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Wissen: Licht und Beleuchtung

01.08.2017

Mehr als 80 Prozent aller Informationen nimmt der Mensch über die Augen auf. Dazu benötigt er Licht, denn es macht die visuelle Wahrnehmung überhaupt erst möglich. Eine gute und gezielte Beleuchtung ist somit für die Wirkung, wie komfortable Nutzung unserer Wohnumgebung essenziell.

LED-Lichter von Nimbus Lightning

Moderne LEDs sind extrem sparsam und somit auch sehr flexibel: Die „Roxxane Leggera“ ist mit einem Akku versehen und kann einmal aufgeladen z.B. einfach auf die Terrasse mitgenommen werden. Foto: Nimbus

Unsere Augen sind unser wichtigstes Sinnesorgan. Sie übertragen aufgenommene Informationen zehn Mal so schnell wie die Ohren. Rund ein Viertel unseres Gehirns ist mit der Verarbeitung dieser „Daten“ beschäftigt und „errechnet“ z.B. aus den beiden leicht unterschiedlichen Bildern, die das rechte und das linke Auge „senden“, einen räumlichen Eindruck. So kann der Mensch dreidimensional sehen. Damit das, ebenso wie das Wahrnehmen von Farben, funktioniert, benötigen wir allerdings Licht. 

Während tagsüber idealer Weise die Sonne unsere Umwelt – am besten auch von Innenräumen – belichtet, benötigen wir an trüben Tagen oder in der Nacht eine künstliche Beleuchtung. Seitdem die klassische Glühbirne ausgemustert wurde, setzt sich als energieeffiziente Leuchtmittel-Alternative immer deutlicher die LED (englisch: light-emitting diode‚ licht-emittierende Diode) durch. Neben ihrem extrem niedrigen Stromverbrauch zeichnet sie sich vor allem durch sehr lange Haltbarkeit und hohe Flexibilität bei der Lichtfarbe sowie den Einbaumöglichkeiten  im und um das Haus aus. LEDs werden als Komplettleuchten oder als sogenannte Retrofits angeboten, die aussehen wie klassische Glühbirnen und somit als Glühbirnenersatz dienen.

 

Beleuchtunng in Szene setzen

Wer die Architektur und Funktionen
seines Wohnhauses durch eine gezielte Beleuchtung positiv unterstützen möchte, braucht eine Beleuchtungsplanung. Sie besteht aus verschiedenen Elementen: Der Grund-, Akzent-, Funktionsbeleuchtung und kann zusätzlich Schmuck- und Konturbeleuchtung enthalten. Die Grundbeleuchtung ist dafür zuständig, dass möglichst alle Flächen gleich­mäßig und blendfrei ausgeleuchtet werden. Wo es um Orientierung und Sicherheit sowie um gute Arbeitsverhältnisse geht, wie im Flur, auf Treppen und im Büro, ist sie unverzichtbar. Zum Einsatz kommen für ­diesen Zweck Wand- und Deckenleuchten, Bodenstrahler mit möglichst breitem Ausstrahlwinkel sowie Lichtleisten. Sofern die Leuchtmittel dimmbar sind, können sie sich ­geänderten Anforderungen anpassen und zum Beispiel im Schlafzimmer abends für eine dämmrige, ­entspannende Atmo­sphäre sorgen und morgens mit viel Licht das Aufstehen sowie die Zusammenstellung der Garderobe ­erleichtern.

 

Gezielt ­ausgeleuchtet

Sinn der Akzentbeleuchtung ist es, die Aufmerksamkeit auf bestimmte Dinge zu lenken. Sie will bestimmte Highlights im Raum in Szene setzen. Das können Bilder, Skulpturen, Möbelstücke oder Architekturelemente sein. Diese Aufgabe erfüllen u.a. Spotlights, die sich auf das jeweilige Objekt ausrichten lassen. 

Die Funktionsbeleuchtung dient dazu, gezielt dort optimale Lichtverhältnisse zu schaffen, wo erhöhte Anforderungen ­bestehen. Ihr helles und eher kühles Licht schont die ­Augen und beugt einer raschen Ermüdung vor, beispielsweise in der Küche sowie überall dort, wo es darum geht, dass Gegenstände und Details perfekt zu erkennen sind.

Tischbeleuchtung von Paulmann

Pendelleuchten leuchten den Esstisch  besonders schön aus. Ideal ist, wenn sich die Pendelunterkante etwa 60 Zentimeter über der Tischplatte befindet. Foto: Paulmann

Unter Schmuckbeleuchtung wiederum versteht man Einzelleuchten, bei denen nicht die Funktion im ­Vordergrund steht, sondern eine schöne Anmutung oder das besondere Licht- und Schattenbild, das sie erzeugen. So fungiert die Leuchte selbst als ­Designelement. 

­Spezielle Effekte können zudem mit einer Konturbeleuchtung erzielt werden – ein ideales ­Einsatzfeld für LED-Stripes. ­Damit lassen sich gestalterische Details hervorragend ­akzentuieren.

Wichtig bei der Planung ist es, in zusammenhängenden Bereichen auf eine weit­gehend gleiche Lichtfarbe zu achten. Dies beruhigt den beleuchteten Raum. Außerdem sollte bedacht werden, dass Räume mit dunklen Wänden oder Holzdecken mehr Lichtleistung benötigen, um nicht düster zu wirken.

 

Clever gesteuert

Eine gute Lichtplanung beschränkt sich nicht auf Art der Beleuchtung, genauso wichtig ist deren komfortable Bedienung. Die nötige Anzahl und sinnvolle Platzierung von Schaltern, Wand- und Deckenauslässen sowie Steckdosen sollten mit bedacht und lieber etwas großzügiger geplant werden.

Lichtschalter von Gira

Lichtschalter gibt es – passend zur individuellen Raumgestaltung – in den unterschiedlichsten Farben und Materialien. Dieses Modell aus der Serie „Gira Esprit Glas“ ist an ein Smarthome-System angeschlossen, soadass mit ihm  nicht nur das Licht, sondern auch die Temperatur gesteuert werden kann. Foto: Gira

Optimalen Bedienungskomfort gewinnt man mit einer zentralen Lichtsteuerung. Über kabel- oder funkbasierte Systeme werden die Leuchten entweder mittels spezieller Schalter, zentraler Displays oder mobiler Geräte wie Fernbedienung, Smartphone bzw. Tablet ein- und ausgeschaltet oder voreingestellte Szenarien abgerufen: Ein Fingertipp und der Raum taucht in das passende Licht für das Candlelight-Dinner.

(aus der Zeitschrift bauen. 4/5-2017)

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