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Smarte Sicherheitstechnik fürs Haus

26.01.2018

Smarte Sicherheitstechnik kann entscheidend dazu beitragen, ein Haus vor ungebetenen Gästen zu schützen. Hier erläutern wir welche, Sicherheits-Features möglich sind – und wofür trotzdem zusätzlich ein klassische Alarmanlage notwendig sein kann.

Mit dem Smarthome-System Einbrecher abschrecken – oder im Fall der Fälle Alarm zu schlagen – ist gut möglich. Foto:©kras99 - stock.adobe.com
Mit dem Smarthome-System Einbrecher abschrecken – oder im Fall der Fälle Alarm zu schlagen – ist gut möglich. Denn Hausautomation benötigt stets eine gewisse Überwachung der Gegebenheiten im Haus, um darauf ihre alltäglichen Automatisierungen
aufzubauen, vernetzte Sensoren gehören also zum System. Da liegt die Erkenntnis nahe, die verschiedenen Komponenten des intelligenten Hauses auch für die Sicherheitstechnik einzusetzen. ©kras99 - stock.adobe.com

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Vernetzte Zugangssysteme   

Schon an der Haustür beginnt die smarte Sicherheitstechnik mit einer vernetzten Wechselsprechanlage. Klingelt jemand, dann kann man den Besucher direkt empfangen oder aber das Gespräch übers Smartphone entgegennehmen – egal, wo man sich gerade befindet. Die integrierte Kamera zeigt dabei, wer draußen steht.

Eine weitere Lösung für die Überwachung des Eingangsbereiches sind Bewegungssensoren, die das Außenlicht bei Annäherung einschalten oder Kameras aktivieren. Die funken ihre Bildsignale ebenfalls aufs Smartphone der Hausbewohner oder direkt in einen Onlinespeicher. Es ist kein Fehler, solche Einrichtungen offensichtlich zu zeigen – allein das schreckt viele Gelegenheitseinbrecher ab. Auch im Bereich der Schließtechnik selbst hat sich viel getan. Elektronische Schließsysteme – beispielsweise per Fingerprint oder Chipkarte – sind mittlereile auch für private Eigentümer interessant. Ein Annäherungssensor in der Hosentasche kann etwa bereits das Garagentor öffnen, sobald man aufs Grundstück fährt. Mit dem gleichen Sensor kann auch das Haustürschloss geöffnet und die Alarmanlage ausgeschaltet werden.    

Vernetzte Video-Sprechanlage. Somfy
Mit einer intelligenten vernetzten Video-Sprechanlage ist immer ersichtlich, wer gerade geklingelt hat – sogar aus dem Urlaub, wenn das Bild per App aufs Handy übertragen wirde. www.somfy.de

Sensoren und Bewegungsmelder

Doch Einbruchsprävention endet nicht an der Haustür. Neben Zutrittssystemen und Wechselsprechanlagen bieten etwa Fenster- und Türsensoren die einfachste Variante eines zusätzlichen Schutzes. Dabei haben sie zwei Funktionen: Zum einen geben sie beim Verlassen des Hauses Auskunft darüber, ob noch ein Fenster offen steht. Darüber hinaus werden sie in die Alarmfunktion eingebunden und bei Abwesenheit „scharf“ geschaltet. Bei einem Einbruchsversuch durch Fenster oder Türen gibt es dann eine Meldung an die hausinterne Steuerzentrale und eine SMS aufs Handy.

Immer zuhause: Der virtuelle Bewohner

Wer seine Außen- oder auch Innenbeleuchtung per Bewegungsmelder steuert, der kann diese Sensoren auch als Alarmmelder nutzen, wenn er verreist ist. Dabei ist allerdings Vorsicht geboten: Bei der ersten Bewegung auf der Terrasse sollte möglichst nicht sofort eine Sirene losgehen, sondern zunächst nur ein Licht blinken. Andernfalls könnten Fehlalarme – etwa Nachbarjungs auf der Suche nach einem Fußball oder eine streunende Katze – leicht zu Verstimmungen in der Umgebung führen. Die Kombination aus Bewegung und Fensteröffnung indes dürfte dann als untrügliches Einbruchssignal gelten.

Eine weitere Funktion, die sich mithilfe der Heimsteuerung recht einfach umsetzen lässt, ist der „virtuelle Bewohner“, der von außen betrachtet die eigene Anwesenheit simuliert. Dabei lässt sich etwa die Beleuchtung in wechselnden Intervallen ein- und ausschalten, die Rollläden rauf- und runterfahren, die Sicherheitskamera am Hauseingang bewegen, die Stereoanlage einschalten oder der Rasensprenger betätigen. Welche dieser Aktionen sinnvoll sind, muss jeder nach Aufwand und Nutzen für sich selbst entscheiden.
Um einige Leuchten im Haus unregelmäßig ein- und auszuschalten, genügt etwa ein sehr einfaches Funk-System oder auch eine reine Lichtsteuerung. In der Regel bieten die Apps solcher Systeme eine vorgefertigte Simulation, die sich im Abwesenheitsszenario automatisch einschaltet.

 

Intelligente Überwachungskameras im Haus erlauben das "House Sitting" aus der Ferne. www.devolo.de
Intelligente Überwachungskameras im Haus erlauben das "House Sitting" aus der Ferne. www.devolo.de

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Sicher verkabelt

Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten, wie die einzelnen Komponenten miteinander kommunizieren: per Funkübertragung oder kabelgebunden. Funksysteme lassen sich einfach nachrüsten oder erweitern, sie bieten preisgünstigere Möglichkeiten, in das Thema Smarthome einzusteigen. Aufwendiger und teurer sind KNX-Smarthomes. Der Industrie-Standard basiert auf einem Datenbus, die entsprechenden Kabel müssen fest installiert werden. Für welches System sich Baufamilien entscheiden, hängt sicher nicht nur mit Sicherheitsgedanken zusammen, aber grundsätzlich bieten kabelgebundene Sicherheitssysteme einen deutlich höheren Schutzgrad als Funksysteme, da niemand die Datenübertragung messen und im Zweifelsfall entschlüsseln kann – auch wenn die Funk-Hersteller gern von „übertragungssicher durch den Einsatz von Bankverschlüsselungstechnik“ sprechen.

Heute weiß niemand, ob in 10 Jahren die Funksignale nicht doch ausgelesen werden können. Diese Fragen stellen sich in KNX-Bussystemen nicht, solange sie fachmännisch installiert und keine Busleitung von außen zugänglich ist. Ebenfalls praktisch: Hunderte Hersteller bieten KNX-Komponenten an, auch für Sicherheitsfunktionen. Die Bandbreite reicht von einfachen Raum- und Öffnungssensoren über Brandschutzmelder bis hin zur Alarmanlage mit KNX-Anbindung. Entscheidend ist, wie intelligent die Komponenten logisch miteinander gekoppelt werden. Dafür ist in aller Regel ein Profi zuständig: der Systemintegrator.

Das kann nur die Alarmanlage

Wichtig zu wissen ist, dass Smarthome-Systeme keine vollwertigen Alarmanlagen sind. Ein System, das die Sicherheit der Bewohner eines Hauses, den Schutz von Sachwerten und des Gebäudes selbst zur Aufgabe hat, muss strengeren Kriterien genügen als ein normales Heimsteuerungssystem – zumindest, wenn der Schutz so zuverlässig sein soll, dass etwa Versicherungen ihn anerkennen.

Die dafür eingesetzte Sicherheitstechnik unterliegt in der Praxis anderen Prüfszenarien als normale Smarthome-Anwendungen. Sie müssen beispielsweise eine Sabotageüberwachung der Systemkomponenten vor mechanischer oder elektronischer Fremdbeeinflussung haben. Gesichert sein muss auch die optische und akustische Alarmierung vor Ort sowie die stille Alarmübertragung an Dritte via Internet oder Mobilfunknetz. Solche mehrfachen Alarm-Übermittlungen sind im Smarthome-Bereich meist nicht abgesichert: Fällt hier der Strom und damit der Internetrouter aus, dann dringt der Alarm nicht mehr nach draußen. Eine Alarmanlage verfügt deshalb unter anderem in der Regel über eine Notstromversorgung.

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Eine neutrale Orientierungshilfe für die Qualität von Sicherheitskomponenten und Alarmanlagen bietet in Deutschland der VdS, ein Unternehmen des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Wichtig ist dabei, dass jede einzelne Komponente wie Bewegungsmelder, Rauchmelder, Glasbruchsensor, Zutrittskontrolle zertifiziert ist – ebenso wie die Alarmanlagenzentrale selbst.

Wer also ein echtes intelligentes Haus mit professioneller Absicherung gegen Einbruch und Elementarschäden möchte, der muss auch weiterhin zwei getrennte Systeme installieren lassen, die allenfalls einzelne Zustandsmeldungen untereinander austauschen. Doch unabhängig davon, wie man sein Heim schützt: Die größte Sicherheit entsteht durch Achtsamkeit und gesunden Menschenverstand. Der berühmt berüchtigte wachsame Nachbar ist nach wie vor nicht zu verachten.