anlage verwandelt die Sonnenstrahlung in elektrische Energie, die auf vielfältige Weise im Haus zum Einsatz kommen kann.

Vor allem im gut gedämmten Neubau mit sehr geringem Heizenergiebedarf liegt die Kombination der PV-Anlage mit einer Elektrowärmepumpe nahe, die mit dem selbst erzeugten Sonnenstrom betrieben wird. Diese nutzt regenerative Energie aus der Umwelt gleich doppelt: Neben dem Sonnenstrom  ziehen Elektro-Wärmepumpen kostenlose und überall verfügbare Umweltwärme aus Quellen wie der Außenluft, dem Erdreich oder dem Grundwasser. Die Verbindung hat außerdem einen finanziellen Reiz, denn inzwischen lässt sich Solarstrom günstiger selbst erzeugen, als der Bezug von Netzstrom kostet. Aber natürlich lässt sich der Sonnenstrom auch für andere Zwecke im Haus verwenden: für die Beleuchtung, den Betrieb von Hausgeräten und auch zum Laden eines Elektrofahrzeugs. Um das Stromangebot auch in die Abend- und Nachtstunden zu verlängern, empfiehlt sich die Anschaffung einer Hausbatterie. Beides, die Anschaffung der PV-Anlage, der Batterie sowie einer sehr effizienten Wärmepumpe wird übrigens staatlich gefördert.

Kaminofen. Foto: monocube

Ein Kaminofen, wie „monocube“ aus Naturstein, ist Herzenswunsch vieler Bauherren. In hoch gedämmten Neubauten muss die Heizleistung aber an die Größe des Raumes angepasst bzw. ein Großteil der Wärme über eine Wassertasche oder die Lüftungsanlage auf die übrigen Räume des Hauses verteilt werden. Foto: www.monocube-fire.com

Die Thermosolaranlage ist in den letzten Jahren etwa ins Hintertreffen geraten.  Heute wird sie vornehmlich eingesetzt, um bei Bauvorhaben mit Gasbrennwerttherme den gesetzlich geforderten regenerativen-Pflichtanteil zu gewährleisten.

Aber auch mit Holz lässt sich effizient heizen und Warmwasser erzeugen. Vor allem Holzpellets, kleine Presslinge aus Holzspänen, bieten einen hohen Bedienungskomfort. Holzpellets sind außerdem vergleichsweise günstig. Die Anschaffungskosten für eine qualitativ hochwertige Pelletzentralheizung sind mit Preisen ab etwa 16 000 Euro allerdings vergleichsweise hoch. 

Zumeist wird heute im Neubau zu den realtiv günstigen Luft-Wasser-Wärmepumpen-Systemen gegriffen, die unterschiedlich konstruiert und ausgestattet zwischen etwa 8 000 bis 13 000 Euro kosten. Wer allerdings ein Erd-Wärmepumpen-System mit einer besseren Perfomance im laufenden Betrieb haben will, muss Kosten für die Erdsondenbohrung – je nach Bodenbeschaffenheit zwischen 60 und 90 Euro pro Meter – hinzurechnen.

Wärmepumpe. Foto: Wolf Heiztechnik

Ideal für Häuser mit geringem Energiebedarf ist die Kombi aus PV-Anlage und Wärmepumpe. So wird der selbst erzeugte Strom direkt zum Heizen, Kühlen und zur Warmwasserversorgung verwendet. Foto: Wolf Heiztechnik

Wer seine Wärmepumpe mit Solarstrom betreiben möchte, muss zurzeit für eine schlüsselfertige Aufdachanlage pro Kilowatt Peak im Schnitt 1 400 Euro rechnen. Die Hausbatterie schlägt in der Blei-Säure-Ausführung mit mit ca. 200 Euro pro Kilowattstunde zu Buche, die leistungsfähigere Lithium-Ionen-Lösung kostet dagegen ca. 800 bis 1 000 Euro pro kWh.

Zum Vergleich: Eine Gasbrennwerttherme mit Solarunterstützung für Warmwasser kostet etwa 8 000 bis 10 000 Euro.

Auf lange Sicht sollen die Regerativen aber vor allem eines garantieren: Dauerhaft niedrige Heizkosten und Unabhängigkeit von den Launen des internationalen Energiemarktes. Grundsätzlich sollten Sie sich von einem Fachmann genau beraten lassen, welche Art von regenerativer Heizung zu Ihnen und Ihrem neuen Haus passt und wie hoch die zukünftigen Energieeinsparungen ausfallen können, bzw. wann sich eventuelle Mehrkosten der Anschaffung durch sparsames Heizen amortisieren.

(aus der Zeitschrift bauen! 10/11-2016)