bautipps.de Das Fertighaus- und Massivhaus-Portal
Newsletter

 

Smarthome: Smarter Plan

08.07.2016

Foto: Okal Haus

Foto: Okal Haus

Vernetzte, intelligente Haustechnik bietet ein weites Feld an Funktionen und Anwendungen. Ihr Einsatz kann helfen, Energie zu sparen oder das Leben im eigenen Haus komfortabler zu machen. Auch Sicherheitsfunktionen wie etwa die Überwachung der Hauseingänge oder die Vernetzung von Brandmeldern sind mit aktuellen Smarthome-Systemen problemlos umsetzbar. Allerdings soll die Technik den Bewohnern dienen und ihren Alltag erleichtern, statt ihn komplizierter zu machen. Bei der Planung ihres Hauses sollten sich Bauherren daher schon frühzeitig Gedanken darüber machen, welche Bereiche der Haustechnik sie intelligent steuern wollen und welche Funktionen sie dabei tatsächlich benötigen. Um das wiederum zu erfassen, ist es gerade für Laien hilfreich, die Möglichkeiten des vernetzten Wohnens live zu erleben – zum Beispiel in einem Smarthome-Showroom.

Im ganzen Land gibt es mittlerweile Ausstellungen und Musterwohnungen, in denen interessierte Kunden sich über die Vorzüge intelligenter Haustechnik informieren können. Hier bieten Smarthome-Planer nicht nur Beratung in Sachen Haustechnik, sondern führen ihre Systeme auch im Betrieb vor. Einige dieser Experten zeigen hier, was potenzielle Kunden bei ihnen erwartet und wie sie deren persönliche Wünsche und Bedürfnisse kennenlernen, um diese smart in eine individuelle Planung zu integrieren.

Bei vielen Interessenten bemerkt Smarthome-Experte Thomas Lübbeke zunächst eine gewisse Hemmschwelle. „Kunden haben teils Angst, dass sie sich abhängig von der vermeintlich komplizierten Technik machen“, berichtet er. Wenn er ihnen im eigenen Showroom in Güntersleben bei Würzburg einfach mal die Fernbedienung in die Hand drückt, mit der sie Licht, Rollos und weitere Gerätschaften mit wenigen Tasten im Griff haben, sind solche Ängste im Handumdrehen passé. Im zweiten Schritt ermittelt Lübbeke den Bedarf und die Wünsche der Kunden anhand eines selbst entwickelten Gesprächsleitfadens. „Hier schneiden wir alle Aspekte der Smarthome-Technik an und prüfen, ob und in welchem Umfang Themen wie Multiroom-Systeme oder schlüsselloser Zugang zum Haus relevant sind“, erläutert der Experte.

Die Technik selbst ausprobieren baut Ängste ab

Nach ähnlichen Systemen gehen viele Experten vor. Die Stuttgarter Smarthome-Planer von Digital Concepts erfassen den Bedarf ihrer Kunden über eine erweiterte Version eines standardisierten Planungs-Fragebogens des Institutes für Gebäudetechnologie. Der ermittelt, welche Anwendungen intelligenter Haussteuerung sich die Bewohner eines Hauses wünschen – unabhängig von technischen Vorkenntnissen. Kunden können den Fragebogen auch selbst vorab bearbeiten, sodass dieser beim Gespräch gleich eine Grundlage für die Beratung bietet. Wie Smarthome-Technik im Alltag funktioniert, demonstrieren die Planer von Digital Concepts in einer exklusiven Wohn-Umgebung: Im Bulthaup-Küchen- und Möbelstudio in der Stuttgarter Innenstadt haben die Planer mehrere Wohnbereiche mit intelligenter Steuerung ausgestattet, die Smarthome-Anwendungen so besonders lebensnah demonstrieren. Neben der praxisnahen Beratung bringt der Showroom im Möbelhaus auch immer wieder neue Interessenten, berichtet Digital-Concepts-Chefplaner Ralf Nürk.

Digital Concepts präsentiert Beispiele für die vernetzte Heimsteuerung im Stuttgarter Bulthaup-Küchenstudio und Möbelhaus. www.digital-concepts.eu

Digital Concepts präsentiert Beispiele für die vernetzte Heimsteuerung im Stuttgarter Bulthaup-Küchenstudio und Möbelhaus. www.digital-concepts.eu

Smarthome-Technik ist ein eigenes Planungs-Gewerk

Nach dem gegenseitigen Beschnuppern mit Technik-Demo und einer Analyse des Bedarfs, wie sie praktisch alle Smarthome-Planer anbieten, ist eine erste Kostenschätzung möglich. Jörg Fabritius von M-Integration in Steinfurt und Köln, erstellt anhand des ersten Gesprächs ein grobes Raumbuch, in das er alle gewünschten Smarthome-Funktionen einträgt. Auf dieser Basis ist eine Kostenschätzung möglich, sagt er. Für die endgültige Realisierung und eine verbindliche Kalkulation folgt in allen komplexeren Projekten ein Planungsauftrag, in dem der Experte alle Leistungen zusammenträgt, konkrete Geräte und Dienstleistungen benennt und kalkuliert. Diese Leistung ist mit der Planungsarbeit eines Architekten vergleichbar und kostet in aller Regel ein Honorar. „Bei umfangreichen Objekten rechnen wir nach der Honorarverordnung HOAI ab, also in Abhängigkeit zum Gesamtvolumen“, sagt Digital-Concepts-Planer Ralf Nürk. Zum Planungsergebnis gehört eine detaillierte Kalkulation. Auf Basis der Planungsunterlagen kann der Bauherr dann Angebote von Elektro-Installateuren anfordern, die selbst zwar keine Planung von KNX- oder EnOcean-Anlagen leisten, die zugehörige Technik aber verbauen können.

Im Haus der Zukunft von Hiploplan wird in mehreren Räumen vorgeführt, was in Sachen Smarthome heute schon möglich ist. Die Ausstellung ist eine Mischung aus Showroom und Bemusterungszentrum für alle möglichen Smarthome-Funktionen, Elektro- und Vernetzungs-Komponenten.<br />
www.hiploplan.de

Im Haus der Zukunft von Hiploplan wird in mehreren Räumen vorgeführt, was in Sachen Smarthome heute schon möglich ist. Die Ausstellung ist eine Mischung aus Showroom und Bemusterungszentrum für alle möglichen Smarthome-Funktionen, Elektro- und Vernetzungs-Komponenten. www.hiploplan.de

Für eben diese Zielgruppe bietet der Hamburger Elektro-Großhändler Hillmann & Ploog einen besonderen Service: Das „Haus der Zukunft“ und die angeschlossene Planungsfirma Hiploplan GmbH hat für Bauherren wie auch Elektriker einen großen Showroom. Eine eigene Abteilung unterstützt die Elektrofachbetriebe aus der Region außerdem bei der Planung von Smarthome-Installationen. Das wäre auch andernorts ein toller Service, denn die Nachfrage für Smarthome-Technik wächst rasant. Zum Glück gibt es auch immer mehr Experten, die komplexe, intelligente Haustechnik vorführen, planen und installieren.

Clevere Fertighäuser

Haushersteller haben den Trend zur intelligenten Haustechnik längst entdeckt und präsentieren die Systeme in immer mehr Musterhäusern. Das ist auch für Kunden interessant, die nicht gerade ein Fertighaus planen, sich aber einen Überblick über aktuelle Steuerungssysteme machen wollen.

 

  • Bien-Zenker und Hanse Haus gehören zum selben Konzern. Sie setzen nur Systeme des Smarthome-Anbieters Loxone ein – zu sehen etwa im neuen Aktiv-Plus-Haus von Bien-Zenker in Fellbach. www.loxone.com
  • Sys.Tec aus Holzgerlingen bei Stuttgart liefert Smarthome-Konzepte für zahlreiche Fertighaus-Hersteller, die in Musterhäusern an verschiedenen Standorten zu sehen sind – etwa bei Haas Haus oder Luxhaus. www.sys-tec.info
  • Fertighaus-Hersteller wie Fingerhaus oder die Hausmanufaktur bieten das Smarthome-System Tahoma von Somfy an – www.somfy.de
  • Huf Haus setzt auf KNX-Bussysteme. Für die Visualisierung bietet der Hersteller hochwertige Touchpanels von DIVUS an – www.divus.en
  • In Häusern von Okal ist das Smarthome-System myGekko standardmäßig eingebaut – in den Schwestermarken Allkauf, Massahaus und Einsteinhaus optional. Interessenten können es in Okal-Musterhäusern an vielen Standorten wie z.B. im Musterhaus Wuppertal in Betrieb erleben. www.okal.de
  • In vielen Fertighäusern kommt die batterielose Funktechnik von EnOcean zum Einsatz – etwa bei Baufritz, Weberhaus oder Schwabenhaus. Vorteil: Taster und Sensoren lassen sich frei in den Räumen platzieren und jederzeit umsetzen. Dazu gibt es verschiedene Server und Visualisierungen wie etwa Wibutler oder Myhomecontrol. www.enocean.com

Informationen über viele weitere Musterhäuser und die Haus-Ausstellungen in Bad Vilbel, Fellbach und Poing finden Sie unter www.musterhaus-online.de