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Zu Hause befreit aufatmen

06.12.2012

Strahlungswärme statt Luftverwirbelung mit Kamin- und Specksteinöfen. BrunnerDie Zahl der Menschen, die an Allergien leiden, hat stark zugenommen. „Ein wesentlicher Faktor ist die steigende Belastung durch Allergene in den Wohnräumen (Innenraumallergene)“, erklären die Experten der Europäischen Stiftung für Allergieforschung (ECARF). Unter Allergenen versteht man „alle Antigene, die sich innerhalb von Räumen finden lassen und zu einer allergischen Reaktion führen, wie beispielsweise zu Heuschnupfen, allergischem Asthma oder atopischer Dermatitis (Neurodermitis)“.

Strahlungswärme statt Luftverwirbelung
Damit die Raumluft auch in energieeffizienten Häusern gesund bleibt, stehen Bauherren bzw. Hausbesitzern verschiedene Lösungen zur Verfügung, die auch schon in dem auf den vorangegangenen Seiten vorgestellten Haus zum Einsatz kamen: Flächenheizung, kontrollierte Lüftung und Zentralstaubsauger.

Flächenheizungen erreichen bei Neubauten von Ein- und Zweifamilienhäusern, laut Bundesverband Flächenheizungen und Flächenkühlungen e.V. (BVF), inzwischen einen Marktanteil von 50 Prozent. Während Fußbodenheizungen schon länger Standard sind, haben sich in den letzten Jahren zunehmend auch Wand- und Deckenflächenheizungen durchgesetzt. Beim Heizen mit Flächen entsteht Strahlungswärme, während beim Heizen mit Heizkörpern vor allem die Luft erwärmt und durch die Luftbewegung Staub aufgewirbelt wird.

Strahlungswärme kann auch durch Kachelöfen erzeugt werden, weshalb diese seit einiger Zeit eine Renaissance erleben. Ein besonders hohes Wärmespeichervermögen zeichnen Öfen aus Speckstein aus. Denn sie spenden mit einem Abbrand bis zu 40 Stunden Wärme. Die Ofenwärme kann zudem bei entsprechender Ausstattung zum Backen und Kochen verwendet werden. Je nach Auslegung des Ofens können auch benachbarte Wände in das Wärmekonzept einbezogen werden. Und über einen Wasserwärmetauscher kann sogar ein ganzes Haus mit einem Ofen beheizt werden.

Lüftung besser kontrolliertSo weit sollte es nicht kommen, dass schlechte Raumluft allergische Reaktionen auslöst. BHD
Angesichts immer dichter werdender Gebäudehüllen reicht Fensterlüftung oft nicht mehr aus, um für einen gesunden Luftwechsel zu sorgen. Werden Räume aber nicht ausreichend gelüftet, gibt es nicht nur „dicke Luft“ mit einem zu hohen CO2-Anteil, sondern auf Dauer auch gesundheitliche Beeinträchtigungen durch Feuchtigkeit, Keime, Schimmel etc. Auch Ausdünstungen von Baustoffen und Möbeln konzentrieren sich dann in einem nicht bekömmlichen Ausmaß in der Raumluft.

Das Problem zu hoher Luftfeuchtigkeit wird von vielen unterschätzt. Durch alltägliche Aktivitäten wie Kochen und Waschen entsteht eine Menge Feuchtigkeit, ebenso durch Atmen und Schwitzen der Bewohner sowie durch Zimmerpflanzen, Aquarien etc. Um eine kontrollierte Lüftung kommt man daher in Neubauten kaum noch herum.

Doch große Sorgfalt ist erforderlich, damit der Schuss nicht nach hinten losgeht und die Lüftungsanlage selbst Ursache von schlechter Luft wird. Denn Fehler bei Planung, Ausführung und Betrieb könnten wiederum die Gesundheit der Bewohner gefährden.

Es gibt zentrale und dezentrale Lüftungen. In Neubauten kommt meist eine zentrale Lüftung mit Wärmerückgewinnung zum Einsatz. Hier versorgt ein zentrales Lüftungsgerät über ein Netz von Kanälen das Haus mit frischer Luft bzw. führt – über separate Kanäle – verbrauchte Luft aus den Räumen ab. Beide Luftströme laufen ohne direkten Kontakt durch einen Wärmetauscher, wo bis zu 90 Prozent der in der Abluft enthaltenen Wärme auf die Zuluft übertragen werden.

Moderne Anlagen arbeiten exakt bedarfsorientiert. Sensoren messen den Gehalt an CO2 und flüchtigen organischen Verbindungen (VOCs) in der Raumluft. Nimmt die Luftqualität ab, wird die Lüftungsleistung automatisch erhöht. Das spart auch eine Menge Energie.

Dezentrale Lüftung bedeutet, einzelne oder alle Räume werden jeweils mit einem eigenen Lüftungsgerät ausgestattet, das in die Außenwand eingebaut wird. Die Lüftungsgeräte besitzen einen Ventilator, der den benötigten Luftvolumenstrom von außen nach innen und umgekehrt fördert und so einen ausreichenden Luftaustausch sicherstellt – auch bei ungünstigen Witterungsbedingungen. Der Wärmetauscher gewinnt bei dezentralen Systemen etwa 60 Prozent der in der Abluft enthaltenen Wärme zurück.

Vorteil dieser Einzelraumgeräte: Sie erlauben die gezielte Belüftung des jeweiligen Raumes, die Leistung eines Geräts kann entsprechend den unterschiedlichen Temperaturen und Feuchtegehalten der Luft eingestellt werden, z. B. im Bad anders als im Schlafzimmer. Und bei Ausfall einer Einheit ist nicht die gesamte Wohnung betroffen. Die zentralen Systeme arbeiten dagegen energieeffizienter.

Jeder, der sich schon mal vor dem Staubsaugen gedrückt hat, weiß warum: Es mieft – zum Teil fürchterlich! Im Haushalt vereinen sich Hausstaub, Blütenpollen, Keime, Bakterien, Schimmelpilze und der Kot von Hausstaubmilben zu einem Cocktail, den Agent 007 weder geschüttelt noch gerührt zu sich nähme. Beim normalen Staubsaugen wird diese ungesunde Mixtur teils aufgesogen, aber auch in der Raumluft durcheinandergewirbelt. Die Teilchen gelangen in die Lunge und verursachen dort Schäden.

Dem lässt sich mit einer zentralen Staubsauganlage vorbeugen. Diese besteht aus dem Sauggerät, diversen Saugdosen in der Wand und aus einem Netz an Kanälen, die in der Wand integriert und mit dem Zentralgerät verbunden sind. Der Saugschlauch wird in eine der Wanddosen gesteckt, wodurch sich das Zentralgerät einschaltet, das im Keller oder in der Garage untergebracht werden kann. Mit einer zentralen Staubsauganlage lässt sich die Staubaufwirbelung, schlechter Geruch und Lärm vermeiden.   

Lüftung: Auf Qualität achten

 

Beim Kauf einer Lüftungsanlage sollte Wert auf ein Qualitätsprodukt gelegt werden, das die Hygienestandards nach DIN-Norm erfüllt. Die Kennzeichnung „H“ garantiert hierbei eine Geräteprüfung auf seine hygienische Güte durch unabhängige Prüfstellen.

Lassen Sie sich bei Inbetriebnahme der Lüftungsanlage durch den Installateur in die Bedienung und Wartung des Geräts einweisen.
Der Gerätefilter sollte mindestens zweimal jährlich gewechselt werden, was sich mit wenigen Handgriffen problemlos selbst erledigen lässt. Fast alle Anlagen zeigen automatisch an, wann der nächste Filterwechsel ansteht.

Eine Reinigung des Wärmeübertragers sollte gemäß Herstellerangaben erfolgen. Dieser lässt sich bei den meisten Lüftungsanlagen einfach entnehmen und unter der Dusche ausspülen.
Alle zwei bis fünf Jahre sollte das Gerät einem Gesamt-Check durch den Fachmann unterzogen werden.

Beachtet man diese wenigen grundlegenden Punkte, ist eine hygienisch hochwertige Raumluft durch kontrollierte Wohnungslüftung stets optimal gewährleistet.