Der Weg zur optimalen Raumakustik

Optimale Raumakustik
Glatte Oberflächen und eine sparsame Einrichtung verschlechtern die Raumakustik. Foto: pixabay.com © manbob86 (CC0 Public Domain)

Der Akustik eines Raumes wird oftmals kaum Beachtung geschenkt. Dabei hat sie einen großen Einfluss auf das Wohlbefinden in den eigenen vier Wänden. Auf Dauer schlagen akustisch unausgeglichene Räume auf das Gemüt. Denn permanenter Lärm führt zu Stress, der wiederum schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben kann.

Aus diesem Grund ist beim Neu- oder Umbau darauf zu achten, dass die Räume möglichst schalloptimiert gestaltet werden. Hier erhalten Sie Tipps, worauf Sie dabei achten müssen und wie Sie grundsätzlich die Akustik in ihrer Wohnung deutlich verbessern können.

Weniger Nachhallzeit durch Absorption

Die Raumakustik bestimmt sich durch den Schallpegel, sprich die Lautstärke einer Schallquelle, und die sogenannte Nachhallzeit. Das ist die Zeit, die zwischen dem Erklingen eines Schalls und seinem Abklingen vergeht.

Der Schall von Stimmen und Geräuschen wird in einem Raum so lange reflektiert, bis er seine Energie verliert, er hallt also nach. Je länger die Nachhallzeit ist, desto schlechter ist auch die Akustik des Raumes. Allerdings richtet sich die optimale Nachhallzeit danach, für welchen Zweck der betreffende Raum genutzt wird.

Aktuell liegen eher schallharte Materialien für die Inneneinrichtung im Trend. Dazu gehören Beton, Glas, glatte Böden und Wände sowie Kunststoffe, Stahl und Aluminium. Die spärliche Möblierung eines Raumes ohne jegliche Elemente, die den Schall absorbieren, verschlechtert die Raumakustik um einiges und erschwert dadurch Gespräche und die Klangqualität von Stereoanlagen maßgeblich.

Absorbierende Elemente

Absorbierende Elemente verringern die Nachhallzeiten und entschärfen die Reflexionen der Schallwellen. Daher sind sie für eine gute Raumakustik unentbehrlich. Grundsätzlich kann dieser Effekt mit ganz verschiedenen absorbierenden Elementen erzeugt werden.

Dazu gehört zum Beispiel eine ganzflächige Dekoration der Fensterbank. Auch Vorhänge, Gardinen, Deko-Schals und Polstermöbel absorbieren durch ihre weichen, porösen Flächen den Schall, anstatt ihn in den Raum zurückzuwerfen.

Vorhänge, Gardinen ohne ähnliches eignen sich dazu, Schall vor Fensterfronten zu schlucken und sie so akustisch zu entschärfen. Am besten sind Objekte mit möglichst viel Faltenwurf. Denn je mehr Falten Vorhänge, Deko-Schals oder Sonnenschutzsysteme haben, desto effektiver absorbieren sie den Schall. Daher sind zum Beispiel Plissees und Raffrollos glatteren Objekten wie Rollos und Flächenvorhängen vorzuziehen. Durch die Falten haben sie eine vergrößerte Oberfläche, die den Absorptionseffekt verstärken.

Polstermöbel wie Sofas, Liegen oder Sessel eignen sich aufgrund ihrer Stoffstruktur für den Effekt besser als Ledergarnituren. Große Kissen auf den Sitzmöbeln tragen ebenfalls zu einer verbesserten Akustik bei.

Auch hochflorige Teppiche nehmen viel Schall auf, wobei Baumwollteppiche noch besser wirken als solche mit glatten Kunstfasern. Letztere haben weniger Luftzwischenräume, die den Schall schlucken.

Ein weiterer Schallabsorber sind Holzpaneele. Sie werden an Decken, Wänden oder Schrankfronten angebracht und verbessern durch ihre perforierte Struktur effektiv den Klang im Raum. Die Aussparungen sind je nach Wunsch Mikro-, Nut- oder Lochperforationen. Es gibt sie in unterschiedlichen Musterdesigns, die wiederum verschiedene Frequenzen abdämpfen.

Schallabsorbierende Elemente können durchaus auch sehr kunstvoll sein. Zum Beispiel gibt es sogenannte Akustikbilder, die zwar im privaten Bereich noch recht unbekannt, aber optisch ansprechend und wirkungsvoll sind. Es handelt sich dabei um Rahmenkonstruktionen mit speziellen Absorbereinlagen. Diese werden auf Maß gefertigt und mit robusten bedruckten Textilien bespannt.

Die einzelnen Hersteller bieten dafür eine große Auswahl an Motiven an. Die Textilien können aber auch mit einem ganz individuellen Motiv bedruckt werden. Weitere Objekte mit ähnlicher Bauweise sind absorbierende Leinwände, Deckenkonstruktionen und freistehende Stellwandelemente sowie Schiebeflächen.

Bei der Absorption der Schallwellen ist allerdings darauf zu achten, dass sowohl hohe als auch tiefe Frequenzen gedämpft werden und das möglichst ausgeglichen. Andernfalls wird sich der Klang im Raum nicht wie gewünscht verändern. Vielmehr kann es passieren, dass Frequenzen mit wichtigen Informationen wie Stimme und Musik im Hintergrund verschwinden, während die eigentlichen Störfrequenzen unverändert durch den Raum schallen.

Innenraum. Foto: pixabay.com © keresi72 (CC0 Public Domain)
Große Pflanzen, Lampen und gut gefüllte Bücherregale verbessern die Diffusion des Schalls. Foto: pixabay.com © keresi72 (CC0 Public Domain)

Mehr Streuung des Schalls

Neben der Absorption leistet auch die Diffusion, also die Streuung des Schalls, einen großen Beitrag für eine ausgeglichene Akustik im Raum. Durch die Streuung werden die Schallwellen von möglichst vielen Flächen statt nur einer einzigen reflektiert und somit gleichmäßiger im Raum verteilt. Das sorgt für einen einheitlich gemischten Schallverlauf ohne wahrnehmbare Einzelreflexionen, die das Klangerlebnis stören würden.

Zur Diffusion eignen sich viele Elemente, die unregelmäßige Flächen entstehen lassen, beispielsweise große Zimmerpflanzen. Ihre Blätter schlucken Schall und verbessern nebenbei die Raumluft. Auf die gleiche Weise optimieren große Bücherregale die Schallstreuung. Das funktioniert am besten, wenn sie mit möglichst unterschiedlich hohen Büchern sowie CDs, Zeitschriften und ähnlichem gefüllt sind.

Raufasertapeten verleihen den Wänden eine unebene Struktur und erhöhen dadurch die Diffusion der Schallwellen. Diesen Effekt erreichen Plastiktapeten nicht. Lampen an den Decken tragen ebenfalls zu einer besseren Streuung bei.

Keine Echos mehr

Absorbierende und schallstreuende Elemente helfen auch gegen störende Flatterechos. Sie entstehen, wenn der Schall zwischen parallelen, glatten Flächen reflektiert und somit immer von der einen auf die andere Fläche geworfen wird. Dieser Effekt kann zum Beispiel bei zwei gegenüberliegenden reflektierenden Wänden oder zwischen der Decke und dem Boden eines Raumes auftreten. Er lässt sich aber mit den genannten Mitteln leicht beheben, indem man die eine Wand mit einem großen Regal, Schrank oder sonstigen Möbeln ausstattet, auf den Boden einen hochflorigen Teppich legt oder die Wände und Decke mit Holzpaneelen bekleidet.

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