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Schlauer Stauraum

02.10.2018

Ein geordnetes Zuhause erleichtert Alltagsabläufe und schafft eine angenehme Wohnatmosphäre. Ausreichender Stauraum ist eine Grundvoraussetzung dafür und sollte daher von Anfang an mitgeplant werden.

Stauraum.
In Regalen wie dem „Lagolinea“ kommen Bücher und Dekoration attraktiv zur Geltung. Foto: whos's perfect

Man sollte nichts im Haus haben, das nicht entweder schön oder funktional ist,“ wusste schon Maler und Architekt William Morris, Mitte des 19. Jahrhunderts. Ein Rat, den Sie gut mit in Ihr neues Zuhause nehmen können beziehungsweise bei der Planung schon im Hinterkopf haben sollten. 

Der Bau Ihres Hauses ist nämlich die beste Gelegenheit, richtig auszusortieren, um dann frisch und organisiert, neu zu starten. Nutzen Sie diese Chance mit genug Stauraum! Es lohnt sich. Machen Sie sich klar, dass Unordnung unnötig ablenkt, leicht zu Streit führen und damit zum nicht unterschätzbarem Stressfaktor werden kann. Ordnung hingegen schafft Klarheit und hilft beim reibungslosen Ablauf im Familienalltag. Man könnte auch sagen: Wo es aufgeräumt ist, fühlen wir uns automatisch wohler.   

Ziel ist es daher, genug Stauraum zu planen, damit alle Dinge von Anfang an einen festen Platz haben. Darum brauchen Sie als erstes eine Bedarfsliste – denn wie viel Stauraum nötig wird, hängt individuell von der Personenanzahl, deren Hobbies und Lebenssituationen ab. Fragen Sie sich, was Sie besitzen und unbedingt behalten wollen, wie viel Platz Ihnen zur Verfügung stehen wird und ob Sie einen Keller brauchen oder lieber den Hauswirtschaftsraum größer anlegen?

 

Passgenaue Leichtbauwände schaffen einen geschlossenen Abstellraum unter der Treppe. Foto: Treppenmeister

Durch Platzreservierung klappt’s mit dem Stauraum

Als nächstes gehen Sie Raum für Raum durch. Nicht nur Einbaumöbel sind fester Teil der Grundrissplanung, auch flexibles Mobiliar wie Regale, Schränke und Kommoden sollten bezüglich ihres Platzbedarfs bereits bedacht werden.
Los gehts mit einer gut organisierten Garderobe: Jacken, Schuhe und Taschen müssen täglich griffbereit sein, sollten aber weder zum optischen Störfaktor, noch zur Stolperfalle werden. Abhilfe schaffen Schränke, Kommoden und Haken. Doch Vorsicht, dass es nicht zu eng wird und offene Ablageflächen nicht zu voll und unübersichtlich werden. Hinter Schiebetüren bietet sich viel Platz und spezielle Systeme sind hier echte Ordnungshilfen. Hier verschwindet alles ganz unauffällig und die eigentliche Bewegungsfläche bleibt definitiv frei.

Oft ebenfalls Teil des Flurs, aber auch im Wohnraum, können unter Treppen entstehende sogenannte tote Ecken hervorragend durch clevere Einbauten zum zusätzlichen Schrank oder Regal werden. Fachbetriebe, Zimmereien und Möbelhersteller sind hier die Ansprechpartner. Bei allen Einbauschränken gilt: Als geschlossene Ausführung und besonders wenn Türblätter und Schubladen bündig mit den Wänden abschließen, wirken die Räume größer und ruhiger.

Apropos ruhig: Besonders im Schlafzimmer können herumliegende Sachen und zu wenig Stauraum für Unruhe sorgen und buchstäblich bei der Nachtruhe stören. Ausreichende geschlossene Schrankflächen sind daher unbedingt zu empfehlen. Noch besser, sofern der Platz vorhanden: ein begehbarer Kleiderschrank bzw. eine Ankleide, in der die Kleidung komplett aus dem Sichtfeld verschwindet. Der separate Raum bietet freiere Gestaltungsmöglichkeiten und mehr Platz als konventionelle Möbel. Eine Schiebetür vor einer Wand oder Nische reicht. So können hier auch Bügelbrett, Bettwaren und Staubsauger Unterschlupf finden.

Stauraum im Schlafzimmer.
Maßgefertigte Schränke nutzen jede Ecke aus – selbst unter niedrigen Dachschrägen. Foto: deinschrank

Im Kinderzimmer schaffen clevere Möbel mit Kombinutzung – wie Podeste oder Hochbetten – ausreichend Freifläche zum Toben und Spielen und helfen den Kleinen beim Ordnunghalten. In Badezimmer und Küche bedarf es besonderer Abwägungen, welche Dinge regelmäßig, beziehungsweise täglich, oder nur selten genutzt werden. Denn sammeln sich allzu viele Utensilien zum Beispiel im Bad auf der offenen Ablage, wird die Wellness-Oase schnell unübersichtlich und ungemütlich. Abhilfe schaffen Spiegel- und Waschtischunterschrank: Sie bieten unmittelbaren Zugriff auf Kosmetika und nehmen praktisch keine zusätzliche Fläche in Anspruch.

In der Küche sind Möbel mit intelligenten Ordnungssystemen und Innenschubkästen sowie sogenannte Apothekerschränke wahre Stauraumwunder. Vorräte kommen zudem am besten im angegliederten Hauswirtschaftsraum oder der Speisekammer unter. Alles, was selten genutzt wird, vom Fondue bis zur Servierplatte, landet in oberen Fächern – und alles, was praktisch nie in Gebrauch ist, oder das Sie nicht mehr schön finden, am besten direkt in der Flohmarktkiste.

(aus der Zeitschrift: bauen. 10/11-2018)