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10 Punkte zur Treppenplanung

31.03.2017

1. Gut belichtet

Bei einer sicheren Treppe werden die Stufen durch Tageslicht und Leuchten erhellt. Lichtschalter am Anfang und Ende der Treppe sind optimal. Die Leuchten sollten parallel zum Treppenverlauf platziert sein, jeweils über den Antritten und Podesten und auf keinen Fall blenden. Die Allgemeinbeleuchtung muss gleichmäßig und so gesetzt sein, dass sie vom oberen Treppenabsatz nach unten leuchtet und für kurze, weiche Schatten sorgt, damit sich die Stufen deutlich voneinander absetzen. Harte Schlagschatten durch Strahler stören: Gibt es zu viel Licht aus falscher Richtung, fehlen Schatten und die Stufen setzen sich nicht gut erkennbar voneinander ab.

beleiuchteter Handlauf. Foto: licht

Ein beleuchteter Handlauf oder zusätzliche Wand- und LED-Leuchten setzen optische Akzente und bieten Orientierungshilfe. Nahe jeder dritten Stufen sorgen sie für deren explizite Beleuchtung, bei breiten Stufen eignen sich auch in die Setzstufen eingelassene Leuchten, die die gesamte Stufe erhellen. Foto: www.licht.de

2. Stoffe aus denen Treppen sind

Die Materialwahl der Treppe hat erheblichen Einfluss auf ihre Gesamterscheinung: Holz wirkt warm, Glas schafft Leichtigkeit und eine filigrane Anmutung und Metall oder Stahl können dem Raum einen modernen, puristischen Industrial-Look verleihen. Werden verschiedene Materialien miteinander kombiniert, können schöne, individuelle Gestaltungen entstehen. Denn neben den Materialien Holz, Beton und Stahl für die Tragkonstruktion kommen weitere für die Geländer, Handläufe und Stufenbeläge hinzu, die das gestalterische Spektrum erweitern: Zu letzteren gehören keramische Fliesen und Naturstein. Bei beiden ist besonders auf deren rutschhemmende Eigenschaften zu achten. Auch bei Faltwerktreppen aus Holz oder gegossenen Betontreppen, bei denen Tritt- und Setzstufen eine Einheit bilden, ergeben sich schöne Gestaltungsmöglichkeiten.

Holztreppe. Foto: kenngott

Ohne sichtbare Konstruktion steht hier das Material Holz der scheinbar schwebenden Stufen im Mittelpunkt. Die Glaswand unterstützt die filigrane Wirkung der Kragarmtreppe. Foto: www.kenngott.de

3. Separat platziert

Teenager und erwachsene Kinder werden es sehr zu schätzen wissen, wenn ihr Kommen und Gehen nicht jedes Mal unter Beobachtung steht – und dies wird am besten mit einem Treppenhaus erreicht. Ist die Treppe abgerückt vom Eingangsbereich in einer Nische untergebracht, spart man vor der Haustür Platz. Wird das Treppenhaus zudem durch Türen abgetrennt, bietet es zudem Schutz vor Geräuschen und Zugluft, die bei offenen Konstruktionen über mehrere Geschosse entstehen kann. Für einen wirklich gesonderten und geschlossenen Aufgang in das jeweils andere Geschoss sollte man sorgen, wenn sich hier eine Einliegerwohnung befindet, also getrennte Parteien das Haus gemeinsam bewohnen. Nur so ist die Privatsphäre aller Bewohner gewährleistet.

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Geschosstreppe. Foto: baumeisterhaus

Ist die Geschosstreppe wie hier in einer großzügigen Nische platziert, bildet die Treppe einen eigenen Raum. Engstellen im Eingangsbereich werden vermieden.  Ist das Treppenauge groß genug, könnte hier später auch ein Aufzug platziert werden. Foto: www.baumeisterhaus.de

4. Schön im Wohnraum

Eine der ersten Fragen bei der Treppenplanung lautet: Wo soll die Treppe liegen, wo ist genügend Platz für die gewünschte Treppenart und -form? Kommt sie offen im Wohnraum unter oder sollte sie lieber separat in der Diele eingeplant werden? Wer sich für die Lage im Wohnbereich entscheidet, sollte sich darüber im Klaren sein, dass dieser dadurch zur Erschließungsfläche wird. Hier kann es – wenn zum Beispiel Kinder und Jugendliche im Haus leben – zu regelrechtem Durchgangsverkehr kommen. Durch die offene Gestaltung rücken bei dieser Variante Erd- und Obergeschoss optisch und akustisch näher zusammen. Die Treppe wird bewußt zur Komponente des Wohnraums, kann Raumteiler und Möbelstück darstellen – mit zum Beispiel zusätzlicher Staufläche – und durch abgestimmte Form- und Materialwahl schmückendes Gestaltungselement sein.

Wandscheibe einer Kragtreppe. Foto: büdenbender

Hier trägt eine Wandscheibe die filigrane Kragtreppe, deren Wange in der Wand verschwindet. Flur und Wohnbereich werden dadurch voneinander getrennt und das Erdgeschoss trotz offener Gestaltung gegliedert.
Foto: www.buedenbender-hausbau.de

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5. Ohne Barrieren

Es kann Zeiten im Leben geben, in denen schon die kleinste Stufe zum großen Hindernis wird. Sei es nach einem Unfall oder im Alter: Für Menschen mit körperlichen Einschränkungen sind Treppen schier unüberwindbar. Wer nicht direkt im Neubau einen kompletten Aufzug einbauen lassen möchte, aber dennoch für den Notfall gerüstet sein will, plant am besten von vornherein den nötigen Platz ein. Bei einem Personenaufzug heißt das, in Diele oder Flur auf allen Geschossen Platz für den späteren Schacht vorzusehen und diesen – selbst bei zwischenzeitlicher Nutzung beispielsweise als Abstellkammer – bei der Fußbodenheizungsverlegung auszusparen. Da ein privater Personenlift mit circa 20  000 Euro relativ kostspielig ist,bietet sich auch die Alternative an, einen Treppenlift nachzurüsten. Die Preise liegen hier für geradläufige Treppen bei circa 3   000 Euro, für gewendelte bei 6   000 Euro plus Montage.  

Personenlift. Foto: vestner

Ein Personenlift bietet für alle Generationen maximalen Komfort. Für pflegebedürftige Menschen bedeutet er Bewegungsfreiheit und stellt ein Plus an Lebensqualität in den eigenen vier Wänden dar. Speziell für private Häuser entwickelt, ist der Homelift kleiner, leichter und extra leise. Foto: www.vestner-homelift.de

6. Raumwunder

Gibt es keine Kellertreppe, bleibt die Fläche unter der Treppe oft ungenutzt. Der Raum wird verschenkt. Dabei geht es auch ganz anders: Ob als clevere Einbaulösung, kompletter Vorratsschrank, offenes Regal oder als Platz für Garderobe und Schuhschrank – der Raum unter der Treppe kann auf vielfältige Weise klug genutzt werden. Auch die Wandfläche neben der Treppe kann, sofern keine Fenster vorhanden sind, als schmuckes Regal dienen oder man spart sich eine Wand von vornherein und plant stattdessen gleich eine trennende Regalwand: sieht gut aus und schafft zusätzliche, praktische Staufläche.

Raum unter der Treppe. Foto: luxhaus

Der Raum unter der Treppe kann als zusätzliche Abstellfläche dienen. Er bietet Platz für Garderobe, Kinderwagen oder wie im Musterhaus „Fine“ in Poing für einen maßgerechten Einbauschrank mit vielfältig nutzbaren Schubläden und -fächern. Foto: www.luxhaus.de

7. Formenvielfalt

Je nach Form braucht eine Treppe unterschiedlich viel Fläche: Spindeltreppen (s. Grundriss mittig) können wahre Platzsparer sein, nehmen als Haupttreppe aber ähnlich viel Raum wie eine halbgewendelte Treppe ein (Grundriss rechts). Einläufige, gerade und Podesttreppen brauchen den meisten Platz (Grundriss links). Während Treppen, denen weniger Raum zugestanden wird, steiler und unkomfortabler
ausfallen, haben geradläufige Treppen den Vorteil, dass sie bequemer und sicherer zu begehen sind. Das liegt daran, dass bei ihnen alle Stufen an beiden Seiten gleich tief sind. Auch viertel- und halbgewendelte Treppen sind gut begehbar und kommen je nach Breite mit sechs bis neun Quadratmetern aus. Eine geradläufige Treppe benötigt etwa zwölf Qudartmeter Platz.

Spindeltreppe. Foto: treppen-intercon

Spindeltreppen kommen mit geringer Stellfläche aus, haben einen offenen Charakter und lassen sich wie ein schönes Möbelstück gekonnt in Szene setzen. Das Modell „Caparo“ gibt es in den Durchmessern 120, 140 und 160 Zentimeter. Foto: www.treppen-intercon.de

8. Leisetreter

Trittschall lässt sich auf Treppen nicht vermeiden. Doch es gibt effektive konstruktive Maßnahmen, mit denen sich seine Ausbreitung reduzieren lässt, sodass er nicht mehr als störend empfunden wird. Wichtig ist die schalltechnische Entkopplung der Treppe, indem die Schallübertragung von den Treppenläufen auf die ­Podeste, Wände und Decken soweit wie möglich unterbunden wird. Dies geschieht durch schalldämmende Elemente zwischen Stufen und Holmen. Eine weitere Maßnahme sind spezielle Befestigungen und entsprechende Auflager am An- und Austritt sowie federnd gelagerte Wandanker. Für letztere kommen feste, aber elastisch verformbare Kunststoffe zum Einsatz, die eine wirksame Schall­entkopplung erzielen. Damit kann die Ausbreitung von Trittschall in den angrenzenden Wänden und Decken effektiv verringert werden.

Schalldämmende Wandanker. Foto: fuchs-treppen

Schalldämmende Wandanker und Sockelelemente wirken schallentkoppelnd und dämpfen Gehgeräusche, die durch das Schwingungsverhalten beim Begehen einer Treppe entstehen. „Sylomer“ behält seine schallentkoppelnden Eigenschaften über viele Jahre. Foto: www.fuchs-treppen.de

9. Safety first

Treppen können besonders für Kinder und ältere Menschen zu Gefahren- und Unfallquellen werden. Wichtig sind daher griffige, am besten sogar beidseitige Geländer und Handläufe. Sie tragen wesentlich zum sicheren Begehen einer Treppe bei. Freie Seiten müssen mit einem mindestens 90 Zentimeter hohem Geländer gesichert werden, ansonsten kann – etwa zugunsten der Optik – im Privathaus auf einen Handlauf verzichtet werden. Bei Geländerstäben darf der Abstand immer nur so groß sein, dass Kinder weder hindurchfallen können, noch ihre Köpfchen zwischen den Stäben stecken bleiben können, und liegt damit bei maximal zwölf Zentimetern. Kanten und Überstände, die zu Stolperfallen werden können, am besten vermeiden und auf eine schutzhemmende Oberfläche achten. Ungefährlicher als offene sind geschlossene Treppen mit Setzstufen. Mit Kleinkindern empfiehlt sich zudem eine Kinderschutztür. Achten Sie auf das CE-Prüfsiegel: Es steht für die Einhaltung europäischer Sicherheitsstandards.

sichere Treppe. Foto: treppenmeister

Das Qualitätsmanagement von Treppenmeister wird jährlich durch den TÜV Rheinland LGA Bautechnik GmbH kontrolliert. Kunden bekommen so eine garantiert sichere Treppe mit 50 Jahren Nutzungsgarantie.  
 Foto: www.treppenmeister.com

10. Bequemer Aufstieg

Ein gleichbleibender Stufenzuschnitt bei geradläufigen Treppen erleichtert das Begehen und schafft so Sicherheit. Zwar sind gewendelte Treppen, sofern sie nicht zu eng geplant sind, ebenfalls gut begehbar, doch wenn man zum Beispiel einen sperrigen Wäschekorb oder ein schlafendes Kleinkind auf dem Arm trägt, ist das Gehen auf einer geraden Treppe noch komfortabler. Auch ein Wendepodest, das die Treppe nach ein paar Stufen quasi unterbricht, erleichtert das Erklimmen des Obergeschosses – nicht nur für Kinder und ältere Menschen. Das Podest bietet Platz und damit sicheren Raum zum Verschnaufen. Die Laufbreite der Treppe sollte im Wohnhaus mindestens 80 Zentimeter betragen – noch besser sind 90 oder 100 Zentimeter, damit man bei Gegenverkehr nicht ausweichen oder warten muss.

gerade Treppenform. Foto: fuchs-treppen

Zwar nimmt eine gerade Treppenform etwas mehr Platz in Anspruch als gewendelte, sie bietet aber auch sehr komfortables Begehen und damit Sicherheit für Jung und Alt. Bei entsprechender Laufbreite kann man sich, auch ohne dass es zu eng wird, darauf begegnen. Foto: www.fuchs-treppen.de

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(aus der Zeitschrift: bauen 2/3-2017)