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Hausautomation hilft bei der Energiebilanz

02.03.2017

Smarthome. Foto: Weinor

Foto: Weinor

Seit 1. Januar 2016 müssen Bauherren die verschärften Bestimmungen der Energieeinsparverordnung erfüllen. Die Obergrenzen für den Jahres-Primärenergiebedarf wurden um 25 Prozent gesenkt, die Werte für die Wärmeverluste durch die Gebäudehülle (Transmissionswärmeverluste) um 20 Prozent. Und – das ist das Neue – es werden Mindestanforderungen an die Anlagentechnik eines Hauses gestellt. Das bedeutet, dass ein Energieausweis nur noch dann ausgestellt wird, wenn das betreffende Gebäude über eine gewisse Gebäudeautomation verfügt.

Für Professor Michael Krödel von der Hochschule Rosenheim und Direktor des Instituts für Gebäudetechnologie, ist diese Einbeziehung intelligenter Energietechnik längst überfällig. Denn: „Was nutzt ein gut wärmegedämmtes Haus, wenn es beheizt wird, während gleichzeitig über die Fenster gelüftet wird? Was nutzt eine hoch effiziente Lüftungsanlage, die lüftet, obwohl ein Teil des Gebäudes nicht benutzt wird?“

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Allerdings sind die Vorschriften der EnEV für die Anlagentechnik in Wohngebäuden noch recht zurückhaltend formuliert. Die zugrundeliegende Norm EN 15232 unterscheidet bei der Gebäudeautomation vier Energieeffizienzklassen, von A bis D. Bei D ist keinerlei effizienzsteigernde Technik vorhanden, ein Gebäude nach Klasse A würde eine umfängliche Automatisierung und ein spezielles Energiemanagement umfassen. Die EnEV fordert vom Bauherren lediglich die Effizienzklasse C. Im Bereich Heizung zählen hier zum Beispiel manuell regelbare Thermostatventile dazu.

Photovoltaikanlage, Wärmepumpe und ein großer Warmwasserpufferspeicher. Foto: Deutsche Poroton/Eveline Hohenacker

Photovoltaikanlage, Wärmepumpe und ein großer Warmwasserpufferspeicher helfen beim Energie sparen. Das System kann auch von unterwegs mit dem Smartphone bedient werden. Foto: Deutsche Poroton/Eveline Hohenacker

Ein Bauherr kann die Energiebilanz seines Hauses positiv beeinflussen, wenn er den Mindeststandard übertrifft. Ansatzpunkte bieten sich sowohl beim Wärmeerzeuger (z.B. Gas-Brennwertkessel oder Wärmepumpe) als auch bei der Wärmeverteilung. Per Zeitschaltuhr oder Präsenzautomatik kann der Betrieb von Pumpen oder die Regelung der Vorlauftemperatur optimiert werden. Auch wer in eine vernetzte Raumtemperaturregelung investiert, verbessert in der Regel seine Energiebilanz. Die EnEV honoriert auch eine bedarfsgesteuerte Lüftung (Volumenstromregelung) in der Bilanz.

Erstaunlicherweise werden Verschattungsvorrichtungen wie Jalousien oder Rollläden zwar in der EnEV erwähnt, finden jedoch keine Berücksichtigung in der Berechnung des Primärenergiebedarfs. Michael Krödel rät Bauherren trotzdem zu einer sensorgesteuerten Verschattung, weil es nur eine Frage der Zeit sei, wann diese in die Berechnung der Energiebilanz eingebunden werde. "Zudem ist es so, dass die Automation dieser Gewerke zwar noch keinen Einfluss auf den Energieausweis, aber natürlich einen Einfluss auf die Betriebskosten hat."

(aus der Zeitschrift Effizienzhäuser 2/3-2017)

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