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Zum Schutz des Hauses

07.01.2014

Dass Schutzmaßnahmen am Haus ein Muss sind, zeigt ein Blick auf die einschlägige Statistik. Die Zahl der vollendeten und versuchten Wohnungseinbrüche in Deutschland hat 2012, nach Erhebungen der Gewerkschaft der Polizei (GdP), im vierten Jahr in Folge deutlich zugenommen. Nach Auswertung der Kriminalstatistiken ergeben sich bundesweit etwa acht Prozent mehr Fälle als 2011, als insgesamt 132 600 Wohnungseinbrüche registriert worden waren. Seit 2008 mit damals erfassten 108 300 Fällen ist ein Anstieg von annähernd 30 Prozent zu verzeichnen.

Mit einem Chip-Lesegerät lassen sich Sicherheitssysteme wie „Protexial IO“ besonders einfach bedienen. (Somfy)Einbruchshemmende Türen dank mechanischer Sicherung
GdP-Bundesvorsitzende Bernhard Witthaut appellierte angesichts des dramatischen Anstiegs der Einbruchszahlen an alle Länder, sich an einem bundesweiten Lagebild zu beteiligen. Er hatte bereits anlässlich der 2011er Statistik drastisch gewarnt: „Deutschland entwickelt sich zum Einbrecherparadies.“ Besitzern von Immobilien empfiehlt der GdP-Chef dringend „bessere Sicherungsmaßnahmen.“

Diese sind äußerst wirksam, denn die meisten Ganoven geben den Einbruchsversuch schnell auf, wenn sie auf Widerstand stoßen. Die Maßnahmen sollten zwei Bereiche umfassen: Zum einen eine stärkere mechanische Sicherung von Haustüren und Fenstern durch Mehrfachverriegelung (Pilzkopfzapfen), Zusatzriegel, oder Gitter. Elektrische Türöffner, die den Fingerabdruck der Hausbewohner für die Identifizierung benötigen, sind ebenfalls eine Alternative. Auch bei häufig vernachlässigten Nebentüren wie zum Beispiel den Keller- oder Terrassentüren sollte den Tätern der Zugang zum Haus so schwer wie möglich gemacht werden. Zum andern sollten diese Sicherheitsvorkehrungen ergänzt sein durch Alarmanlagen, Bewegungsmelder oder eine Video-Türsprechanlage. Ist das Haus mit einer intelligenten Steuerung ausgestattet, lassen sich die einzelnen Bestandteile miteinander verknüpfen. So kann zum Beispiel ein Warnsignal aufs Handy oder an einen Sicherheitsdienst erfolgen, wenn sich ein Einbrecher an der Haustür zu schaffen macht.

Der Rauchwarnmelder „Invisible“ ist batteriebetrieben und somit unabhängig vom Stromkreislauf im Haus. (Jo-El)In den meisten Bundesländern sind Rauchwarnmelder im Neubau Pflicht
Warum Hausbesitzer mit dem Thema Sicherheit relativ fahrlässig umgehen, ist schwer erklärbar. Denn die Kosten für wirksamen Schutz sind überschaubar. „Ein Basis-Sicherheitspaket für ein Einfamilienhaus kostet je nach Größe des Hauses nur zwischen 1 500 und 2 500 Euro mehr“, rechnen die Experten der Initiative für aktiven Einbruchschutz „Nicht bei mir!“ vor.

Eine einfache Alarmanlage für Einbrüche, Rauch oder Gas schlage mit rund 2 500 Euro zu Buche. Auch eine nachträgliche Absicherung sei möglich: „Rund 200 bis 300 Euro pro Fenster und circa 750 Euro für die Haustür muss der Eigenheimbesitzer für die Nachrüstung kalkulieren.“ Wer elektronische Sicherungsmaßnahmen zu einem späteren Zeitpunkt plane, „sollte in der Rohbauphase Leerrohre installieren lassen. Das spart Kosten und vermeidet unansehnliche Notlösungen.“

Lediglich in Sachsen, Brandenburg und Berlin gibt es noch keine gesetzliche Pflicht, Rauchmelder zu installieren beziehungsweise nachzurüsten. Die anderen 13 Bundesländer sind schon weiter. Dort müssen nicht nur Neubauten mit den potenziellen Lebensrettern ausgestattet werden, es bestehen auch – mit den Ausnahmen Saarland und Thüringen – Regelungen, bis zu welchem Zeitpunkt die Nachrüstung in bestehenden Gebäuden erfolgt sein muss.

Rauchmelder können im Ernstfall Leben retten
Dass die Rauchmelderpflicht sinnvoll ist, belegt die Statistik. Jeden Monat verunglücken in Deutschland nach Angaben des Forums Brandrauchprävention e.V. rund 40 Menschen tödlich durch Brände, die meisten davon in den eigenen vier Wänden. „Die Mehrheit stirbt an einer Rauchvergiftung“, konstatieren die Präventions-Experten. „Zwei Drittel aller Brandopfer werden nachts im Schlaf überrascht.“

Ausgelöst wird ein Brand beispielsweise durch Fahrlässigkeiten wie das Rauchen im Bett oder das Vergessen von brennenden Kerzen. Weitaus häufiger jedoch sind technische Defekte verantwortlich für den Ausbruch von Feuer. Das Tückische daran: Nachts, wenn der Mensch schläft, riecht er nichts. „Bereits drei Atemzüge hochgiftigen Brandrauchs können tödlich sein“, betont das Forum Brandrauchprävention, „die Opfer werden im Schlaf bewusstlos und ersticken dann.“

Rauchmelder können also tatsächlich Lebensretter sein. Sie werden an der Decke installiert. Ein optischer Mechanismus sorgt dafür, dass bei Rauchentwicklung ein Alarmton ausgelöst wird, der mit Lautstärken von circa 85 Dezibel auch Menschen mit sehr tiefem Schlaf aufweckt. Es gibt batteriegestützte und netzgebundene Versionen. Die Lebensdauer der Batterie liegt je nach Geräteausführung bei zwei bis zehn Jahren. Wird die Batterie schwach, meldet dies der Rauchmelder per akustischem Signal. Bei guten Geräten findet regelmäßig eine Selbstprüfung der Funktionstüchtigkeit statt (zum Beispiel einmal pro Minute). Und wenn der Hausbesitzer persönlich nach dem Rechten schauen will, kann er die entsprechende Prüftaste drücken. Da die Rauchmeldertechnik ein gewisses Know-how erfordert, ist von Billigversionen dringend abzuraten.

Das durchdachte Zwei-Kammer-System dieses Rauchwarnmelders unterscheidet zwischen Rauch und Wasserdampf, ist damit küchentauglich. Im Design passt sich das Gerät der Deckenoptik an. (Jung)Für nahezu jeden Raum gut geeignet – auch für die Küche
Der Mindestschutz besteht aus einem Rauchwarnmelder im Flur (in jeder Etage) sowie einem in jedem Schlaf- und Kinderzimmer. Wer noch mehr Sicherheit wünscht, sollte auch weitere Räume mit den Geräten ausstatten. Lange Zeit waren feuchte und staubige Räume tabu für Rauchmelder. Es bestand die Gefahr, dass Dampf und Staub Fehlalarme auslösen. Andererseits gilt gerade die Küche als Brandherd: Leicht werden Töpfe auf dem Herd vergessen, oder der Ofen wird nicht ausgeschaltet. Die Hersteller bieten deshalb jetzt auch Geräte an, die sich für den Einsatz in diesen Problemzonen – mit Ausnahme des Bades – eignen. Dabei schlägt die Industrie zwei Wege ein. So hat Jung einen Rauchwarnmelder mit Zwei-Kammer-System entwickelt. Er ist in der Lage, zwischen Wasserdampf und gefährlichem Rauch zu unterscheiden.

Die Firma Hager hingegen bietet außer dem klassischen Rauchwarnmelder auch sogenannte Wärmewarnmelder an. Diese lösen einen Alarm aus, wenn ein ungewöhnlicher Temperaturanstieg gemessen oder eine Raumtemperatur von über 54 Grad Celsius erreicht wird.

Vernetzte Alarmanlage: Alle Geräte geben rechtzeitig Laut
Ist ein Haus mit einem intelligenten Steuersystem ausgestattet, lassen sich auch die Rauch- und Wärmemelder vernetzen. Der Vorteil: Registriert ein Melder Rauch oder eine ungewöhnliche Wärmeentwicklung, schlagen sämtliche Geräte Alarm. Darüber hinaus können je nach Installation Meldungen per E-Mail weitergeleitet oder an der Bedienoberfläche (zum Beipiel Wanddisplay oder Tablet) sichtbar gemacht werden. Außerdem können weitere Befehle ausgelöst werden wie Beleuchtung ein oder Rollläden auf, damit im Falle eines Falles die Fluchtwege sichtbar und vor allem offen sind.

Viele Vorteile, die sich den Bewohnern eines Hauses bieten. Und die Investitionskosten halten sich – je nach Ausführung – mit Preisen zwischen 25 und 90 Euro pro Stück in Grenzen. Bleibt abzuwarten, wann die restlichen Bundesländer mit einer gesetzlichen Pflicht, Rauchmelder zu installieren beziehungsweise nachzurüsten, nachziehen.