Sechs Arten von Wärmepumpen

Wärmepumpe Heizung
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In Schweden gehören sie im Hausbau schon zum Standard und auch in Deutschland haben sie ihren Siegeszug bereits angetreten: Wärmepumpen. Mit einem solchen Gerät ist es möglich, bisher ungenutzte Energiequellen aus Grundwasser, der Umgebungstemperatur und einigem mehr für das Heizen und die Zubereitung von Warmwasser nutzbar zu machen. Im Bereich der Wärmepumpen gibt es verschiedene Systeme und Geräte. Damit Sie einen Überblick gewinnen und die für Sie geeignete Wärmepumpe finden, stellen wir Ihnen diese unterschiedlichen Modelle im Folgenden kurz vor.

Luft-Luft-Wasserpumpen

Luft-Luft-Wasserpumpen kommen in Passivhäusern zum Einsatz, die mit einer kontrollierten Wohnraumlüftung arbeiten. Das bedeutet, dass die Geräte sowohl eine Lüftung als auch eine Heizung bieten. Wenn Sie das wünschen, können Sie zudem auf ein Modell setzen, das für die Warmwasserbereitung geeignet ist. Die Zufuhr von Wärme beschränkt sich dann nicht mehr allein auf das Heizen. Solche Pumpen sind zudem sehr kompakt und nehmen nur sehr wenig Platz ein. Allerdings funktionieren sie nur bei wirklich luftdichten Häusern. In einigen Fällen ist es nötig, ein paralleles Heizsystem zu betreiben oder einen Luftkanal zur Verfügung zu haben. Ebenfalls sollten Sie bedenken, dass bei solchen Geräten regelmäßig Wartungen vorgenommen und die Filter ausgetauscht werden müssen.

Luft-Wasser-Wärmepumpen

Vor allem in frisch sanierten Gebäuden und in Neubauten leisten Luft-Wasser-Wärmepumpen von renommierten Anbietern wie z. B. Ochsner gute Dienste. Sie sind mit einem Verdampfer ausgestattet, zu dem Umgebungsluft mittels eines Ventilators geleitet wird. Hierdurch erfolgt ein Wärmeentzug. Die gewonnene Energie wird dann an einen Wasserkreislauf weitergegeben und an die gewünschten Stellen transportiert. In der Regel werden Luft-Wasser-Wärmepumpen sowohl bei Heizungen als auch für die Zubereitung von Warmwasser eingesetzt. Wenn Sie das wollen, besteht aber auch die Möglichkeit, Varianten zu wählen, die sich ausschließlich um die Warmwasserbereitung kümmern. In diesem Fall sind solche Pumpen eine wunderbare Ergänzung zu anderen Heizsystemen. Sehr beliebt sind zudem Kompaktaggregate. Diese vereinen die Vorteile verschiedener Geräte und werden vor allem in Passivhäusern zum Heizen und für die Zubereitung von Warmwasser genutzt.

Sole-Wasser-Wärmepumpen

Viele Anwenderinnen und Anwender entscheiden sich für sogenannte Sole-Wasser-Wärmepumpen. Diese gibt es in diversen Ausführungen. Sehr beliebt sind Modelle mit einem Erdkollektor. Diese nutzen Erdwärme, um Energie für das Haus zu gewinnen. Hierbei gehen sie nicht weit in die Tiefe, wo es immer wärmer wird, sondern ein horizontales Rohrsystem sorgt in der Breite dafür, dass die nahe der Erdoberfläche vorhandene Erdwärme genutzt werden kann. Ähnlich funktionieren Sole-Wasser-Wärmepumpen mit Erdsonden, wobei hier allerdings die Wärme aus der Tiefe hochgeholt wird. Um eine solche Pumpe nutzen zu können, werden intensive Erdbohrungen notwendig. Nicht zuletzt stehen Ihnen Sole-Wasser-Wärmepumpen mit einem Energiezaun zur Wahl. Diese beziehen die Energie nicht aus der Erde, sondern aus der Luft. Sie sind ebenfalls sehr effizient und kommen ohne aufwendige und kostspielige Erdbohrungen aus.

Warmwasser-Wärmepumpen

Warmwasser-Wärmepumpen dienen dazu, die Heizungsanlage von der Warmwasserzubereitung zu entkoppeln. Solche Pumpen haben ausschließlich die Aufgabe, warmes Wasser zu erzeugen, und stehen in keinerlei Verbindung mit der Heizung. Grundsätzlich können solche Pumpen ganz unterschiedliche Energiequellen anzapfen. Unter anderem sind sie in der Lage, Wärme aus der Umluft oder der Abluft zu gewinnen. Bei der Nutzung von Umluft entzieht die Warmwasser-Wärmepumpe der Umgebungsluft neben der Energie auch Feuchtigkeit. Das ist einerseits gut, da Sie sich auf diese Weise die aufwändige Schimmelbekämpfung sparen, weil Sie diesem bereits präventiv entgegenwirken. Es kann sich aber auch zu einem Problem entwickeln, wenn die Luft zu trocken wird. Das ist nämlich nicht gut für die Atemwege der Bewohnerinnen und Bewohner eines Hauses. Entsprechend müssen Sie beim Einsatz solcher Warmwasser-Wärmepumpen darauf achten, dass die Luftfeuchtigkeit in den Zimmern auf einem geeigneten Niveau bleibt.

Wasser-Wasser-Wärmepumpen

Diese Art der Wärmepumpe nutzt die Energie des Grundwassers, um Duschwasser zu erwärmen oder die Heizung zu betreiben. Hierbei zeichnen sich Wasser-Wasser-Wärmepumpen durch einen guten Wirkungsgrad aus, da das Grundwasser in der Regel konstant 7°C-12°C warm ist. Allerdings müssen Sie bedenken, dass der Einsatz solcher Pumpen nur unter ganz spezifischen Umständen möglich ist. So müssen Sie zum Beispiel zwei Brunnen zur Verfügung haben, auf die Sie zugreifen können. Beim ersten Brunnen handelt es sich um einen sogenannten Förderbrunnen. Dieser holt das Wasser nach oben und entzieht ihm die benötigte Wärme. Hierdurch kühlt es sich auf 4°C-8°C ab. Anschließend sorgt ein sogenannter Schluckbrunnen dafür, dass das Wasser wieer zurück in die Erde gelangt. Dort erreicht es wieder seine ursprüngliche Temperatur und der Prozess geht von vorne los.

Wärmepumpen mit Eisspeicher

So seltsam es klingen mag: Wärmepumpen mit Eisspeicher sind in der Lage, Wärme aus Eis zu gewinnen. Hierdurch stellen sie eine sehr gute Alternative zu Modellen dar, die ihre Energie aus dem Grundwasser, der Umgebungsluft oder der Sonneneinstrahlung beziehen. Bevor eine solche Pumpe einsetzbar ist, muss zunächst eine mit Wasser gefüllte Zisterne in unmittelbarer Nähe zum Haus vergraben werden. In dieser Zisterne befindet sich zusätzlich eine Spirale, durch die ein Frostschutzmittel geleitet wird. Die eigentliche Wärmequelle bei diesem Verfahren ist das Wasser selbst, das durch die es umgebende Erdwärme immer wieder neu aufgewärmt wird. Bei der Nutzbarmachung der Energie kommen unter anderem ein Entzugswärmetauscher und ein Regenerationswärmetauscher zum Einsatz. Dieses Verfahren ist praktischer Weise selbst dann anwendbar, wenn sich das vorhandene Wasser zu Eis verwandelt.

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Fazit: Individuelle Auswahlmöglichkeiten bei Wärmepumpen

Die Auswahl an Wärmepumpen ist denkbar groß. Die verschiedenen Modelle unterscheiden sich einerseits in ihrem Aufbau und andererseits in der verwendeten Technologie. Welche Pumpe sich für Ihre Zwecke am besten eignet, hängt von vielen Faktoren ab. Außerdem gibt es für verschiedene Modelle eine besondere Förderung vom Staat. Deswegen ist es immer sinnvoll, sich vor dem Kauf ausführlich von Expertinnen und Experten beraten zu lassen. In der Regel sind Wärmepumpen von äußeren Faktoren unabhängig, da sie die relativ konstante Wärme der Erde oder des Grundwassers für ihre Arbeit nutzen.

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