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Spiegelheizung – Infrarot-Technik im Badezimmer

25.04.2018

Heizelemente in Form eines Spiegels bieten, wie alle Infrarot-Heizungen, viele Vorteile. Dazu zählen der unkomplizierte Einbau und der minimale Platzbedarf. Wie funktionieren sie und was ist zu beachten?

Spiegelheizung mit Infrarot-Technik. Foto: infrared-info.com
Infrarot-Heizungen bieten insbesondere in Altbauten oder zur Ergänzung eines konventionellen Heizsystems viele Vorteile. Erhältlich ist diese Technologie in verschiedenen Ausführungen. Platten aus Stein, Metall oder Glas mit Spiegeleffekt sind äußerst beliebt. Die Wahl des Materials richtet nach der Position im Raum und dem Wärmebedürfnis der Benutzer. Steinplatten mit oder ohne Bildmotiv sind optisch ansprechend und halten die Wärme lange. Metall- oder Glasoberflächen erhitzen sich schnell, erkalten aber auch eher wieder. Doch eine Spiegelheizung macht kleine, beengte Räume optisch größer.

Die Vorzüge einer Infrarot-Spiegelheizung

Die Energiesparverordnung für Neubauten ist recht streng gefasst. Doch in älteren Gebäuden ist die elektrisch betriebene Infrarotheizung oft eine gute Alternative oder Ergänzung zu üblichen Heizungen. Das Ratgeberportal hausundenergie.de hat alle Vorzüge einer Infrarot-Spiegelheizung übersichtlich zusammengestellt.

Die Anschlüsse und Thermostate alter Nachtspeicheröfen reichen für die Umrüstung meist völlig aus. Es müssen weder Rohre für Gaszuführung noch Heizanlage und Leitungen für ein konventionelles Warmwasser-Heizsystem eingebaut werden. Lediglich wer eine Solarthermie-Anlage für den Betrieb nutzen will, muss für die Installation etwas tiefer in die Tasche greifen. Hochwertige Infrarot-Heizelemente sind obendrein praktisch wartungsfrei. 

Insbesondere in Bädern, Toiletten oder Sauna-Vorräumen bieten sich Spiegelheizungen mit Infrarot-System geradezu an! Im Gegensatz zu Nachtspeicheröfen oder Elektro-Konvektionsheizungen sind sie  höchst flexibel: Sie können an der Decke oder der Wand befestigt werden und beanspruchen maximal acht Zentimeter ab Wand, meist viel weniger.

In älteren Gebäuden behandelten die Planer die „Feuchträume“ oft etwas stiefmütterlich: So müssen die Bewohner mit kleinen, engen und fensterlosen Badezimmern oder Toiletten vorlieb nehmen. Eine flache, großflächige Spiegelheizung macht den verfügbaren Bereich schnell viel moderner und gemütlicher. Eine Spiegelheizung im Bad kann wahlweise an der Wand oder der Decke angebracht werden. Hier sorgt sie für ein Gefühl von Licht, Raum und Weite und verdeckt obendrein manch tristes Fliesendekor.

Die Infrarot-Spiegelheizung erzeugt schnell und effektiv gesunde Wärme. Sie hilft, Feuchtigkeit zu bekämpfen und verhindert Schimmelbildung. Beschlagende Spiegelflächen beim Duschen oder Einlassen von Badewasser gehören der Vergangenheit an. Im Gegensatz zu Heizlüftern arbeitet die Infrarot-Spiegelheizung lautlos. Staub wird weder „gesammelt“ noch in die Luft geblasen. Wie immer bei Infrarot-Wärme ist es wichtig, die Leistung der Raumgröße optimal anzupassen. In einem Badezimmer ist eine Leistung von 100 Watt pro Quadratmeter des Raumes vernünftig. So wird es bei Bedarf schnell kuschelig warm. Ein integrierter oder zusätzlich installierter Thermostat hilft, den Energieverbrauch nach Bedarf zu steuern. Somit kann der Energieverbrauch selbst bei Erstbezug eines Neubaus verringert werden.

 

Infrarot-Spiegelheizung mit Funkthermostat.<br />
Foto: infrared-info.com

So sind Infrarot-Spiegelheizungen aufgebaut

Grundsätzlich bestehen Infrarot-Heizelemente aus

  • Einer thermischen Isolationsschicht auf der Rückseite, meist eine Steinwoll-Dämmplatte mit einer beschichteten Stahlblech-Rückwand dahinter (damit nicht die Wand hinter dem Heizkörper, sondern der Bereich davor erwärmt wird)
  • Einer Heizschicht
  • Einer Frontschicht

Das Kernstück der Spiegelheizung sind Karbonfasern- oder -folien oder auch Edelstahlfasern. Diese sind in Kunststoff eingebettet oder von diesem ummantelt. Edelstahl-Heizleiter gelten als unbegrenzt haltbar. Sie wandeln die durchgeführte Energie in Infrarot-Wärme um.

Der Begriff Infrarot-Strahlung bezieht sich dabei auf die überwiegend erzeugten elektromagnetischen Wellen und deren Spektralbereich. Im Infrarotbereich wird Wärme erzeugt, die in etwa der Sonnenwärme ähnelt. Erwärmt werden nicht die Raumluft, sondern alle festen Oberflächen und Körper rund um die Heizelemente. Die Frontschicht der Heizung entscheidet nicht nur über die Optik, sondern auch über einige Heiz-Eigenschaften. Natursteinplatten etwa aus Sandstein, Marmor, Granit oder „Solnhofer Platten“, ebenso Keramik, halten die Wärme auch dann noch, wenn der Strom längst abgeschaltet ist. Ähnlich effektiv ist auch ein Kachelofen.

Beschichtetes Aluminium, Sicherheits-Dekor- oder Spiegelglas geben sehr schnell viel Wärme ab, kühlen aber auch entsprechend schnell wieder aus. Dafür eröffnen sie viele gestalterische Möglichkeiten. In Badezimmern oder Toiletten ist die schnelle Wärmeerzeugung entscheidend, der Raum muss nicht permanent sehr warm gehalten werden. Diese Aufgabe erfüllen entsprechend große Infrarot-Heizelemente perfekt. Spiegelheizungen werden mit oder ohne Rahmen, mit oder ohne LED-Beleuchtung hergestellt. Beheizte Spiegelflächen beschlagen naturgemäß nicht.



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